O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Jonny, brauchst du Money

MÄRCHEN IM GRAND-HOTEL
(Paul Abraham)

Besuch am
17. Dezember 2017
(Premiere)

 

Komische Oper Berlin

Im Spielplan der Komischen Oper Berlin war die Operette Ball im Savoy von Paul Abraham einer der ersten Höhepunkte in der Ära Barrie Koskys. Mit ihr begann auch die wunderbare Entde­ckungs­reise in die Unter­hal­tungs­kultur der 20-er und frühen 30-er Jahre des vergan­genen Jahrhun­derts, die viel zur Rehabi­li­tation der vielen im Dritten Reich verfolgten jüdischen Kompo­nisten dieses Genres beigetragen hat. Einem von ihnen, Emmerich Kálmán, galt gar ein ganzer Zyklus, der sich über mehrere Spiel­zeiten erstreckte und eine Handvoll seiner seltener gespielten Bühnen­werke in konzer­tanter Form präsen­tierte. Diese Saison startet eine neue Reihe, diesmal mit Operetten von Paul Abraham. Er emigrierte, wie Kálmán, nach Amerika, konnte sich dort aber wie viele seiner Schick­sals­ge­nossen nicht etablieren. Er erkrankte schwer und verbrachte jahrelang in psych­ia­tri­schen Kliniken. Auf Initiative von Freunden kehrte er zwar nach Deutschland zurück, gesundete aber nicht mehr.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Publikum
Chat-Faktor

Abraham, der mit Viktoria und ihr Husar, Blume von Hawaii und Ball im Savoy drei der populärsten Operetten um 1930 kreierte, brachte wie kein zweiter Jazz und Swing in das Genre ein. So auch in der 1934 in Wien urauf­ge­führten Lustspiel­ope­rette Märchen im Grand-Hotel, dem Auftakt der Abraham-Serie, die europäi­schen Operet­ten­schmelz und ameri­ka­nische Broadway-Revue aufs Wirkungs­vollste verbindet. Das Stück spielt zunächst in Hollywood, wo der Filmpro­duzent Sam Makintosh nach einer guten, neuen Story sucht. Deshalb macht sich Tochter Marylou auf den Weg nach Europa, genauer nach Frank­reich in das mondäne Grand-Hotel Place in Cannes. Hier residiert die spanische Prinzessin Isabella mit ihrem Verlobten Prinz Andreas. Der Kellner Albert verliebt sich in die Infantin, die Ameri­ka­nerin in den Prinzen und nach irrwit­zigen Verwick­lungen mischt sich zum Happy End der Adel mit dem Bürgertum, Verfilmung inclusive!

Durch den Abend führt Max Hopp. Er hat gerade am selben Haus ein grandioses Debüt als Milchmann Tevje in Anatevka gegeben und stellt sich nun nur zwei Wochen später in einer weiteren neuen Rolle vor. Und wieder zeigt er sich als begna­deter Singdar­steller, der nicht nur als Confé­rencier die Tücken der Technik mit trockenem Witz und Impro­vi­sa­ti­ons­ge­schick überspielt, sondern dazu noch in die Rolle des Albert schlüpft. Sarah Bowden als Marylou scheint direkt vom Broadway einge­flogen zu sein. Wie ein Wirbelwind fegt sie über die Bühne, strahlt Sinnlichkeit pur aus, steppt und singt ihre Buffo-Szenen mit überbor­dender Vitalität. Allein wie sie den schnellen Foxtrott Jonny, brauchst du Money hinlegt, ist ganz große Show. Ganz anders Talya Lieberman, die hier als Infantin die Operet­tendiva gibt. Sie ist eine stimm­liche Grande Dame, doch mit unendlich vielen Unter­tönen und Klang­farben – betörend, wie träume­risch und lässig zugleich sie die Titel­me­lodie vorträgt. Johannes Dunz als Prinz kann wunderbar blasiert schauen, singt dabei hinreißend und schmettert wie nebenbei eine lang anhal­tende Topnote ins Publikum. Tom Erik Lie macht aus der Gräfin Inez keine Knall­charge, sondern stattet diese Frauen­figur mit feinem Humor aus.

Was aber wäre solch ein Abend ohne Adam Benzwi? Der Dirigent, ausge­wie­sener Experte für Musical und Unter­hal­tungs­musik jeglichen Genres, bringt Abrahams schmissige Melodien dem Orchester der Komischen Oper durch seine Stilsi­cherheit so nahe, dass es locker und fetzig wie eine Jazzband spielt.

Im nahezu ausver­kauften Haus strahlen Mitwir­kende und Zuschauer schon während der Aufführung um die Wette. Am Ende gibt es Riesenapplaus.

Karin Coper

Teilen Sie O-Ton mit anderen: