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Foto © Stefan Röhl

Monteverdis Dolce Vita

LA DOLCE VITA
(Claudio Monteverdi)

Besuch am
10. Dezember 2017

 

Lautten Compagney Berlin, Elisabethkirche

Die Opern­werke von Claudio Monte­verdi sind spätestens seit den Bemühungen von Nikolaus Harnon­court und Jean-Pierre Ponnelle Mitte der 1970-er Jahre, den Kompo­nisten wieder in das gegen­wärtige Bewusstsein zu bringen, bekannt. Aber die vielen anderen Kompo­si­tionen aus seinen insgesamt neun Madri­gal­bü­chern sind eigentlich nur den Liebhabern alter Musik ein Begriff.

Damit auch ein breiteres Publikum Zugang zu dieser Musik erhält, engagiert sich die Lautten Compagney Berlin seit vielen Jahren.  Jetzt hat das Ensemble unter Mitwirkung der Sopra­nistin Dorothee Mields das Album La dolce vita einge­spielt, das zahlreiche Beispiele aus den Madri­gal­bü­chern aufgreift.

Anlässlich der CD-Premiere findet in der Elisa­beth­kirche in Berlin ein Konzert statt. Alleine die Lokalität – der nur minimalst renovierte Schin­kelbau mit seinen unver­putzten Ziegeln und exzel­lenter Akustik – gibt so einem Konzert einen schlichten, aber richtigen Rahmen. Als Zuschauer könnte man sich nur wünschen, dass es ein kleines Podest für die Bühne gäbe und so die Musiker und ihre doch nicht alltäg­lichen Instru­mente besser zu sehen wären.

POINTS OF HONOR

Dirigent
Orchester
Solisten
Programm
Publikum
Chat-Faktor

Das Programm des Abends ist folge­richtig mit La dolce vita übertitelt und in vier Teile gegliedert:  Amor Profanus, Amor Divinus, Liebes­klagen und Liebes­freuden. Wer meint, es ginge im 17. Jahrhundert pietätvoll und prüde zu, irrt gewaltig. Monte­verdi, als absolut anerkannter und gefei­erter Meister­kom­ponist seiner Zeit, vertont vermutlich den Zeitgeist und der ist durchaus korpulent, lustig und geist­reich. Eben, weil in jener Epoche nicht alles direkt ausge­sprochen wurde, sind die Emotionen und Situa­tionen in einer viel reicheren Sprache ausge­drückt.  Da wird die Heißge­liebte mit honig­süßen Worten gepriesen, pastorale Reize ausge­kostet und der Verlassene mit bitteren Tränen beweint.

In Dorothee Mields hat die Lautten Compagney Berlin eine würdige Partnerin gefunden. Ihr klarer und weicher Sopran ist zwar keine große Stimme, aber eben gerade eindringlich genug, um harmo­nisch über den Instru­menten zu schweben und sie zu ergänzen. Ihre wendige und flexible Stimm­führung kostet alle Verzie­rungen aus, unter­streicht die Emotionen, ohne auftrumpfen zu wollen.

Seit nunmehr drei Jahrzehnten existiert die Lautten Compagney Berlin unter der Leitung von Wolgang Katschner, einzig mit dem Ziel, die Musik des Barocks zu neuem Leben zu erwecken. An diesem Abend fügen sich die Musiker und Musike­rinnen mit Viola da Gamba, Bratschen und Geigen zwischen Flöte, Zink und Schlag­zeug­klänge in perlenden Melodeien und schil­lernden Harmonien. Es werden sogar – wie im aus dem Jahr 1610 stammenden Lied Nigra Sum – gewollte Disso­nanzen auf den Streich­in­stru­menten erzeugt, indem Alumi­ni­um­folie unter die Saiten gelegt wird. Kein Wunder, dass es zu einer Liebes­klage kommt!

Das Publikum ist von Sängerin und Ensemble begeistert, und es verab­schiedet die Inter­preten mit wärmstem Applaus.

Zenaida des Aubris

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