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DIE WALKÜRE
(Richard Wagner)
Besuch am
31. Juli 2018
(Premiere)
Wenn die Bayreuther Festspiele an drei Abenden Die Walküre isoliert präsentieren und damit eine ihrer „heiligen Kühe“ schlachten, nämlich den Ring des Nibelungen ausnahmslos als geschlossenes Werk zu behandeln, muss etwas Außergewöhnliches anstehen. Davon kann durchaus die Rede sein, wenn ein Gesangs-Star wie Plácido Domingo zum Taktstock greift und den riskanten Gang in den Festspielgraben antritt. Als Siegmund und Parsifal bescherte Domingo den Festspielen vokale Glanzlichter, auch wenn er nicht das Ideal eines Wagner-Tenors realisieren mag. Aber es gab Spielzeiten, in denen er an Gesangskultur nahezu jeden Kollegen ausstechen konnte.
Doch nun tritt er als Dirigent die Nachfolge von Kiril Petrenko und Marek Janowski an. Petrenko, der den Ring mit filigranen Feinheiten verzauberte und Janowski, der ihn im Sturmlauf durchhetzte. Vergessen werden sollte nicht, dass selbst Wagner-Kenner wie Georg Solti im Festspielgraben schmerzlich gescheitert sind und James Levine einige Jahre brauchte, bis er sich auf die geradezu kuriosen akustischen Bedingungen des Festspielhauses einstellen konnte.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Gesang | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Regie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Zuviel darf also von einem Seiteneinsteiger wie Domingo nicht erwartet werden, auch wenn er mittlerweile über 500 Opernabende dirigiert hat. Mancher erwartete offenbar zu viel. Die Buh-Salven, die die obligaten Ovationen trübten, hat er nicht verdient, auch wenn das Ergebnis nicht gerade als Offenbarung zu bezeichnen ist. In der Tat muss man dieses Ereignis vor allem als persönliches Geschenk an Domingo sehen. Positiv hervorzuheben ist die extreme Rücksichtnahme auf die Sänger, die mitunter zu abenteuerlich schleppenden Tempi führt. Richtig leuchten will das Orchester noch nicht. Dafür stimmt die Balance zwischen Haupt- und Nebenstimmen nicht, dafür sind gerade in den ereignisärmeren Szenen zu viele Spannungseinbußen zu verkraften. Immerhin mussten sich die Sänger nicht dem enormen Tempodruck unterwerfen, den ihnen in den letzten Jahren Marek Janowski abverlangte.

Dass sich Stephen Gould und Anja Krampe als Wälsungenpaar im ersten Akt erheblich wohler fühlten und von Domingo besonders behutsam begleitet wurden, verwundert nicht. Den Akt kennt Domingo aus eigener Erfahrung besonders gut. In den Folgeakten wurde jedoch auch ihr Gesang wesentlich rauer und forcierter. Catherine Forster als Brünnhilde und John Lundgren als Wotan ließen sich von Domingos Tempo- und Dynamik-Schwankungen nicht wesentlich beeindrucken. Unverständlich freilich, warum Lundgren nicht endlich die hässlichen Vokalverfärbungen – „Läbe wohl! Läbe wohl!“ – korrigiert.
Musikalisch insgesamt also keine Sternstunde. Und über Frank Castorfs umstrittene Inszenierung ist genug diskutiert worden. Von seiner ohnehin spärlichen Personenführung ist so gut wie nichts mehr übriggeblieben, wobei in den überdimensionalen Bühnenbildern von Aleksandar Denić mit ihrer aserbaidschanischen Raffinerie-Landschaft die Figuren ohnehin kaum mit bloßem Auge auszumachen sind.
Zu vermelden ist also eine Kuriosität von fragwürdigem künstlerischem Gehalt. Nicht mehr und nicht weniger.
Pedro Obiera