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SPETTACOLI BRESCIA TEATRO GRANDE STAGIONE LIRICA 2016/17 TURANDOT NELLA FOTO 2 ATTO SCENA TURANDOT 28/09/2016 REPORTER FAVRETTO

Kühle Liebe ohne Erfüllung

Die Farben Schwarz und Weiß dominieren das Bild, gleich einem Schat­ten­spiel erfährt Turandot die Irrungen der Liebe, musika­lisch kraftvoll untermalt.

Die Neuin­sze­nierung von Giacomo Puccini’s unvoll­endeter Oper Turandot am präch­tigen Teatro Grande in Brescia durch Giuseppe Frigeni wirkt ebenso unvoll­endet wie die Kompo­sition. Nahezu leer bleibt die Bühne an diesem Abend, die auf vier Stufen aufgebaut ist. Das Volk Pekings bleibt an den Rand gedrängt. Lieblos kühl und steril geht es auf diesen Stufen zu, die zum kaiser­lichen Hof führen. Selbst auf den mächtigen Gong wird verzichtet, der als Licht­in­stal­lation herunterhängt.

POINTS OF HONOR
Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Wenig spielt sich in der zwischen­mensch­lichen Perso­nen­regie ab. Statisch bleibt es bis auf die Szene der drei Beamten Ping, Pong und Pang. Hier kommt Bewegung auf, besonders durch die maskierten Diener. Soll die Maske an Hunde erinnern oder spezi­eller Kriegerhelm sein? Das bleibt der Fantasie überlassen, wie die gesamte Gestaltung der Szene. Unschlüssig spielen die drei mit runden, großen, schwarzen oder weißen Scheiben. Nochmal rätselhaft gestaltet ist das Finale mit dem Sieg der Liebe. Turandot, endlich überzeugt, wird von Calaf brüsk abgewiesen, worauf sich die in Schmach zu Boden wirft. Ging es Calaf doch nur um den Sieg und nicht um Gefühle?

Alessandro Spina – Foto © Teatro Grande Brescia

Kunst-und fanta­sievoll hat Amelie Haas die Kostüme entworfen, klar in der Linie mit asiatisch anmutenden Details besonders in den Frisuren und Kopfbe­de­ckungen. Auch hier dominieren schwarz und weiß.

Mehr Wärme und Emotionen versprühen die Sänger. Allen voran gelingt der jungen Lilla Lee eine überzeu­gende Prinzessin Turandot. Ihr Sopran wirkt zu Beginn noch trocken und gedrängt, doch öffnet sich dessen Kraft und weiche Dramatik immer mehr. Darüber hinaus besitzt sie Bühnen­präsenz und ein gesundes Gespür für Bewegung. Streng und machohaft wirkt Rubens Pelizzari als Calaf in seinem schwarzen Leder­mantel und statisch in seinen Posen verharrend. Sehr konzen­triert gestaltet er sänge­risch seine Rolle. Mühevoll erreicht er die Höhe und intoniert sehr bewusst die Töne. So fehlt ihm der Schmelz in der Parade-Arie Nessun Dorma. Maria Teresa Leva sticht in ihrem hell grünen schlei­er­haften Kostüm farblich hervor und beschreibt mit ihrer hellen, leicht gleitenden Stimme die Liebe. Kunstvoll kostet sie ihre leisen Spitzentöne mit langem Atem aus. Viel Aufmerk­samkeit erreicht Alessandro Spina, der frisch und warm den gebrech­lichen Timur gestaltet. Leo An als Ping, Saverio Pugliese als Pang und Edoardo Miletti als Pong passen stimmlich gut zusammen und harmo­nieren in ihrem Terzett Ola Ping, ola Pang.

Am Pult begleitet Carlo Goldstein die Sänger als auch den Chor sehr bewusst und lebhaft. Jede Note und jedes Wort der Partitur hat er im Kopf, artiku­liert alle Einsätze lautlos mit. Den Orches­ter­mu­sikern gewährt er viel Freiheit, die sich kraftvoll zu Wort melden. Schwung und italie­nische Akkla­mation ist spürbar. Freundlich, roman­tisch und gefühlvoll ist dieses musika­lische Klang­ge­bilde und begeistert das zahlreich erschienene Publikum.

Die wirtschaftlich klammen Opern­häuser der Lombardei produ­zieren erfolg­reich gemeinsam ohne eigenes Ensemble oder Orchester. Das Orchester I Pommerigi Musicali stammt aus Mailand, und der Chor setzt sich aus verschie­denen Verei­ni­gungen der Lombardei zusammen.  Diese Produktion wird in Modena, Bergamo, Como und Pavia aufgeführt.

Helmut Pitsch

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