O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.
Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.
Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.
O-Ton
3-Monats-Abo
für jeweils 3 Monate
O-Ton
Jahres-Abo
pro Jahr
O-Ton
6-Wochen-Abo
für jeweils 6 Wochen
O-Ton
Jahres-Mitgliedschaft
für ein Jahr
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Kulturmagazin mit Charakter
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN
(Oliver Knussen)
Besuch am
3. März 2017
(Premiere)
Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf
Duisburg,
Theater Duisburg
Die Kinder- und Jugendopern der Deutschen Oper am Rhein gehören zu den Höhepunkten im bisweilen braven Angebot des Hauses. Zum dauerhaften Erfolg der Reihe trägt die Einsicht bei, dass in dieser Sparte am wenigstens gespart werden darf. Und so bietet die Rheinoper unter Einsatz von drei Theaterpädagoginnen mittlerweile zum achten Mal mit prominenter Besetzung und großem Orchester alles auf, was die Bühnentechnik an Magie aufzubieten hat. Hier darf geklotzt werden.
| Musik | ![]() |
| Gesang | ![]() |
| Regie | ![]() |
| Bühne | ![]() |
| Publikum | ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() |
So auch in der Neuproduktion von Oliver Knussens 1962 uraufgeführter Oper Wo die wilden Kerle wohnen, die jetzt im Duisburger Theater gezeigt wird. Zeitgleich bereitet die Rheinoper in Zusammenarbeit mit der Oper Dortmund Gerald Reschs Familienoper Gullivers Reise vor, die im Mai in Dortmund und in der nächsten Spielzeit in Düsseldorf und Duisburg gezeigt werden wird.
Wie engagiert man sich am Rhein für die jungen Besucher einsetzt, ist auch in Knussens Erfolgsstück am Einsatz der Bühnen- und Kostümbildnerin Tatjana Ivschina zu sehen, die sich mit ihrer unerschöpflichen Fantasie von Produktion zu Produktion steigert und die Bühnenbauer, Lichttechniker, Kostüm- und Maskenbildner zu Höchstleistungen motiviert. Allen acht bisherigen Inszenierungen, ob Das Mädchen, das nicht schlafen wollte oder Strawinskys Nachtigall, verlieh sie ihr besonderes optisches Profil. Und das schätzen nicht nur junge Leute.

Der Untertitel des Stücks, „Fantastische Oper“, wird so in packender Form lebendig. Und das schlägt sich in der Aufmerksamkeit des zum Teil sehr jungen Publikums nieder. Denn Knussen schuf eine anspruchsvolle Partitur, die in keinem Takt „kindlich“ wirkt. Es ist dramatisch pulsierende Musik unserer Zeit, die mit ihrer Energie und Farbigkeit unter die Haut geht. Zumindest, wenn sie auf der Bühne eine adäquate Darstellung findet.
Die Geschichte ist einfach: Max ist ein aufsässiges Kind, wie es sich niemand wünscht. Und so muss er bei einer Abendsoiree der Eltern ohne Abendessen ins Bett, was ihm gar nicht gefällt. In seiner Vorstellung verwandeln sich die Gäste in skurrile Fantasiegestalten, die ihn zum König wählen. Als sie freilich zu aufdringlich werden, wünscht er sich seine heile Kinderwelt zurück. Am Ende steht ein Teller seiner Lieblingssuppe auf dem Tisch.
Regisseur Philipp Westerbarkei lässt die Handlung mit Volldampf ausspielen. Grandios die Kostüme von Tatjana Ivschina, die die vornehmen Damen und Herren in Drachen‑, Vampyr- und Teufelsgestalten verwandeln. Und das in einem edlen, horizontal in einen Wohnsalon und einem Kinderzimmer geteilten Bühnenbild.
Auch gesanglich schenkt Knussen den Darstellern nichts. Vorzüglich Lavinia Dames in der übermächtigen Partie des Max, der ein makelloses Ensembles und eine agile Statistentruppe zur Seite steht. Felicitas Brunke als Mama sowie Peter Aisher, Sebastià Peris, Daniel Djambazian und Lukasz Konieczny in den weiteren Rollen: Sie alle erfüllen ihre anspruchsvollen Aufgaben mit Hingabe. Allzu viel Text müssen die Besucher auf der Übertitelungsanlage übrigens nicht verfolgen. Lange Orchesterzwischenspiele, in denen die „wilden Kerle“ pantomimisch ihr Unwesen treiben, sorgen für eine gehörige Portion an kindgerechtem Grusel.
Rundum überzeugend agieren wiederum die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung des jungen Dirigenten Jesse Wong.
Auch wenn das Stück keine leichte Kost ist: Die Kinder im nahezu voll besetzten Duisburger Theater bedanken sich mit lang anhaltendem und begeistertem Beifall.
Pedro Obiera