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Foto © Malabaharia

On the Road

TAKE IT EASY
(Frank Müller)

Besuch am
1. März 2018
(Premiere)

 

Winter­garten Berlin

Der Berliner Winter­garten kann auf eine wechsel­volle Geschichte zurück­blicken. Ursprünglich gehörte er als palmen­be­pflanzter Erholungs- und Veran­stal­tungsraum zum mondänen Central-Hotel, das 1880 an der Fried­rich­straße errichtet wurde. 1888 wurde er zum reinen Varieté-Theater umfunk­tio­niert und entwi­ckelte sich bis zur Zerstörung 1944 zu einem der belieb­testen Vergnü­gungs­tempel Berlins, in dem bekannte Künstler wie Claire Waldoff oder Otto Reutter auftraten. Nach einem glück­losen Versuch, das tradi­ti­ons­reiche Haus in einem Etablis­sement an der Kreuz­berger Hasen­heide wieder­zu­be­leben, gelang 1992 ein Neuanfang nahe der Berliner Philhar­monie. An diesem Standort hat er sich, ungeachtet mancher Krisen und wechselnder Betreiber, behauptet und konnte 2017 sein 25jähriges Jubiläum feiern – mit einer Show, die dem Anlass mehr als würdig war: die japanisch inspi­rierte Revue Sayonara Tokyo bot einen umwer­fenden musika­lisch-kultu­rellen Querschnitt durch das Land der Kirsch­blüte und das in einem Bühnenbild, das vor kunter­bunter Fantasie nur so strotzte.

POINTS OF HONOR

Musik
Artistik
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Die aktuelle Produktion ist nicht ganz so aufwändig und, mit Blick auf das große Publikum, wieder konven­tio­neller konzi­piert. Die Show steht unter dem Motto Take it easy und sie wirbt für sich als „Roadtrip to the Roots of Rock & Pop“. Sie stellt sich heraus als Reise durch die ameri­ka­nische Populär­musik im Wechsel mit artis­ti­schen Darbie­tungen, die mehr oder weniger Bezug zuein­ander haben. Die Bühne, in deren Hinter­grund die Band platziert ist, ist sparsam ausge­stattet, was schnelle und reibungslose Um- und Einbauten der Artistik-Geräte ermög­licht. Optischen Glanz verbreitet vor allem die effekt­volle Laser­be­strahlung der Licht­regie, während die an der Seite aufge­stellte Harley Davidson etwas vom klassi­schen ameri­ka­ni­schen Autobahn-Gefühl vermittelt. Auf dem Motorrad wird später Melany Chy mit ihrer Handstand-Equili­bristik Eindruck machen. So wie sich alle weiteren akroba­ti­schen Nummern des Abends sehen lassen können: ob in der Luft, wie der Strapate Chris Kiliano, am Boden, wie das Duo Dasha & Vadym mit ihrer sinnlichen Tanzakro­batik, oder in einer Zwischenwelt, wie das Duo Niko y Vito mit ihrer synchronen Perfor­mance am Schlappseil. Großen Zuspruch erhält besonders das Männer­quartett White Gothic mit ihrer Hand auf Hand-Perfor­mance. Wobei offen bleibt, was mehr imponiert: die vollendete Körper­be­herr­schung und Mühelo­sigkeit der Hebekunst­stücke oder die stählernen, durch­trai­nierten Körper der vier Ukrainer.

Was wäre eine Varieté-Show ohne Zauberei? Timothy Trust, der im zweiten Teil mit einer Bauch­red­ner­nummer auch für die humoris­tische Einlage sorgt, verblüfft im ersten zusammen mit seinem weiblichen Medium Diamond Diaz durch die Magie des Gedan­ken­lesens. Danach möchte man zu gerne wissen, wie es Diaz mit verbun­denen Augen schafft, Persön­liches und Verbor­genes der Gäste zu erraten.

Bleibt die Musik, der zweite, gleich­ge­wichtige Part des Abends. Sie baut auf Oldies wie Wild Horses von den Rolling Stones, Bridge over Troubled Water von Simon & Garfunkel oder Wicked Game von Chris Isaak, die immer gut ankommen. Diese Songs und andere mehr bilden die Brücke zwischen den Show-Acts, und sie erfüllen auch in den Cover-Versionen des Vokal­quar­tetts mit Tim Wilhelm, Lead-Sänger der Kultband Münchener Freiheit, an der Spitze die Erwartungen.

Eine ausver­kaufte Premiere, ein immer wieder mitklat­schendes Publikum und viel Beifall am Ende: Der Winter­garten kann zufrieden sein.

Karin Coper

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