O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Foto © Peter Wieler

Viel Liebe zum Lied

ANJA HARTEROS
(Lieder­abend)

Besuch am
24. September 2017
(Einmalige Aufführung)

 

Philhar­monie Essen

Anja Harteros, die Elsa im künftigen Bayreuther Lohengrin, gefeierte Sängerin mit dem weit gespannten Reper­toire von der Figaro-Gräfin bis zur Aida, teilt mit vielen ihrer Kollegen die Liebe zum intimen Liedgesang. Nun wachsen zwar Opern- und Liedgesang an einem Baum, sind jedoch nicht unbedingt aus dem gleichen Holz geschnitzt. Gerade große Opern-Karrieren erleichtern nicht unbedingt den Zugang zur kleinen Schwester der Oper, dem Lied. Ungefährdet von diesem Problem sind auch die Lied-Ambitionen von Anja Harteros nicht, die auch dem Essener Publikum spätestens seit ihren fulmi­nanten Auftritten als „Artist in Residence“ vor vier Jahren ans Herz gewachsen ist und die die Vorzüge ihres persön­lichen Charismas und ihrer wandlungs­fä­higen und raumgrei­fenden Stimme in ihrem jüngsten Lieder­abend nachhaltig einbringen kann.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Publikum
Chat-Faktor

Man hört der Sopra­nistin in jedem Ton die Liebe zum Genre an, und so präsen­tiert sie ein anspruchs­volles Programm mit ausge­feilten Inter­pre­ta­tionen zum Teil weniger bekannter Gesänge von Franz Schubert, Robert Schumann, Alban Berg und Richard Strauss in der halb gefüllten Philhar­monie, die den unter­schied­lichen Stimmungs­gehalt der Lieder pointiert zum Ausdruck bringen. Minutiös feilt sie das Eigen­profil der vielfältig gefärbten Lieder aus. Besonders überzeugend gelingen ihr von erlesener Legato-Kultur getragene Gesangs­linien wie in Schumanns Was will die einsame Träne, Schuberts Schwa­nen­gesang oder Richard Strauss‘ Waldse­ligkeit. Und mit der dezent lasziven Gestaltung von Schumanns Hidalgo kann und muss sie auch ihre Opern­erfahrung nicht verbergen. Solange sie sich dynamisch zurückhält, kommt ihre gute Diktion und kontrol­lierte Stimm­führung perfekt zur Geltung. Aller­dings dreht sie dynamische Höhepunkte, wie etwa in Schumanns Stille Tränen, so weit auf, dass Schärfen und tremo­lie­rende Uneben­heiten hörbar werden, die die Gesangs­linien gefährden und besonders den frühro­man­ti­schen Gesängen von Schubert und Schumann nicht immer gut bekommen.

Wolfram Rieger – Foto © Wilfried Hösl

Die sieben frühen Lieder von Alban Berg mit ihrer expres­sio­nis­ti­schen Textur reagieren darauf wesentlich unemp­find­licher, zumal Harteros hier sehr klug ihre Stimm­färbung diffe­ren­ziert. Und rundum zur Höchstform läuft die Sängerin dann im Richard-Strauss-Block auf. Der balsa­mische Grundton eines Liedes wie Aller­seelen oder die agile Lebens­freude von Cäcilie kommen ihrer Persön­lichkeit glücklich entgegen.

Wolfram Rieger, der erfahrene Mann am Klavier, passt sich dem Duktus der Sängerin wie ein Handschuh an und gefällt durch noble, aber keineswegs blasse Zurück­haltung, so dass von nahezu idealer harmo­ni­scher Überein­stimmung gesprochen werden kann.

Das Publikum reagiert entspre­chend begeistert, nervt freilich durch voreilige Klatscher an den falschen Stellen.

Pedro Obiera

Teilen Sie O-Ton mit anderen: