O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.
Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.
Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.
O-Ton
3-Monats-Abo
für jeweils 3 Monate
O-Ton
Jahres-Abo
pro Jahr
O-Ton
6-Wochen-Abo
für jeweils 6 Wochen
O-Ton
Jahres-Mitgliedschaft
für ein Jahr
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Kulturmagazin mit Charakter
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Morta al mondo, e morta al trono …“ – Gestorben für Welt und Thron, lieg ich zu deinen Füßen: Zuerst sehr demütig kniend, bittet Maria Stuart ihre Schwester, Königin Elisabeth I, um Gnade. Um dann, nach deren ständigen, schweren Beleidigungen, selbst immer zorniger zu werden und diese letztlich zu wüst zu beleidigen und zu beschimpfen, was ihr Schicksal besiegelt: Es geht um Leben und Tod, wenn sich die beiden rivalisierenden Königinnen in ihrer einzigen direkten Konfrontation, die es in der historischen Wirklichkeit allerdings nie gab, gegenüberstehen. Deshalb gilt diese Szene im zweiten Akt auch als der dramatischste Moment in Maria Stuarda von Gaetano Donizetti. Er konzentrierte sich bei seiner eher selten aufgeführten Oper beinahe ausschließlich auf die politische und private Auseinandersetzung zwischen den beiden Frauen, gestaltet sie ungemein dramatisch und erreicht so eine grandiose Charakterschilderung.
| Musik | ![]() |
| Gesang | ![]() |
| Publikum | ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() |
Um das 1835 an der Mailänder Scala uraufgeführte Musikdrama, das weitgehend Schillers Drama folgt und mit der Hinrichtung der Titelheldin endet und vor der Aufführung intensiv mit der strengen Zensur zu kämpfen hatte, wirkungsvoll auf die Bühne stellen zu können, bedarf es für die beiden Rollen zweier außergewöhnlicher Sängerpersönlichkeiten. In der konzertanten Aufführung am Stadttheater Klagenfurt – nach Friedrich Schillers Schauspiel Maria Stuart im Spätherbst 2016 hier am Haus die zweite Auseinandersetzung mit diesem Stoff und ein interessanter Vergleich – werden beide Sängerinnen den enormen stimmlichen Anforderungen voll gerecht. Ja, man kann sogar insgesamt beim Sängerensemble von einem Fest der Stimmen sprechen.

Denn Anush Hovhannisyan, die schon im Royal Opera House Covent Garden in London engagiert war, singt die Titelpartie mit wunderbar rundem Sopran, vielen Fassetten wie feinsten Piani, großer Innigkeit, dramatischen Ausbrüchen und perfekten Koloraturen. Angela Brower als ihre Gegenspielerin Elisabetta, die man hier am Haus schon 2013 als Octavian im Rosenkavalier von Richard Strauss erleben konnte und die schon bei den Salzburger Festspielen, an der Wiener und Bayrischen Staatsoper sowie am Royal Opera House Covent Garden in London gesungen hat, verfügt über einen farben- und gestaltungsreichen Sopran, der auch zu vielen berührenden Tönen fähig ist. Carlos Cardoso singt mit seinem schön geführten, höhensicheren, etwas scharfen Tenor den von beiden Damen umgarnten Leicester. Jisang Ryu ist ein kerniger, sehr nobler Talbot. Erstaunlich ist auch, welch gute Sänger sich im hauseigenen Chor finden. Denn zwei Chormitglieder wirken in kleineren Rollen mit: So singt Jihoon Kwon einen warmstimmigen Cecil und Júlia Bányai eine subtile und schönstimmige Anna Kennedy, Marias Amme. Der Chor des Hauses, dessen Einstudierung Günter Wallner besorgte, singt sehr ausgewogen und klangschön.
Giedre Slekyté, die neue Erste Kapellmeisterin am Pult des Kärntner Sinfonieorchesters, weiß die Schönheiten und den Reichtum der Melodien – mit einigen Striche bei den Wiederholungen der Arien – wunderbar luzide, differenziert, packend und frisch auszuloten.
Das Publikum ist restlos begeistert. Es spendet immer schon heftigen Zwischenapplaus und zum Schluss stehende Ovationen und großen, kaum enden wollenden Jubel.
Helmut Christian Mayer