O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Foto © O-Ton

Jiddische Operettenlieder

FARGES MIKH NIT
(Diverse Komponisten)

Besuch am
10. Mai 2018
(Premiere am 5. Mai 2018)

 

Komische Oper Berlin

Der konge­niale Intendant der Komischen Oper, Barrie Kosky, kann weit mehr als ein Opernhaus leiten.  An diesem Abend sitzt er am Klavier und moderiert das Programm zugleich. Es sind Lieder, die eine lange Geschichte und Tradition haben, die im Osteuropa des späten 19. Jahrhun­derts ihren Anfang haben. Sie wurden großen­teils in den Verei­nigten Staaten von dorthin emigrierten Kompo­nisten geschrieben, die vor den Pogromen in dieser Zeit geflüchtet waren, auf der Suche nach einem besseren Leben.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Publikum
Chat-Faktor

Die Lieder von Sholom Secunda, Abraham Ellstein, Joseph Rumshinsky, Alexander Olsha­netsky oder dem „jiddi­schen Shake­speare“ Abraham Goldfaden drehen sich alle im Wesent­lichen nur um zwei Themen – die Welt ist gut, oder die Welt ist schlecht.  Darin wird dann das gesamte große Emoti­ons­spektrum von Liebe, Verzweiflung, Heimweh und Hoffnung auf etwas Glück mitein­be­zogen.  Mit melodi­schen Anklängen an Emmerich Kálmán und Strauss waren alle Kompo­si­tionen in den Jahren zwischen 1900 und 1941 sehr populär.  Viele wurden für den damaligen großen Star, Molly Picon, geschrieben und fanden dann ihren Platz im volks­tüm­lichen Reper­toire – und durch Assimi­lierung  prompt vergessen, als die zweite und dritte Generation der Einwan­derer heran­wuchs und das Jiddisch nicht mehr gepflegt wurde.

Alma Sadé – Foto © Jan Windszus

Barrie Kosky erzählt von den vielen, vielen kleinen Bühnen – zeitweise sogar über 40 – die vorwiegend in der Lower East Side von Manhattan ihr Publikum hatten. Kleine Bühnen mit simplen, dreckigen Dekora­tionen, die für einige Stunden den Immigranten ein Stückchen Heimat näher­brachten. Hier wurden die Exil-Lieder oft täglich ab 11 Uhr non-stop bis spät in die Nacht gespielt – man konnte kommen und gehen und für wenig Geld etwas Abwechslung erleben.  Sogar Parsifal und Aida wurden auf Jiddisch gebracht.

Alma Sadé und Helene Schnei­derman sind die Inter­pre­tinnen, die wissen, wie man mensch­liche Emotionen kommu­ni­ziert. Helene Schnei­derman, die etwas erfah­renere Mezzo­so­pra­nistin, singt sehr charmant über das Glück von Alexander Olsha­netsky,  das doch etwas zu spät kommt. Sie singt auch den Titel Farges mikh nit – Vergess mich nicht – von Abraham Ellstein und dem Texter Jacob Jacobs mit anrüh­render Melan­cholie, aber doch mit einem Augen­zwinkern. Sadé ist das junge Mädel, was über A bis’l libe – Ein bisschen Liebe – von Joseph Rumshinsky inbrünstig sinniert oder mit Tif vi di nakht – Tief wie die Nacht – von Abraham Ellstein ihre Liebe beschwört.

Insgesamt sind es 17 Nummern, die von den beiden Sänge­rinnen geboten werden. Und dann eine Überra­schung – Kosky singt Meydele von Ellstein, kompo­niert 1934, das er in Jingele umwandelt, um seiner Person gerechter zu werden.

Wer sich mehr mit der Geschichte der Lieder des jiddi­schen Theaters befassen will, kann den sehr guten, achtsei­tigen Artikel von Jascha Nemtsov im Programmheft des Abends von der Webseite der Komischen Oper kostenlos herunterladen.

Die beiden Sänge­rinnen und ihr Pianist werden nach dem 80-minütigen Programm mit wärmstem Schluss­ap­plaus bedacht. Für die meisten Besucher ist es sicherlich ein sehr berei­chernder Abend gewesen.

Zenaida des Aubris

Teilen Sie O-Ton mit anderen: