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Musikalische Perle

DIE PERLENFISCHER
(Georges Bizet)

Besuch am
18. Januar 2017
(Premiere)

 

Staats­theater am Gärtnerplatz,
Reithalle

Unver­dient führt die Oper des jungen Georges Bizet ein Schat­ten­dasein neben ihrer Schwester Carmen. Zwei Bühnen­werke schrieb der franzö­sische Komponist, mit keiner Oper hatte er zu Lebzeiten einen Erfolg. Erst posthum wurde Carmen zum Welterfolg und hat sich in den Spiel­plänen der Opern­häuser und besonders der Freilicht­fest­spiele einen festen Platz erkämpft. Den Perlen­fi­schern ist das nicht gelungen, obwohl auch diese roman­tische Oper voll von herrlichen Melodien, Arien und Chorszenen steckt, die auch echte Klassikhits geworden sind wie das berühmte Duett von Nadir und Zurga.

Die Handlung beruht auf bekanntem Muster aus Eifer­sucht, unerfüllter Liebe und Großmut. Nadir und Zurgas Jugend­freund­schaft ist durch die Liebe zum Mädchen, Leila, gefährdet und wird durch einen Treue­schwur und der Entsagung dieser Liebe erhalten. Nach Jahren der Trennung kommt es zu einem Wieder­sehen der beiden und der Erneuerung der Freund­schaft. Auch Leila kehrt zurück, diesmal als verschleierte Tempel­pries­terin, um das Heil der Perlen­fi­scher durch ihre Gesänge zu sichern. Zwischen Nadir und Leila blüht die Liebe wieder auf, sie werden in ihrer Zweisamkeit ertappt und zum Tode verur­teilt. Zurga besteht auf seine Rache, erkennt aber im letzten Moment in Leila auch das Mädchen, das ihm einst das Leben gerettet hat. So legt er im Fischerdorf ein Feuer und rettet das junge Liebespaar. Da die Origi­nal­par­titur der Oper verloren gegangen ist, ranken sich um den Schluss der Oper viele Versionen. An diesem Abend bleibt das Schicksal Zurgas offen.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Die Münchner Reithalle ist eines der Ausweich­quar­tiere für das Gärtner­platz­theater, das im September dieses Jahres wieder in seine gründlich renovierte Heimstätte zurück­kommen soll. Der langge­streckte Bau ist sowohl szenisch als auch akustisch nicht einfach zu bespielen. Man hat sich für eine konzer­tante Aufführung entschieden, die aber mit Spiel und Bewegung der handelnden Sänger einschließlich des Chors sowie mit Licht und Video­in­stal­la­tionen klug angerei­chert wird.  Zum Greifen nah für das Publikum sind die Solisten. Das Orchester schiebt sich zwischen ihnen und dem Chor auf die Tribüne. Dahinter werden auf einer großen Leinwand stimmungsvoll, die Handlung unter­stützend farben­frohe Bilder inein­ander übergehend proji­ziert und begrenzen oder muntern so den nackten Zweckbau auf. Die Licht­ge­staltung stammt von Jakob Bogen­sperger, die Video­regie von Raphael Kurig und Thomas Mahnecke.

Foto © Thomas Dashuber

Franzö­si­schen Flair bringt das schwung­volle Dirigat von Sebastien Rouland. Gesten­reich versucht er den Musikern das letzte gewünschte Detail heraus­zu­locken und nuancen­reich die Stimmungen zu färben. Trocken und hell bleibt der Klang im Zweckbau und so werden Forti zu mächtigen Klang­la­winen, die gelegentlich alles überdecken. Felix Meybier hat den Chor des Gärtner­platz­theaters bestens vorbe­reitet, der auch gestal­te­risch im Spiel mitwirkt.

Die junge Ameri­ka­nerin Jennifer O’Loughlin ist festes Ensem­ble­mit­glied und überzeugt in der Rolle der liebenden, aufop­fernden Leila. Die Sopra­nistin hat keine große, aber eine sehr reine, helle und sichere Stimme und versteht sehr gut mit den räumlichen Gegeben­heiten zurecht­zu­kommen. Sie zeichnet hoheitsvoll die religiösen Gesänge der Pries­terin und philo­so­phiert emotional geladen über ihre mensch­liche Liebe zu Nadir. Ebenso im Ensemble des Theaters wirkt der Tenor Lucian Krasnec. Sein Nadir ist kämpfe­risch, vor Jugend strotzend, der sich kühn gegen die gesell­schaft­lichen Zwänge als auch seinen Eid auflehnt. Die Rolle des Nadir ist mit einigen Spitzen­tönen anspruchsvoll angelegt, die der junge Rumäne vorsichtig angesetzt alle trifft. Frisch und klar ist der Klang seiner Stimme die weit vorne mit geringer Färbung sitzt. Mathias Hausmann ist ein dominanter, drama­ti­scher Zurga, der sehr präsent die Perlen­fi­scher führt und auch das Ränke­spiel von Nadir und Leila verur­teilt. Sein klang- und kraft­voller Bariton unter­stützt seine Inter­pre­tation der Rolle und mit seinem durch­drin­genden Blick und beein­dru­ckenden Gesang zieht er das Publikum in seinen Bann. Levente Pali vervoll­ständigt die ausge­zeichnete sänge­rische Leistung als Nourabad.

Das Publikum freut sich sichtlich, mit diesem Werk des bekannten Kompo­nisten konfron­tiert zu werden und spendet viel Beifall für die gelungene Wieder­be­lebung des Werkes. Der eindring­liche Musik­genuss wird harmo­nisch unauf­fällig durch Bild und Spiel zu einem packenden Opernabend.

 

Helmut Pitsch

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