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Foto © Michael Rathmann

Sommernachtszauber mit barocken Klängen

LANDPARTIE – EIN SOMMERNACHTSTRAUM
(Henry Purcell und andere)

Besuch am
22. September 2019
(Einmalige Aufführung)

 

Festival Alte Musik Knecht­s­teden, Theaterscheune

Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy in den Mittel­punkt eines Festivals für Alte Musik zu rücken, macht Sinn. Und das seit 28 Jahren von Hermann Max geleitete Festival in der Kloster­anlage Knecht­s­teden bei Dormagen stellt, wie man es von dem neuntä­gigen Fest gewohnt ist, weit über das knapp formu­lierte Motto hinaus­ge­hende Bezüge her. So auch in der Landpartie – Ein Sommer­nachts­traum. Austra­gungsort ist die akustisch vorzüg­liche und gemütlich herge­richtete Theater­scheune unweit der zentral gelegenen Klosterbasilika.

Der Sommer­nachts­traum schafft eine Verbindung zu Felix Mendelssohn Bartholdys berühmter Schau­spiel­musik und der Shake­speare-Begeis­terung seiner Zeit. Von Mendelssohn ist in dem kurzwei­ligen, knapp andert­halb­stün­digen Programm des MUFAFEM-Ensembles freilich nichts zu hören, dafür aber viel aus den barocken Jahren nach Shake­speares Wirken. Da war der Dichter zumindest auf der briti­schen Insel noch so beliebt, dass seine Stücke als dankbare Vorlagen für diverse Panto­mimen, Ballette und opern­ähn­liche Produk­tionen genutzt wurden. Zu beson­derer Popula­rität hat es die als „Maskerade“ oder „Semi-Oper“ alles andere als einhellig titulierte Bearbeitung des Sommer­nachts­traums von Henry Purcell  gebracht, die unter dem Namen The Fairy Queen auch moderne Opern­häuser wiederholt zu fanta­sie­vollen Produk­tionen motiviert.

In Knecht­s­teden erklingen aus Purcells mehrstün­digem Werk die umfang­reiche Ouvertüre, einige Tänze und die Arie Charming night, ergänzt durch weitere, europäisch weit gestreute Werke von Johann Wolfgang Franck, Jean-Philipp Rameau, John Dowland und Ausschnitten aus Purcells Oper King Arthur. Verbunden werden die meist kurzen Musik­stücke durch knapp gefasste, ebenso infor­mative wie stimmungs­volle Texte zum Handlungs­ablauf, schlicht und prägnant vorge­tragen von der Schau­spie­lerin Sabine Wolf.

POINTS OF HONOR

Musik



Gesang



Publikum



Chat-Faktor



Sieht man von dem getra­genen Solostück für Laute, den Lachrimae von John Dowland, ab, das die Begeis­terung der damaligen Engländer für dieses Instrument wider­spiegelt, aber auch vom Einsatz eines Counter­tenors für die ausge­wählten Arien, ist der Grund­klang des Nachmittags eher franzö­sisch geprägt. Und das fünfköpfige Instru­men­tal­ensemble MUFAFEM – Music for a French Mistress, bestehend aus versierten Spezia­listen, die ihren Feinschliff unter anderem bei William Christie und Frans Brüggen erhalten haben, beruft sich dabei auf eine histo­risch verbriefte franzö­sische Mätresse, die Ende des 17. Jahrhundert in Celle weitab von der franzö­si­schen Heimat ihr tristes Dasein durch Musiker mit den modernsten Instru­menten ihres Landes erträg­licher gestalten wollte. Das führt zu einer starken Betei­ligung von Holzblas­in­stru­menten, also verschie­denen Oboen, darunter auch die Oboe da caccia, Block­flöten und Fagotten, die den Vorträgen einen spezi­fisch franzö­si­schen Glanz verleihen. Aller­dings unter völligem Verzicht auf die bei den Engländern beliebten Gamben und andere Streichinstrumente.

Dass die Stücke bei den Musikern stilis­tisch und spiel­tech­nisch bestens aufge­hoben sind, versteht sich ebenso von selbst wie die ausdrucks­starken und stimmlich kulti­vierten Beiträge des renom­mierten Counter­tenors Kai Wessel.

Langan­hal­tender Beifall für einen kurzwei­ligen und hochwer­tigen Einblick in die musika­lische Shake­speare-Rezeption der Barockzeit.

Pedro Obiera

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