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Die zahlreichen Helfer beim Festival - Foto © O-Ton

Grenzen überschritten

In den vergan­genen Jahren haben die Verant­wort­lichen des Asphalt-Festivals hart daran gearbeitet, organi­sa­to­rische Schwach­stellen auszu­bügeln, das Programm quali­tativ zu verbessern und vor allem – das Publikum zu begeistern. In diesem Jahr sind alle Ziele erreicht und die Erwar­tungen übertroffen worden. Das Festival hat sich etabliert.

Christof Seeger-Zurmühlen und Bojan Vuletić – Foto © Ralf Puder

Schon, als das Programm für das diesjährige Sommer­fes­tival der Künste, das Asphalt-Festival in Düsseldorf, angekündigt wurde, zeichnete sich ab, dass damit der Durch­bruch gelingen könnte. Die Mischung aus inter­na­tio­nalen Gästen, heimi­schen Großfor­maten, die Hinwendung zu kriti­schen Themen und die Themen­vielfalt machten im Vorfeld Appetit auch bei Menschen, die bislang eher konser­va­tiven Kultur­ange­boten zugeneigt waren. Jetzt, nach elf Tagen Theater, Tanz, Musik, Kunst und Literatur steht fest: Es ist geschafft. Rund 6.400 Zuschauer haben 51 Veran­stal­tungen bei einer Auslastung von mehr als 90 Prozent besucht. Das ist eine Steigerung von satten 42 Prozent. „Das Festival hat sich zu einer wichtigen inter­dis­zi­pli­nären Plattform für zeitge­nös­sische Ansätze entwi­ckelt und ist ein Volks­fes­tival im besten Sinne. Die Menschen haben das Festival nun endgültig für sich entdeckt. Wir freuen uns von Herzen über unserer zahlreiches, neugie­riges und aufmerk­sames Publikum“, sagt Christof Seeger-Zurmühlen, einer der beiden Künst­le­ri­schen Leiter des Festivals.

Die Aufmerk­samkeit hat sich das Festival in den vergan­genen Jahren hart erarbeitet. Konse­quent wurden organi­sa­to­rische Schwach­stellen behoben, die Öffent­lich­keits­arbeit wurde voran­ge­trieben, hartnäckig wurden neue Sponsoren einge­worben. Ja, es gab auch Jahre, in denen der Kampf gegen die Mutlo­sigkeit wichtiger wurde als die Organi­sation. Das ist Vergan­genheit. Die konse­quente Weiter­ent­wicklung der Qualität der künst­le­ri­schen Auffüh­rungen trug das Festival permanent weiter nach vorn. Und so war das Festival in diesem Jahr so gut aufge­stellt wie nie.

Die Qualität ist am Anschlag angekommen

Der Eisbär verab­schiedet sich … – Foto © O‑Ton

Höhepunkte wie die Stadt­ex­pe­dition des Theater­kol­lektivs Per.Vers Garten minus Zäune, das neue Format 48 hours to react mit Spitzen­be­setzung der so genannten Freien Szene oder fanta­sie­spren­gende Theater­auf­füh­rungen wie die Eröff­nungs­ver­an­staltung The Fairy Queen sorgten für das nötige Stadt­ge­spräch. O‑Ton hat über alle wichtigen Veran­stal­tungen im Festi­val­zentrum zwischen Weltkunst­zimmer und Alten Farbwerken berichtet. Aber auch im Stadt­zentrum selbst wurde das Festival mit spekta­ku­lären Aktionen sichtbar. Ob Klavier in U‑Bahn-Stationen, eine Affen­gruppe, die durch die Innen­stadt wandert oder eine Voguing-Gruppe, die sich vom Stadtteil Benrath aus aufmacht, um die Gnade der Maria zu verkünden – wer die Augen öffnete, kam in der Zeit vom 12. bis zum 22. Juli nicht an dem einzig­ar­tigen Stadt­fes­tival vorbei. Und „natürlich“ konnte es einem in dieser Zeit auch mal passieren, dass man einem Eisbären auf der Graf-Recke-Straße im Stadtteil Düsseltal begegnete. Ist ja normal, wenn Festival-Zeit ist.

Das Festival geht alle an

Inzwi­schen gehört es zum guten Ton, das Festival mit seinem Zentrum jenseits des Dreiecks Kö – Altstadt – Rhein zu besuchen. Und zwar für jeden Geldbeutel. Auch in diesem Jahr ist es Seeger-Zurmühlen wieder nicht gelungen, das Festival kostenlos anzubieten – eine Vision, die ihn seit Jahren umtreibt – aber die Nacht­kon­zerte im Biergarten, dem Asphalt-Paradies, bleiben genau das. Kostenlos. Und tatsächlich gibt es kurz vor 22 Uhr noch einmal einen beträcht­lichen Besucher­strom im Weltkunst­zimmer. Da werden keine Auto-Parkplätze mehr benötigt. Da sind Abstell­plätze für die Fahrräder gefragt. Das Volks­fes­tival wird seinem Ruf gerecht.

O‑Ton hat in diesem Jahr kritisch wie immer berichtet. Dass die Beiträge dennoch seltsam eupho­risch erscheinen, liegt nicht an der nachlas­senden Objek­ti­vität, sondern an der Qualität, die inzwi­schen am oberen Anschlag angekommen ist. Und wenn im kommenden Jahr die Pünkt­lichkeit zu Beginn der Veran­stal­tungen ebenso einge­halten wird wie die angekün­digte Länge der Pausen, ist das Festival endgültig in der Liga der konser­va­tiven Festivals angekommen. Und es soll keiner sagen, das wollen wir doch nicht. Doch. Genau das wollen die Veran­stalter, und genau das ist richtig. Die Pläne für das kommende Jahr indes gehen inzwi­schen viel weiter. Da reichen die überschrit­tenen Grenzen dieses Jahres nicht mehr, die das Festival mit Crossing Borders zum Motto erklärte. Die Vision eines Festivals, das abseits von Kö, Altstadt und Rhein die Düssel­dorfer und ihre inter­na­tio­nalen Gäste begeistert, ist viel zu wichtig, als das man jetzt mit dem Wachstum aufhören wollte.

Nach der Aufführung von Kafkas Prozess beeilen sich Bojan Vuletić und Christof Seeger-Zurmühlen, auf die Bühne zu kommen, um sich ernsthaft und aufrichtig beim Publikum, den Mitar­beitern und den Sponsoren zu bedanken. Und genau dieses Engagement ist es, das den Erfolg des Festivals weiter­tragen wird.

Michael S. Zerban

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