O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.
Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.
Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.
O-Ton
3-Monats-Abo
für jeweils 3 Monate
O-Ton
Jahres-Abo
pro Jahr
O-Ton
6-Wochen-Abo
für jeweils 6 Wochen
O-Ton
Jahres-Mitgliedschaft
für ein Jahr
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Kulturmagazin mit Charakter
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Nach den letztminütigen Absagen von Anna Netrebko bei den Salzburger und Bayreuther Festspielen spekulierte die Tagespresse, ob sie wohl auch Berlin absagen würde. Aber dann wurde alles gut – immerhin haben sie und ihre Familie sich in Aserbeidschan bei Familienfesten und ausgiebigen Ausflügen nach Moskau und Sotschi gut erholt.
Jetzt kann sich das Berliner Publikum auch davon überzeugen, dass die Rolle der Adriana Lecouvreur – wie seinerzeit auch Renata Tebaldi, Magda Olivero, Montserrat Caballé oder Renata Scotto – ihr auf den Leib geschrieben ist und zu ihrer jetzigen Ausstrahlung bestens passt. Das 1902 uraufgeführte Werk wird eher selten gespielt – es ist und bleibt eine Diva-Oper, wo die Sopranistin brillieren muss. Immerhin basiert es in groben Zügen auf der wahren Geschichte der französischen Schauspielerin Adriana Lecouvreur die 1730 unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist. In der Oper ist die Mordwaffe ein vergifteter Veilchenstrauß, der ihr von der Rivalin, Prinzessin de Bouillon, um die Liebe von Herzog Maurizio geschickt wird.

Gerade weil es sich um eine konzertante Aufführung handelt, kann man sich voll auf die Musik von Cilea konzentrieren, der für seinen veristischen Stil bekannt geworden ist und in diesem Werk elegante Melodien mit erkennbaren Leitmotiven vermengt. Netrebko kostet die Belcanto-Gesangslinie voll aus und verleiht ihr die eindrucksvollen Stimmfärbungen für die sie weltbekannt ist. Ihr zur Seite als Maurizio, ihr Ehemann im echten Leben, ist Yusif Eyvazov – deutlich schlanker als noch in Verona im Sommer – lässt seinen stählernen Tenor das Orchester überstrahlen. Leider fehlt es oft an emotionalen Nuancierungen, so wirkt seine Stimme etwas eindimensional.
Mezzosopranistin Olesya Petrova rundet das Liebesdreieck ab mit einer stimmgewaltigen Darstellung der Fürstin de Bouillon, passend zum Bass Patrick Guetti, der mit dunklem Timbre den eitlen Gatten gibt. Bariton Alessandro Corbelli ist der menschliche und emotionale Anker in der Rolle des all-disponierenden Theatermanagers und väterlichen Freundes, Michonet. Mit seiner ausgezeichneten Diktion, kleinen Gesten und in zutiefst anrührender Weise überzeugt er als resignierter Vertrauter der Adriana. Burkhard Ulrich ist der weinerliche und intrigante Abbé von Chazeuil. Die Theaterkollegen der Adriana – Vlada Borovko als Mademoisselle Jouvenot, Aigul Akhmetshina als Mademoiselle Dangeville, Padraic Rowan als Quinault und Ya-Chung Huang als Poisson – formen ein homogenes Ensemble, das die Geschehnisse hämisch kommentiert und dann doch kollegialen Halt gibt. Die kurze Choreinlage in der zweiten Hälfte, einstudiert von Jeremy Bines, wird von den solistischen Leistungen der Hauptdarsteller überschattet.
Michelangelo Mazza leitet das gut aufgelegte Orchester der Deutschen Oper in ausufernder Lautstärke. Oder anders ausgedrückt – es ist ein lauter Abend, sowohl vom Orchester auf der Bühne wie auch von den Sängern, die direkt an der Rampe stehen.
Überwältigender Applaus für das gesamte Ensemble.
Zenaida des Aubris