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Stimmfest

L’ARLESIANA
(Francesco Cilea)

Besuch am
21. Februar 2018
(Premiere)

 

Deutsche Oper Berlin

E la solita storia del pastore: Jeder Opern­freund kennt das Lamento des Federico aus dem lyrischen Drama L’Arlesiana von Francesco Cilea. Die komplette Oper aber, deren männliche Haupt­rolle bei der Urauf­führung 1897 von Enrico Caruso gesungen wurde, wird nur sehr selten gegeben. Dabei bietet die Vertonung von Alphonse Daudets gleich­na­migem Schau­spiel, das von einem jungen Dörfler handelt, der an der Liebe zu einer leicht­le­bigen Frau aus der Stadt Arles zerbricht, musika­lisch weit mehr als diese Tenorarie. Cilea hat die schwer­mütige Geschichte, die zuvor Bizet zu einer Bühnen­musik inspi­riert hatte, in eine gefühl­volle, von einer elegi­schen Grund­stimmung durch­zogene Tonsprache übertragen, bei der sich impres­sio­nis­tische Farben, natura­lis­ti­sches, insbe­sondere pasto­rales Kolorit und stürmische Emotionen verbinden.

In großer Besetzung hat die Deutsche Oper Berlin L’Arlesiana nun erstmals, wenn auch nur für zwei konzer­tante Auffüh­rungen, in den Spielplan aufge­nommen. Der Dirigent Paolo Arriv­abeni erweist sich als starker Anwalt für Cileas Stilkon­glo­merat. Souverän gelingt ihm und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin die Gratwan­derung zwischen atmosphä­ri­scher Klang­ma­lerei und zupackender Leidenschaft.

Die Partie des Federico singt Joseph Calleja, auf dessen Wunsch das Werk angesetzt wurde. Zu Recht, denn sie kommt seinem Weg vom lyrischen in drama­ti­schere Tenor­ge­filde besonders entgegen. Er gibt den jungen Liebes­kranken mit weichem Stimm­klang, gepaart mit viel Schmelz in den Höhen und einem melan­cho­li­schen Unterton, ohne in veris­tische Manie­rismen zu verfallen. Betörend gelingt ihm das Lamento durch subtile Phrasierung und feine Pianoschattierungen.

POINTS OF HONOR

Dirigent
Orchester
Solisten
Programm
Publikum
Chat-Faktor

Die Ameri­ka­nerin Dolora Zajick ist als starke Verdi-Sängerin bekannt, und sie überrumpelt stimmlich auch als Mutter Rosa Mamai. Ihr Mezzo­sopran verfügt bis in die kraft­vollen Höhen hinauf über schier unerschöpf­liche Reserven, doch verliert ihr Auftritt an Wirkung, weil sich ihr Blick nur selten, selbst in der berühmten Soloszene Esser madre, vom Noten­blatt löst.

Die Entde­ckung des Abends ist Mariangela Sicilia als Vivetta. Die junge Italie­nerin, die ihr Deutsch­land­debüt gibt, ist eine absolut stimmige Besetzung für die an ihrer hoffnungs­losen Liebe zu Federico leidenden Frau. Sie besitzt einen frischen Sopran mit wunderbar, zart aufblü­henden Spitzen­tönen, die große Leucht­kraft entfalten, und sie singt so beseelt, dass es zu Herzen geht.

In bestechender Form präsen­tiert sich Markus Brück als alter Hirt Baldassare. Mit in allen Lagen präch­tigem Bariton versieht er seine Szenen mit schönen dynami­schen Nuancen und krönt sie mit fabel­haften Topnoten. Seth Carico, Byung Gil Kim und Meechot Marrero in den kleineren Rollen bürgen für die Qualität des Berliner Ensembles, zu dem sich der Chor der Deutschen Oper klang­schön gesellt.

Viel Beifall in der sehr gut besuchten Deutschen Oper.

Karin Coper

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