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Foto © Carl Brunn

Spielfreude pur

LA FEDELTÀ PREMIATA
(Joseph Haydn)

Besuch am
2. Juli 2017
(Premiere)

 

Theater Aachen

In Sachen Handlungs­wirrwarr hat Joseph Haydns komische Oper La fedeltà premiata – Der Lohn der Treue – einen Ehren-Oscar verdient. Das will was heißen, überbieten sich doch etliche Handlungen vor lauter Irrungen und Wirrungen turmhoch. Die Aachener Musik­hoch­schule hat mit ihren verdienst­vollen Gemein­schafts­pro­duk­tionen mit dem Theater Aachener in den letzten Jahren gewiss schon gehalt­vollere Stücke von Mozart bis Britten auf die Beine gestellt als Haydns chaotische Verwechs­lungs­ko­mödie. Dennoch ist die nicht ganz grundlos kaum bekannte Oper aus dem Kurio­si­tä­ten­schränkchen des Reper­toires keine schlechte Wahl für die Hochschulproduktion.

Das Werk strotzt vor Tempe­rament und Witz, und Haydns Musik sprüht vor Esprit und Origi­na­lität. Ein durchaus geeig­neter Nährstoff für Nachwuchs­sänger, die sich mit jugend­licher Frische freispielen wollen und dankbare, aber machbare vokale Aufgaben bewäl­tigen wollen.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Die Handlung ist so verwi­ckelt, dass man auf dem Programm­blatt gleich auf eine Inhalts­angabe verzichtet hat. Der Kern liegt in der gemeinen Forderung der Göttin Diana, einem Ungeheuer jährlich das treueste Paar des Landes opfern zu müssen. Ein pfiffiger Einfall in einer liebes­tollen Gesell­schaft, in der es zu verqueren Bezie­hungen kommt, belastet von dem Damokles­schwert optimaler Treue. Es geht lange Zeit alles kreuz und quer durch­ein­ander und am Ende natürlich doch gut aus.

Die Regis­seurin Tamara Heimbrock tut gut dran, diesem Vexier­spiel erst gar keine innere oder äußer­liche Logik aufpfropfen zu wollen. Sondern sie arran­giert die Ränke­spiele wie eine Lotterie, indem die Darsteller jeder Szene und damit auch die poten­ti­ellen Liebes­pärchen scheinbar ausgelost werden, die ihre Rollen mit anste­ckender Spiel­laune und viel Theater­komik ausspielen. Kompliment für die Regis­seurin, dass sie dabei ein feines ironi­sches Händchen erkennen lässt und auf klamot­ten­haften Firlefanz verzichtet.

Foto © Carl Brunn

Dadurch erhält die Geschichte eine distan­zierte Folie, die durch die auf offener Bühne vollzo­genen Kostüm­wechsel mit den Kostümen von Lea Reusse und die raffi­nierten Licht­spiele von Manuel Michels verstärkt wird. Das alles ist angesiedelt in eine von Detlev Beaujean mit Baum-Silhou­etten versehene Arkaden-Landschaft, die ein geschmackvoll-abstraktes Ambiente für das wirre Schäfer­spiel liefert.

Haydns Musik glänzt mit Energie und Witz, durch­setzt mit origi­nellen Einfällen, bei denen auch schon mal ein Kontrabass mit dem Sänger in Konkurrenz tritt. Herbert Görtz, Dekan der Musik­hoch­schule Aachen, animiert das Orchester der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Aachen zu einem erfreulich agilen und sauberen Spiel. Und das betrifft auch die blutjunge Sängercrew, die bis in die kleinste Chorrolle zeigt, dass die Gesangs­aus­bildung in Aachen und Köln auf stabilen Füßen ruht. Detail­lierte Leistungs­be­schrei­bungen wären an diesem Ort deplat­ziert und bleiben den Gesangs­lehrern vorbe­halten. Auffallend ist freilich die immer stärker wachsende Phalanx ostasia­ti­scher, sehr begabter Sänger, die Hälfte des zwölf­köp­figen Ensembles ausmachen.

Wenn hier doch einzelne Sänger hervor­ge­hoben werden, dann soll das nicht die Leistungen der anderen abwerten, sondern bezieht sich auf einige von Haydn besonders dankbar angelegte Partien, die der Nachwuchs vorzüglich bedient. Genannt seien Anna Christin Sayn, mit einem glocken­hellen Soubretten-Sopran ausge­stattete Nymphe Nerina, die Mezzo­so­pra­nistin Sissi Qi Wang als elegisch angehauchte Schäferin Celia und Woongyi Lee als liebes­schmach­tender Schäfer Fileno. Die meisten Rollen werden doppelt besetzt, wobei auch die Chorpartien getauscht werden.

Das Premie­ren­pu­blikum genießt die Aufführung mit sicht­lichem Vergnügen und reagiert entspre­chend lautstark, nicht nur beim verdienten Schlussbeifall.

Pedro Obiera

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