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TRISTAN UND ISOLDE
(Richard Wagner)
Besuch am
10. Juni 2017
(Premiere am 8. Juni 2017)
Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner und Giuseppe Verdi zieren das Portal des Opernhauses von Longborough. Das wurde vor über 20 Jahren mit viel Begeisterung und Liebe von den Initiatoren Leslie und Martin Graham und deren Sponsoren auf diesem englischen Landsitz in den Cotswolds errichtet, um dem jungen, aber sehr hochwertigen und anspruchsvollen Festival eine gebührende Heimat zu geben. Beim Umbau des Londoner Opernhauses Covent Garden wurde dessen alte Bestuhlung erworben und verleiht dem Ort weiteren ehrwürdigen Glanz. Mittlerweile hat sich das Festival insbesondere mit seinen sehr gelungenen, anspruchsvollen Produktionen der Werke von Richard Wagner eine breite Reputation und Anerkennung erworben. Jährlich werden vier Opernproduktionen über einen Zeitraum von sechs Wochen gegeben.
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Der Dirigent Antony Negus ist seit Beginn eine tragende künstlerische Säule und hat mit seinem breiten und profunden Kenntnissen und Expertise besonders der Werke Richard Wagners die Festspiele mitgeprägt. Auch an diesem Abend stellt er das mit seinem Dirigat unter Beweis. Mit seinem Tristan hat Richard Wagner Musikgeschichte geschrieben und neue Klangwelten erschlossen, denen sich Negus mit viel Sachverstand für die Grenzen des kleinen Orchesters und Raumes in Longborough nähert. Er schafft einen zarten hochromantischen Klangteppich mit frischen Farben und einem homogenen Bogen zum Gesang. Das Tempo ist maßvoll und gut gewählt, so dass die Sänger mit den Tücken der deutschen Sprache und Aussprache gut zurechtkommen, wenn auch nicht immer wortverständlich.

Mit Lee Bisset als Isolde und Peter Wedd als Tristan ist auch eine sehr eindrucksvolle, glückliche Wahl getroffen worden. Beide glänzen in ihren Rollen mit ihren gut ausgebildeten, kräftigen Stimmen und behaupten sich bestens in den anspruchsvollen Partien wie selten zu erleben. Bissets Sopran hat Wagnersche Durchschlagskraft mit ausreichend Lyrik, Wedds Tenor schafft es, in allen Facetten kräftig präsent zu sein und bis in die Höhen voll im Klang zu strahlen. Dabei bleibt beiden auch noch ausreichend Konzentration für ihr anmutiges Spiel, das sich in vielen kleinen Gesten abspielt.
Die Regisseurin Carmen Jakobi hat sich in ihrer Arbeit und der Gestaltung des Abends sehr am Text gehalten und eine subtile Auseinandersetzung mit dieser mittelalterlichen Saga geschaffen. Nur wenig steht auf der Bühne, die meist dämmrig ausgeleuchtet ist. Vieles spielt sich zwischen den Personen ab, ohne zu viel Bewegung zu erzeugen. Diesem Liebespaar wird die Glut der Gefühle bis in den Tod abgenommen. Den kann der sichtlich düpierte König Marke von Geoffrey Moses nicht abwenden. Sein Bass ist majestätisch, aber flach, seine Enttäuschung über den Verrat des Freundes echt. Stets ergeben und kampfbereit ist Stuart Pendred als Kurwenal, der sowohl sprachlich als auch sängerisch überzeugt. Harriet Williams‘ Brangäne ist fürsorglich weiblich angelegt. Sanft und voll klingen ihre wachsamen Rufe über dem nächtlichen Liebesspiel. Auch die kleineren Rollen sind gut besetzt und die intensive Vorbereitung ist spürbar.
Es bleibt wiederum ein unvergessliches Erlebnis, eine wahrhaft meisterliche Leistung, mit den gegebenen Mittel eine solche Qualität zu erreichen. Das sicherlich auch im Sinne des Werkstattgedankens Richard Wagners.