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DAS RHEINGOLD
(Richard Wagner)
Besuch am
2. Februar 2017
(Premiere am 27. Januar 2017)
Trotz der Sektgläser in der Hand will keine Feierstimmung aufkommen. Kraft- und saftlos sitzen die Götter zusammengesunken in ihren Stühlen auf einem Podium vor einem Modell von Wallhall mit leuchtenden Speeren im Hintergrund, während Freia unten neben dem toten Fasolt kniet. Sie scheinen alle völlig resigniert zu haben. Dabei sollten sie sich auf ihre neu erbaute, prächtige Burg Walhall freuen. Erst ganz spät, wenn bereits im Orchester in voller Pracht der Einzug der Götter erklingt, raffen sie sich auf und beginnen, langsam die Treppe hinab zu steigen: Ein ziemlich düsteres Bild zeichnet Igor Pison aber nicht nur im Finale von Richard Wagners Das Rheingold. Der Regisseur scheint mit seinen dunklen Lichtstimmungen bereits die heraufdräuende Götterdämmerung vorwegnehmen zu wollen.
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Es dauert aber auch eine gewisse Zeit, bis der Regiefluss in die Gänge kommt. Denn speziell in der zweiten Szene herrscht bei den Göttern anfänglich zu viel Statik vor. Aber bald lässt Pison in den Schlüsselszenen des Vorabends der Tetralogie, der im Heute in ebensolchen Kostümen, die von Sanja Gricic erdacht wurden, spielt, packende Spannung entstehen: Wenn in Nibelheim, bei dem beeindruckend die Unterbühne mit goldenen Gittern, das Bühnenbild stammt von Petra Veber, hochfährt und statt der Zwerge ein Ballett auftanzt, Alberich gefangen wird. Oder wenn dieser, nachdem ihm der Ring samt Finger heruntergeschnitten wurde, diesen verflucht und ihn blutig ins Wotans Gesicht schleudert. Beim Regisseur scheint auch nicht eine besondere Deutung oder Konzeption der Oper wichtig zu sein, sondern die Interaktion zwischen den Figuren. Und so merkt man ständig, dass er vom Schauspiel kommt und die handelnden Protagonisten präzise führt. Er arbeitet auch mit Projektionen, etwa, wenn sich Alberich in den Riesenwurm verwandelt. Die immer aktuelle Geschichte von Macht, Geld und Liebe wird klar und schlüssig erzählt.

Das größte Problem bei mehreren Sängern ist die überwiegend fehlende Textverständlichkeit. Das trifft jedoch in keiner Weise für Martin Susnik zu. Er ist ein exemplarisch wortdeutlicher und auch stimmlich idealer Loge. Jure zeigt eine intensive Charakterstudie des Alberich. Mit großer Präsenz und Stimme ist die Fricka der Guadalupe Barrientos zu vernehmen, schön phrasiert Sabina Cvilak als Freia. Ernesto Morillo verfügt als unverständlicher Wotan über ein Riesenorgan, das manchmal etwas zu knorrig klingt. Mit reifem Timbre erlebt man Zlatomira Nikolova bei ihrem Kurzauftritt als Erda. Exemplarisch intensiv ist Dusan Topolovec als gequälter Mime. Die Riesen, Tobias Pechanel, sehr verständlich, und Thomas Stimmel, singen voluminös. Etwas überfordert klingt Frederik Baldus als Donner. Bogdan Stopar ist ein solider Froh. Makellos: Andreja Krt und Jadranka Juras als Rheintöchter, die kindlich immer wieder mit Teddybären spielen müssen.
Oft kammermusikalisch und sängerfreundlich, speziell wenn die Sänger auf dem weit hinten angesiedelten Podium agieren, manchmal zuungunsten der Streicher – speziell im Vorspiel – etwas zu blechlastig, bietet das Orchester des Hauses unter Simon Krecic, dem künstlerischen Leiter, viel Klangpracht und packende Momente.
Es ist das überhaupt das erste Mal, dass das Vorspiel zum Ring des Nibelungen szenisch nicht nur im Opernhaus von Maribor erklingt, sondern in ganz Slowenien. Richard Wagner wird hier insgesamt sehr selten aufgeführt. Deswegen hängt es auch von den Reaktionen des Publikums ab, ob und wann es eine Fortsetzung mit der Walküre geben wird. Nach dem großen Jubel wird diese jedoch nicht auf sich warten lassen.
Helmut Christian Mayer