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Hugo Kauder: Eine Biographie

Mehr als 300 Werke hat er kompo­niert, und doch kennt ihn heute kaum noch jemand: Hugo Kauder war Komponist, Musik­phi­losoph und ‑theore­tiker, arbeitete als Lehrer und Journalist. Karin Wagner hat sein Leben rekon­struiert und eine Biografie verfasst, die im Böhlau-Verlag erschienen ist. Karin Coper hat das 224 Seiten umfas­sende Buch gelesen. 

Karin Wagner - Foto © N. N.

Gegen das Vergessen

Die Liste der Musik­schaf­fenden jüdischer Herkunft, die während des Natio­nal­so­zia­lismus verfemt, verfolgt oder ermordet wurden, ist lang. Nur wenige von ihnen, die überlebten, konnten nach dem Krieg an ihre ehemals glanz­volle Karriere anknüpfen, die meisten gerieten in der ehema­ligen Heimat in Verges­senheit. Erst seit den 90er Jahren des letzten Jahrhun­derts hat eine künst­le­rische Renais­sance der zu Unrecht Verstummten einge­setzt, die dazu geführt hat, dass Werke von Kompo­nisten wie etwa Erich Wolfgang Korngold, Walter Braunfels oder Emmerich Kálmán wieder regel­mäßig gespielt werden.

Doch gibt es zahlreiche Persön­lich­keiten, die damals noch keinen großen Namen hatten und denen ein möglicher Durch­bruch aufgrund der Umstände versagt blieb. Zu ihnen gehört der Komponist, Musik­phi­losoph und Theore­tiker Hugo Kauder. Dem völlig Verges­senen hat die öster­rei­chische Musik­wis­sen­schaft­lerin Karin Wagner in Zusam­men­arbeit mit dem in Wien ansäs­sigen exil.arte-Forschungs-Zentrum eine Biografie gewidmet.

POINTS OF HONOR

Buchidee
Stil
Erkenntnis
Preis/​Leistung
Verar­beitung
Chat-Faktor

Kauder wird 1888 im mähri­schen Städtchen Tobit­schau geboren. 1905 zieht er nach Wien, studiert erst Bauin­ge­nieur­wesen und wendet sich nach zwei Jahren der Musik zu. Er kompo­niert, ist als Journalist tätig und spielt als Bratschist in Orchestern und Kammer­mu­sik­for­ma­tionen. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Alter Musik und deren Auffüh­rungs­praxis. Sein Wissen gibt er an Privat­schüler weiter. Unter ihnen ist der Kirchen­mu­siker Josef Mertin, der sich in diesem Fach zum Experten entwi­ckelt und Lehrer von Nikolaus Harnon­court und Gustav Leonhardt wird.
Prägend wird für Kauder die Begegnung mit dem Nietzsche-Anhänger und Philo­sophen Rudolf Pannwitz, dessen metaphy­sische und gesell­schaft­liche Ideen und Schriften ihn anziehen. Viele seiner Lieder beruhen auf Texten von Pannwitz und dessen Anhängern. Nach dem „Anschluss“ Öster­reichs emigriert Kauder 1938 über die Nieder­lande und England, wo er seine bereits früher ausge­reiste Familie wieder­trifft, nach Amerika. Dort kann er sich als Kompo­si­ti­ons­lehrer und Musik­jour­nalist etablieren, kompo­niert auch selbst weiter. Ein wirklicher Durch­bruch aber bleibt ihm verwehrt. Versuche, in Europa, insbe­sondere in Wien, wieder Fuß zu fassen, scheitern. Die schmerz­liche Erkenntnis, dort nicht mehr erwünscht zu sein, macht ihm während seiner letzten Lebens­jahre zu schaffen. 1972 stirbt er, ohne die Stadt nochmals besucht zu haben. Heute bemüht sich die 2002 gegründete Hugo Kauder Society um die Verbreitung von Kauders über 300 Werken, zu denen fünf Symphonien, einige Konzerte, die Oper Merlin, vor allem aber Kammer­musik in unter­schied­lichster Besetzung zählen.

Karin Wagners detail­lierte und akribisch recher­chierte Biographie geht weit über eine Nacher­zählung von Hugo Kauders Lebensweg hinaus. Sie gibt zugleich komplexe –  freilich nicht immer leicht zu lesende – Einblicke in politische und religiöse, in philo­so­phische und musik­theo­re­tische Hinter­gründe und selbst die Vita von wichtigen Freunden und Kollegen wird berück­sichtigt. Das Werkver­zeichnis und eine Brief­auswahl von Kauder an Pannwitz runden den mit zahlreichen Fotos illus­trierten, ungemein infor­ma­tiven und berei­chernden Band ab.

Karin Coper

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