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KLÄNGE DER HEIMAT
(Antonin Dvořák, Robert Schumann)
Besuch am
15. Februar 2017
(Premiere)
Cello-Konzerte sind nicht jedermanns Sache, ihnen haftet schon mal eine gewisse Schwere und Dunkelheit an. Auch Dvořák hatte nicht sofort Zugang zu diesem Instrument, stellte dann aber doch 1896 selbst in London seine Komposition mit der Royal Philharmonic Society vor. Inzwischen, das zeigt die Vita des zurzeit als artist in residence in Duisburg weilenden Solo-Cellisten Nicolas Altstaedt, ist aus den Cello-Konzerten fast ein eigenes Fach geworden, mit einem ständig wachsenden Publikum. Und Altstaedt dürfte an diesem Abend weitere Liebhaber dazu gewinnen. Von den zahlreichen Auszeichnungen, Einladungen und Kooperationen sei nur als eine der letzten seine Zusammenarbeit mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester bei der Eröffnung der Elbphilharmonie erwähnt.
Die junge Dirigentin Giedrė Šlekytė nimmt für die klassischen drei Sätze in Dvoraks Cello-Konzert ein zügiges Tempo auf. Mit zunächst starken Akzenten stehen die Streicher- und Bläsergruppen mit kräftigem Schlagwerk im Vordergrund, ehe das Cello in wilden Tonkaskaden hinzutritt. Im Wechsel mit den übrigen Streichern folgen fast spielerische Cello-Elemente, die Flöten tanzen in fröhlicher Stimmung, die das gesamte Orchester übernimmt und mit einem Cello-Solo virtuos abschließt. Im zweiten Satz bilden die Holzbläser einen warmen Hintergrund für ein ausführliches Cello-Solo, das Altstaedt als Solo-Virtuosen ausweist. Mit marschähnlich majestätischem Klang beginnt der dritte Satz, geht dann in verspielt-harmonische Partien über, in denen fröhliche Flötenrufe in Kontrast stehen zu Bläsern und Pauke. Ein zunächst furios beginnendes, breit ausgespieltes Cello-Solo verebbt langsam in den Schlussakkorden. Der lang anhaltende Pausenapplaus des begeisterten Publikums motiviert Altstaedt zu einer Extra-Zugabe aus Henri Dutilleux‘ Trois strophes sur le nom de Sacher, in der der Cellist ein wahres solistisches Feuerwerk zündet.
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In seiner Dritten Sinfonie nach der Pause bemüht sich Robert Schumann darum, bei seinen Kompositionsarbeiten „eine leichtere Verständlichkeit“ zu erreichen. Das gelingt ihm so gut, dass diese Sinfonie bald als Rheinische bekannt wird und dem WDR über lange Jahre als Titelmelodie der Sendung „Hier und heute“ dient. Dabei geht es Schumann nicht um besondere Popularität, er will „gute Musik“ komponieren, „die immer auch rein als Musik befriedigt“.
Schon die Premiere 1851 in Düsseldorf bringt Schumann, der selbst am Pult steht, einen überwältigenden Erfolg, die Beliebtheit der Rheinischen ist bis heute erhalten. Der jungen Dirigentin Giedrė Šlekytė macht es sichtlich Freude, das groß besetzte Orchester in gehörigem Tempo zu einem lebhaften, freudvollen Grundton zu animieren.

In einem kräftigen Hörnermotiv stellt Schumann das Hauptthema vor, das sich in vielen Variationen durch die fünf Sätze der Sinfonie zieht. In weit ausholendem Dirigat übersieht Šlekytė keine Flötenfigur, keinen Hörnereinwurf, keinen Trommelschlag, sie lässt die vielen spielerisch-leichtfüßigen Passagen der Streicher perlen.
Etwas verhalten, fast in einem schreitenden Tanztempo erklingt das Scherzo, mit gravitätischer Würde folgt der nächste Satz. Schließlich führt die Dirigentin das Orchester im schnellen, synkopisch-spielerischen Tempo energisch und doch leichtfüßig einem furiosen Finale zu. Auch für die Zuhörer ist nicht zu überhören, wie sehr die Kommunikation zwischen dem Orchester und seiner Dirigentin stimmt und die Aufführung beflügelt.
Das Publikum in der ausverkauften Mercator-Halle in Duisburg ist von diesem melodisch-leichtfüßigen Abend begeistert und bedankt sich bei dem Cello-Virtuosen Nicolas Altstaedt für ein sehr lebhaftes Cello-Konzert ebenso enthusiastisch wie bei Dirigentin Giedrė Šlekytė für eine stimmungsvolle Interpretation der Schumann-Sinfonie. Viele Zuhörer sind sich sicher, diesen beiden Künstlern demnächst wieder zu begegnen, denen sie gern Originalität, Präzision und Eleganz bestätigen.
Horst Dichanz