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Foto © Chris de Beer

Huldigung einer Königin

BLACK PRIVILEGE
(Mamela Nyamza)

Besuch am
22. August 2018
(Europa­pre­miere)

 

Ruhrtri­ennale, PACT Zollverein Essen

Eine kurze, aber intensive Perfor­mance im Rahmen der Ruhrtri­ennale, die ebenso faszi­niert wie verstört. Mamela Nyamza, die südafri­ka­nische Choreo­grafin und Tänzerin, lässt sich auf einem hohen Gerüst auf die kleine, quadra­tische Spiel­fläche des Essener PACT Zollvereins schieben: selbst­be­wusst, den makellos schönen Körper golden einge­färbt, bis auf einen Lenden­schurz, ein Hütchen und etlichen Körper­schmuck nackt, hoch aufragend wie eine Königin. Eine beein­dru­ckende Demons­tration stolzen Selbst­be­wusst­seins unter dem zweideu­tigen Titel Black Privilege. Und das lässt die schwarze Künst­lerin das Publikum auch spüren. Fast regungslos, völlig lautlos, ohne musika­lische Kulisse fährt sie an den Zuschau­er­tri­bünen vorbei wie eine Regentin, die die Huldi­gungen ihres Publikums scheinbar teilnahmslos entge­gen­nimmt. Ein Diener fordert das weiße Publikum auf, sich zu erheben. Dieses Faktotum, der Dramaturg Nello Pesa, drängt nach 45 Minuten die irritierten Zuschauer unver­mittelt und recht grob aus der Halle und unter­bindet jede Beifalls­kund­gebung. Das Spiel ist zu Ende. Ist das die Rache schwarzer Künstler an der Arroganz der weißen Unterdrücker-Rasse?

Diesen Eindruck hinter­lässt die Aufführung, auch wenn Nyamza im Programm­heftchen stärker mit ihren eigenen Lands­leuten ins Gericht geht. Während sie außerhalb Afrikas mit großem Interesse wahrge­nommen wird, bietet ihr der eigene Kontinent kaum Möglich­keiten, sich zu entfalten. „Ich will, dass schwarze Tänzer und Tänze­rinnen in Südafrika gesehen werden“, lautet ihr Motto. Dabei greift sie auch die sozialen Risse auf, die die afrika­ni­schen Gesell­schaften belasten.

POINTS OF HONOR

Musik



Tanz



Choreo­grafie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



Von diesem Hinter­grund ist in Black Privilege freilich wenig zu sehen, zumindest kaum etwas zu erkennen. Schweigend, sich schlan­genhaft wendig und langsam bewegend, zeigt die Tänzerin die Kraft und Schönheit, die von ihrem Körper und ihrem Selbst­be­wusstsein ausgeht. Es sind Bewegungs­for­ma­tionen in zeitlu­pen­hafter Entschleu­nigung, wobei die tänze­ri­schen Elemente eher bescheiden ausfallen. Nyamza ist nicht dem Publikum ausge­liefert, sondern das Publikum dem Anblick des nackten Körpers. Nichts kann davon ablenken, keine Musik, kein Kontrast, kein Partner.

Das beein­druckt, auch wenn die Künst­lerin das brüsk aus der Halle geschobene Publikum ratlos zurück­lässt. Ein weiterer Beitrag zum afrika­ni­schen Schwer­punkt der Ruhrtri­ennale, der Anlass gibt, über das längst nicht entspannte Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß nachzudenken.

Pedro Obiera

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