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WIE WÄR’S, WIE WÄR’S? –
DIE GESCHWISTER PFISTER IN DER TOSKANA
(Die Geschwister Pfister)
Besuch am
31. Oktober 2018
(Premiere)
Komm ein bisschen mit nach Italien, so trällerten 1956 Caterina Valente, Peter Alexander und Silvio Francesco. Damals, in den Jahren des Wirtschaftswunders, war das Land südlich der Alpen das Traumziel der Deutschen und zur Erinnerung an den Urlaub konnte man im Radio die entsprechenden Schlager hören. Ein Fall für die Geschwister Pfister und das unvergleichliche Fräulein Schneider, jenes Kleinkunsttrio mit Kultstatus, das sich mit Wonne auf musikalische Zeitreisen begibt. Unlängst waren sie beim Heurigen in Wien, davor gaben sie sich als Peter Alexander und Mireille Mathieu die Ehre. Selbst den Weltraum haben sie in The Great Space Swindle erkundet.
Nun also Italien. Die Revue Wie wär’s, wie wär’s, die den Namen eines weiteren Hits von Caterina Valente trägt, steckt voller Evergreens über das Land der Zitronen mit Abstechern nach Spanien und Griechenland. Sie läuft bereits seit 2013 und ist nun erstmals in das Tipi am Kanzleramt gezogen.
Mit einfachsten Mitteln zaubert Stefan Prattes das passende Ambiente auf die kleine Bühne: Im Hintergrund ein dreigeteilter Vorhang, der sich je nach Bedarf öffnet. Mal rollt eine Tankstelle hinein, mal wird er showmäßig bunt angeleuchtet. Der Clou aber ist die Vorderfront eines orangefarbenen VW-Käfers, in dem Tobias Bonn, Christoph Marti und Andreja Schneider sitzen und mit viel Gepäck und guter Laune in Richtung Süden loszuckeln, wobei sie die Fahrbewegungen simulieren. Die kleine Gruppe kampiert am Gardasee, macht Abstecher in Venedig und landet schließlich in Rom.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Gesang | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Regie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Blitzschnell verwandeln sich die drei Reisenden in damalige Schlagergrößen, stilgerecht kostümiert von Heike Seidler: Karel Gott alias Andreja Schneider flirtet beim Einmal um die ganze Welt mit den Zuschauerinnen in der ersten Reihe und wenn Ursli Pfister und Christoph Marti im schwarzen Body No capito singen, ist das mindestens so verführerisch wie bei den Kessler-Zwillingen anno 1961. Auch Nana Mouskouri, Vicki Leandros und Katja Ebstein sind live dabei und sorgen bei ihrem Zusammentreffen für einen der witzigsten Momente der Show. Was das Ganze aber so unnachahmlich werden lässt, ist die Vortragskunst und die stimmliche Wandlungsfähigkeit des Trios. Wie sie die Schlager liebevoll und mit feinem Humor interpretieren, dazu typische Handbewegungen und Gesten einsetzen und den Text mit Wortbetonungen und Silbenakzenten dezent ironisieren, ist ein reines Vergnügen. Und ein musikalisches sowieso: wegen der gewitzten Arrangements von Johannes Roloff, die das Jo-Roloff-Trio mit Pep über die Rampe bringt.
Im fast ausverkauften Tipi-Zelt singen nicht nur die älteren, sondern auch die jüngeren Jahrgänge mit. Wer bisher Schlagermuffel war, wird zumindest an diesem Abend zum Fan. Die Pfisters und Fräulein Schneider wechseln aber erstmal das Genre. Im Tipi sind sie in der Wiederaufnahme von Paul Linckes Frau Luna mit von der Partie und im Mai 2019 in der Komischen Oper in Paul Abrahams Fußball-Operette Roxy und ihr Wunderteam.
Karin Coper