O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.
Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.
Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.
O-Ton
3-Monats-Abo
für jeweils 3 Monate
O-Ton
Jahres-Abo
pro Jahr
O-Ton
6-Wochen-Abo
für jeweils 6 Wochen
O-Ton
Jahres-Mitgliedschaft
für ein Jahr
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Kulturmagazin mit Charakter
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Die Kölner Oper harrt unverändert in Ausweichquartieren der holprigen Fertigstellung ihrer angestammten Heimat. Die skandalträchtige Renovierung wurde überraschend gerade wieder terminlich verschoben und wird weitere Millionen verschlingen. „Ach, hätte ich meiner Tochter nur geglaubt“, wird da manchem auch in den Sinn gekommen sein angesichts der immer wiederkehrenden Kosten und Terminproblemen bei öffentlichen Bauten. Mit diesem leidvollen Ausruf beginnt die Oper Die Kluge, die Carl Orff 1943 nach einer Vorlage der Gebrüder Grimm in der für ihn typischen Rhythmik und Harmonie, ausschließlich für Klavier und Schlagzeug komponierte.
| Musik | ![]() |
| Gesang | ![]() |
| Regie | ![]() |
| Bühne | ![]() |
| Publikum | ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() |
Ein Bauer findet einen goldenen Mörser, aber ohne Stößel, den er in Erwartung einer Belohnung dem König bringt. Seine Tochter warnt ihn, dass der König vermuten wird, dass der Bauer den Stößel für sich behalten hat. So geschehen findet sich der Bauer im Kerker wieder. Mit dem leidigen Ausruf zieht er aber die Neugierde des Königs auf sich, der befiehlt, die Bauerntochter kennenzulernen. Mit der Lösung verschiedener Rätsel zieht die den König in ihren Bann und wird von ihm geheiratet. Der Bauer kommt frei. Als die Bauerntochter einem Eselsbesitzer zu helfen versucht, wird sie vom König verstoßen mit dem verhängnisvollen Angebot, in einer Truhe das mitzunehmen, an dem ihr Herz am meisten hängt. Mit Witz und Klugheit packt die Tochter den König in die Truhe und gewinnt dessen Herz zurück.

Die märchenhafte, kurzweilige Geschichte, gepaart mit der Spieldauer von 80 Minuten, eignet sich natürlich auch für Kinder und wurde so auch für das junge Publikum in Köln von Brigitta Gillessen, der Leiterin der Sparte Kinderoper, schwungvoll und fantasiereich inszeniert. Eingebettet in einem großen, nüchternen Saal des Ausweichquartiers im Staatenhaus, gelingt es mit bunten und prächtigen Kostümen von Christof Kremer und einer von Nicol Hengstberg geschickt ausgeleuchteten Bühne, die Konzentration auf die Handlung zu sichern. Gestenreich und voller Aktion ist das Geschehen auf der Bühne, ohne zu kindisch oder aufgesetzt zu wirken.
Rainer Mühlbach leitet die Musiker in einer Fassung für zwei Klaviere und Schlagwerk akzentreich und mit Schwung. Aus dem hausinternen Opernstudio kommen die jungen Sänger, die hier wichtige Erfahrung auf der Bühne gewinnen und ihr schauspielerisches und gesangliches Können unter Beweis stellen können. Maria Isabel Segarra mimt die kluge Bauerntochter mit viel Charme, nüchterner Eleganz und feiner Stimme, die silbrige Höhen und geheimnisvolle Tiefen sicher und transparent erreicht. Insik Choi ist ein behäbiger König, der in der deutschen Artikulation und Überzeugungskraft seine Schwierigkeiten hat. Lucas Singer gestaltet seinen Bauer überzeugend. Viel Aufmerksamkeit und Unterhaltungswert erreichen die drei Strolche, die den Verlauf der Handlung kommentieren und ihre diebischen Streiche vollführen. Dino Lüthy, Michael Mrosek und Julian Schulzki finden hier stimmlich gut und lebendig zusammen.
Das junge Publikum sitzt aufmerksam gebannt und mucksmäuschenstill in den ersten Reihen. Die Faszination Theater greift an diesem Nachmittag. Die Mienen spiegeln die Spannung und den Verlauf der Geschichte wider. Kaum setzt der kräftige Applaus ein, wird es laut und das Mitteilungsbedürfnis der kleinen Opernfans ist ungebrochen. Ein wohltuendes frisches Erlebnis und kräftiges Signal für die Anziehungskraft Oper.
Helmut Pitsch