O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.
Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.
Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.
O-Ton
3-Monats-Abo
für jeweils 3 Monate
O-Ton
Jahres-Abo
pro Jahr
O-Ton
6-Wochen-Abo
für jeweils 6 Wochen
O-Ton
Jahres-Mitgliedschaft
für ein Jahr
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Kulturmagazin mit Charakter
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
In den vergangenen Jahren haben die Verantwortlichen des Asphalt-Festivals hart daran gearbeitet, organisatorische Schwachstellen auszubügeln, das Programm qualitativ zu verbessern und vor allem – das Publikum zu begeistern. In diesem Jahr sind alle Ziele erreicht und die Erwartungen übertroffen worden. Das Festival hat sich etabliert.

Schon, als das Programm für das diesjährige Sommerfestival der Künste, das Asphalt-Festival in Düsseldorf, angekündigt wurde, zeichnete sich ab, dass damit der Durchbruch gelingen könnte. Die Mischung aus internationalen Gästen, heimischen Großformaten, die Hinwendung zu kritischen Themen und die Themenvielfalt machten im Vorfeld Appetit auch bei Menschen, die bislang eher konservativen Kulturangeboten zugeneigt waren. Jetzt, nach elf Tagen Theater, Tanz, Musik, Kunst und Literatur steht fest: Es ist geschafft. Rund 6.400 Zuschauer haben 51 Veranstaltungen bei einer Auslastung von mehr als 90 Prozent besucht. Das ist eine Steigerung von satten 42 Prozent. „Das Festival hat sich zu einer wichtigen interdisziplinären Plattform für zeitgenössische Ansätze entwickelt und ist ein Volksfestival im besten Sinne. Die Menschen haben das Festival nun endgültig für sich entdeckt. Wir freuen uns von Herzen über unserer zahlreiches, neugieriges und aufmerksames Publikum“, sagt Christof Seeger-Zurmühlen, einer der beiden Künstlerischen Leiter des Festivals.
Die Aufmerksamkeit hat sich das Festival in den vergangenen Jahren hart erarbeitet. Konsequent wurden organisatorische Schwachstellen behoben, die Öffentlichkeitsarbeit wurde vorangetrieben, hartnäckig wurden neue Sponsoren eingeworben. Ja, es gab auch Jahre, in denen der Kampf gegen die Mutlosigkeit wichtiger wurde als die Organisation. Das ist Vergangenheit. Die konsequente Weiterentwicklung der Qualität der künstlerischen Aufführungen trug das Festival permanent weiter nach vorn. Und so war das Festival in diesem Jahr so gut aufgestellt wie nie.
Die Qualität ist am Anschlag angekommen

Höhepunkte wie die Stadtexpedition des Theaterkollektivs Per.Vers Garten minus Zäune, das neue Format 48 hours to react mit Spitzenbesetzung der so genannten Freien Szene oder fantasiesprengende Theateraufführungen wie die Eröffnungsveranstaltung The Fairy Queen sorgten für das nötige Stadtgespräch. O‑Ton hat über alle wichtigen Veranstaltungen im Festivalzentrum zwischen Weltkunstzimmer und Alten Farbwerken berichtet. Aber auch im Stadtzentrum selbst wurde das Festival mit spektakulären Aktionen sichtbar. Ob Klavier in U‑Bahn-Stationen, eine Affengruppe, die durch die Innenstadt wandert oder eine Voguing-Gruppe, die sich vom Stadtteil Benrath aus aufmacht, um die Gnade der Maria zu verkünden – wer die Augen öffnete, kam in der Zeit vom 12. bis zum 22. Juli nicht an dem einzigartigen Stadtfestival vorbei. Und „natürlich“ konnte es einem in dieser Zeit auch mal passieren, dass man einem Eisbären auf der Graf-Recke-Straße im Stadtteil Düsseltal begegnete. Ist ja normal, wenn Festival-Zeit ist.
Das Festival geht alle an
Inzwischen gehört es zum guten Ton, das Festival mit seinem Zentrum jenseits des Dreiecks Kö – Altstadt – Rhein zu besuchen. Und zwar für jeden Geldbeutel. Auch in diesem Jahr ist es Seeger-Zurmühlen wieder nicht gelungen, das Festival kostenlos anzubieten – eine Vision, die ihn seit Jahren umtreibt – aber die Nachtkonzerte im Biergarten, dem Asphalt-Paradies, bleiben genau das. Kostenlos. Und tatsächlich gibt es kurz vor 22 Uhr noch einmal einen beträchtlichen Besucherstrom im Weltkunstzimmer. Da werden keine Auto-Parkplätze mehr benötigt. Da sind Abstellplätze für die Fahrräder gefragt. Das Volksfestival wird seinem Ruf gerecht.
O‑Ton hat in diesem Jahr kritisch wie immer berichtet. Dass die Beiträge dennoch seltsam euphorisch erscheinen, liegt nicht an der nachlassenden Objektivität, sondern an der Qualität, die inzwischen am oberen Anschlag angekommen ist. Und wenn im kommenden Jahr die Pünktlichkeit zu Beginn der Veranstaltungen ebenso eingehalten wird wie die angekündigte Länge der Pausen, ist das Festival endgültig in der Liga der konservativen Festivals angekommen. Und es soll keiner sagen, das wollen wir doch nicht. Doch. Genau das wollen die Veranstalter, und genau das ist richtig. Die Pläne für das kommende Jahr indes gehen inzwischen viel weiter. Da reichen die überschrittenen Grenzen dieses Jahres nicht mehr, die das Festival mit Crossing Borders zum Motto erklärte. Die Vision eines Festivals, das abseits von Kö, Altstadt und Rhein die Düsseldorfer und ihre internationalen Gäste begeistert, ist viel zu wichtig, als das man jetzt mit dem Wachstum aufhören wollte.
Nach der Aufführung von Kafkas Prozess beeilen sich Bojan Vuletić und Christof Seeger-Zurmühlen, auf die Bühne zu kommen, um sich ernsthaft und aufrichtig beim Publikum, den Mitarbeitern und den Sponsoren zu bedanken. Und genau dieses Engagement ist es, das den Erfolg des Festivals weitertragen wird.
Michael S. Zerban