O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.
Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.
Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.
O-Ton
3-Monats-Abo
für jeweils 3 Monate
O-Ton
Jahres-Abo
pro Jahr
O-Ton
6-Wochen-Abo
für jeweils 6 Wochen
O-Ton
Jahres-Mitgliedschaft
für ein Jahr
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Kulturmagazin mit Charakter
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
BLACK PRIVILEGE
(Mamela Nyamza)
Besuch am
22. August 2018
(Europapremiere)
Eine kurze, aber intensive Performance im Rahmen der Ruhrtriennale, die ebenso fasziniert wie verstört. Mamela Nyamza, die südafrikanische Choreografin und Tänzerin, lässt sich auf einem hohen Gerüst auf die kleine, quadratische Spielfläche des Essener PACT Zollvereins schieben: selbstbewusst, den makellos schönen Körper golden eingefärbt, bis auf einen Lendenschurz, ein Hütchen und etlichen Körperschmuck nackt, hoch aufragend wie eine Königin. Eine beeindruckende Demonstration stolzen Selbstbewusstseins unter dem zweideutigen Titel Black Privilege. Und das lässt die schwarze Künstlerin das Publikum auch spüren. Fast regungslos, völlig lautlos, ohne musikalische Kulisse fährt sie an den Zuschauertribünen vorbei wie eine Regentin, die die Huldigungen ihres Publikums scheinbar teilnahmslos entgegennimmt. Ein Diener fordert das weiße Publikum auf, sich zu erheben. Dieses Faktotum, der Dramaturg Nello Pesa, drängt nach 45 Minuten die irritierten Zuschauer unvermittelt und recht grob aus der Halle und unterbindet jede Beifallskundgebung. Das Spiel ist zu Ende. Ist das die Rache schwarzer Künstler an der Arroganz der weißen Unterdrücker-Rasse?
Diesen Eindruck hinterlässt die Aufführung, auch wenn Nyamza im Programmheftchen stärker mit ihren eigenen Landsleuten ins Gericht geht. Während sie außerhalb Afrikas mit großem Interesse wahrgenommen wird, bietet ihr der eigene Kontinent kaum Möglichkeiten, sich zu entfalten. „Ich will, dass schwarze Tänzer und Tänzerinnen in Südafrika gesehen werden“, lautet ihr Motto. Dabei greift sie auch die sozialen Risse auf, die die afrikanischen Gesellschaften belasten.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Tanz | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Choreografie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Von diesem Hintergrund ist in Black Privilege freilich wenig zu sehen, zumindest kaum etwas zu erkennen. Schweigend, sich schlangenhaft wendig und langsam bewegend, zeigt die Tänzerin die Kraft und Schönheit, die von ihrem Körper und ihrem Selbstbewusstsein ausgeht. Es sind Bewegungsformationen in zeitlupenhafter Entschleunigung, wobei die tänzerischen Elemente eher bescheiden ausfallen. Nyamza ist nicht dem Publikum ausgeliefert, sondern das Publikum dem Anblick des nackten Körpers. Nichts kann davon ablenken, keine Musik, kein Kontrast, kein Partner.
Das beeindruckt, auch wenn die Künstlerin das brüsk aus der Halle geschobene Publikum ratlos zurücklässt. Ein weiterer Beitrag zum afrikanischen Schwerpunkt der Ruhrtriennale, der Anlass gibt, über das längst nicht entspannte Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß nachzudenken.
Pedro Obiera