O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Foto © Ralf Puder

Die ganze Bandbreite

BARBARELLA’S BANG BANG

Besuch am
13. Juli 2018
(Einma­liges Konzert)

 

Asphalt-Festival, Konzertsaal im Weltkunst­zimmer, Düsseldorf

Bei der Namens­gebung wird beim Asphalt-Festival gern mal ein bisschen hochge­griffen. Und so ist der Konzertsaal im Weltkunst­zimmer eher ein großer Raum mit einer langen Theke, ein bisschen Ton- und Licht­technik und einer Bühne, auf der die Künstler im Wortsinne zum Greifen nah auf einem Podium auftreten. Ein paar Stehtische und Barhocker ergänzen die Ausstattung. Und bei Tages­licht möchte man den Raum vielleicht lieber gar nicht sehen. Aber er strahlt den morbiden Charme einer Under­ground-Bühne aus und ist damit präde­sti­niert für ungewöhn­liche Gruppen. Eine davon ist Barbarella’s Bang Bang, und die ist aus London angereist, um den Festival-Besuchern mal richtig einzuheizen.

Foto © Ralf Puder

Mit vier Jahren stand sie zum ersten Mal auf einer Bühne, und seitdem hat sie das Theater nicht mehr losge­lassen. Barbara Pugliese, halb Englän­derin, halb Italie­nerin, studierte am Trinity College of Music Musical und erwarb so alle Fähig­keiten, die sie braucht, um einen wirklich ungewöhn­lichen Bühnen­auf­tritt zu kreieren. Im Vorder­grund steht dabei sicher ihre Stimme, die eine ungewöhn­liche Bandbreite von Edith Piaf bis Nina Hagen aufweist, zwei Sänge­rinnen, die sie, wie sie selber sagt, verehrt. Von der brüchigen Blues-Stimme über einen gerun­deten Alt bis zu Kunst­stückchen in den Spitzen­lagen und einem unglaub­lichen Volumen reicht ihr Stimm­ver­mögen, von dem sie an diesem Abend erfreulich viel Gebrauch macht. Dabei ist das Reper­toire ungewöhnlich breit­ge­fä­chert. Eigene Songs, Gipsy, Folk, Avant­garde, Rock, Funk, Blues – es gibt wohl kaum etwas, vor dem die Sängerin zurück­schreckt. Und selbst­ver­ständlich gibt es für alles eigene Arran­ge­ments, die durch die Bank weg begeistern. Ihre anderen Stärken bleiben an diesem Abend ein wenig unter dem Scheffel. Schließlich ist Pugliese eine ausge­zeichnete Tänzerin, was sie aller­dings auf Plateau-Stiefeln von beacht­licher Höhe eher andeu­tungs­weise zeigt. Immerhin zeigt sie auf der akusti­schen Gitarre und dem Miniatur-Xylofon ihre instru­mentale Vielfalt, auch wenn das Kazoo, für dessen Spiel sie berühmt ist, im Koffer bleibt.

Angereist ist Pugliese mit der Basis ihrer Band Barbarella’s Bang Bang. Barba­rella ist die italie­nische Vernied­li­chungsform von Barbara und Bang Bang (My baby shot me down) eine der schönsten Liebes­bal­laden der Pop-Geschichte. 1966 sang Cher erstmals die traurige Ballade, die ihr damaliger Ehemann Sonny Bono geschrieben hatte. Aber egal, ob man die Version von Cher, die Cover-Version von Nancy Sinatra, die im darauf­fol­genden Jahr erschien oder Dalidas etwas unglück­liche italie­nische Version bevorzugt, der Band-Name steht kongenial für den markanten Auftritt, der zwischen Cover-Versionen älterer Songs und eigenen Liedern changiert. Unter­stützt wird die Sängerin an diesem Abend von Armands Ozolins an der Gitarre, Oliver Francis Lee am Kontrabass und Felix Cornwallis am Schlagzeug und als Hinter­grund­stimmen am Mikrofon.

Der Großteil des Publikums lässt sich von den meisten­teils rockigen Klängen ansprechen und bald ist die Tanzfläche vor der Bühne gut besucht. In den Londoner Clubs und Bars gehört Barbarella’s Bang Bang längst zu den „berüch­tigsten Live-Acts“ und auch auf zahlreichen Festivals sind diese unglaub­lichen Musiker in ganz Europa unterwegs. Beim Asphalt-Festival sind sie eine echte Entde­ckung, die die meisten Gäste ordentlich feiern.

Michael S. Zerban

Teilen Sie O-Ton mit anderen: