O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Bühnenzauber in Hülle und Fülle

WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN
(Oliver Knussen)

Besuch am
3. März 2017
(Premiere)

 

Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf
Duisburg,
Theater Duisburg

Die Kinder- und Jugend­opern der Deutschen Oper am Rhein gehören zu den Höhepunkten im bisweilen braven Angebot des Hauses. Zum dauer­haften Erfolg der Reihe trägt die Einsicht bei, dass in dieser Sparte am wenigstens gespart werden darf. Und so bietet die Rheinoper unter Einsatz von drei Theater­päd­ago­ginnen mittler­weile zum achten Mal mit promi­nenter Besetzung und großem Orchester alles auf, was die Bühnen­technik an Magie aufzu­bieten hat. Hier darf geklotzt werden.

POINTS OF HONOR

Musik  
Gesang  
Regie  
Bühne  
Publikum  
Chat-Faktor  

So auch in der Neupro­duktion von Oliver Knussens 1962 urauf­ge­führter Oper Wo die wilden Kerle wohnen, die jetzt im Duisburger Theater gezeigt wird. Zeitgleich bereitet die Rheinoper in Zusam­men­arbeit mit der Oper Dortmund Gerald Reschs Famili­enoper Gullivers Reise vor, die im Mai in Dortmund und in der nächsten Spielzeit in Düsseldorf und Duisburg gezeigt werden wird.

Wie engagiert man sich am Rhein für die jungen Besucher einsetzt, ist auch in Knussens Erfolgs­stück am Einsatz der Bühnen- und Kostüm­bild­nerin Tatjana Ivschina zu sehen, die sich mit ihrer unerschöpf­lichen Fantasie von Produktion zu Produktion steigert und die Bühnen­bauer, Licht­tech­niker, Kostüm- und Masken­bildner zu Höchst­leis­tungen motiviert. Allen acht bishe­rigen Insze­nie­rungen, ob Das Mädchen, das nicht schlafen wollte oder Strawinskys Nachtigall, verlieh sie ihr beson­deres optisches Profil. Und das schätzen nicht nur junge Leute.

Foto © Hans Jörg Michel

Der Unter­titel des Stücks, „Fantas­tische Oper“, wird so in packender Form lebendig. Und das schlägt sich in der Aufmerk­samkeit des zum Teil sehr jungen Publikums nieder. Denn Knussen schuf eine anspruchs­volle Partitur, die in keinem Takt „kindlich“ wirkt. Es ist drama­tisch pulsie­rende Musik unserer Zeit, die mit ihrer Energie und Farbigkeit unter die Haut geht. Zumindest, wenn sie auf der Bühne eine adäquate Darstellung findet.

Die Geschichte ist einfach: Max ist ein aufsäs­siges Kind, wie es sich niemand wünscht. Und so muss er bei einer Abend­soiree der Eltern ohne Abend­essen ins Bett, was ihm gar nicht gefällt. In seiner Vorstellung verwandeln sich die Gäste in skurrile Fanta­sie­ge­stalten, die ihn zum König wählen. Als sie freilich zu aufdringlich werden, wünscht er sich seine heile Kinderwelt zurück. Am Ende steht ein Teller seiner Lieblings­suppe auf dem Tisch.

Regisseur Philipp Wester­barkei lässt die Handlung mit Volldampf ausspielen. Grandios die Kostüme von Tatjana Ivschina, die die vornehmen Damen und Herren in Drachen‑, Vampyr- und Teufels­ge­stalten verwandeln. Und das in einem edlen, horizontal in einen Wohnsalon und einem Kinder­zimmer geteilten Bühnenbild.

Auch gesanglich schenkt Knussen den Darstellern nichts. Vorzüglich Lavinia Dames in der übermäch­tigen Partie des Max, der ein makel­loses Ensembles und eine agile Statis­ten­truppe zur Seite steht. Felicitas Brunke als Mama sowie Peter Aisher, Sebastià Peris, Daniel Djambazian und Lukasz Konieczny in den weiteren Rollen: Sie alle erfüllen ihre anspruchs­vollen Aufgaben mit Hingabe. Allzu viel Text müssen die Besucher auf der Überti­telungs­anlage übrigens nicht verfolgen. Lange Orches­ter­zwi­schen­spiele, in denen die „wilden Kerle“ panto­mi­misch ihr Unwesen treiben, sorgen für eine gehörige Portion an kindge­rechtem Grusel.

Rundum überzeugend agieren wiederum die Duisburger Philhar­mo­niker unter der Leitung des jungen Dirigenten Jesse Wong.

Auch wenn das Stück keine leichte Kost ist: Die Kinder im nahezu voll besetzten Duisburger Theater bedanken sich mit lang anhal­tendem und begeis­tertem Beifall.

Pedro Obiera

Teilen Sie O-Ton mit anderen: