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Foto © O-Ton

Überschäumende Lebensfreude

GALA DER AFROLATIN DANCE DAYS
(Tanzhaus-Akademie)

Besuch am
29. Dezember 2017
(Einmalige Aufführung)

 

Tanzhaus NRW, Düsseldorf

Seit 29 Jahren gibt es zwischen den Jahren im Tanzhaus NRW ein Happening der beson­deren Art. Damit sind die AfroLatin Dance Days mehr als nur eine Tradition, sie stehen für die ursprüng­lichen Werte des Tanzhauses und seines Vorläufers, der Rheini­schen Tanz- und Theaterschule.1987 war die aus der Werkstatt für Tanz, Theater, Malen, Werken und Gestalten hervor­ge­gangen und wurde zu einem Begeg­nungs­zentrum inter­na­tio­naler Künstler. Gleich­zeitig sollte der Gedanke der Parti­zi­pation der Bevöl­kerung weiter­ge­tragen werden. So entstanden die AfroLatin Dance Days und wurden zu einem im Wortsinne Publi­kums­renner. Auch in diesem Jahr finden vom 27. Dezember bis zum 30. Dezember sage und schreibe zwei Dutzend Workshops à zwei Tagen mit inter­na­tional renom­mierten Künstlern der latein­ame­ri­ka­ni­schen und afrika­ni­schen Szene statt. Rund 300 Menschen nehmen teil. Viele davon seit etlichen Jahren. Und so ist etwas wie eine Gemein­schaft zwischen Künstlern und Teilnehmern entstanden.

POINTS OF HONOR

Musik
Tanz
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Die wird gefeiert. Jedes Jahr. Mit einer Gala. Rund 230 Besucher kommen. Damit ist die Tribüne des großen Saals gefüllt. Und es wird ein Fest. Nicht die Schüler der Workshops präsen­tieren hier ihre Ergeb­nisse, sondern die erfolg­reichsten latein­ame­ri­ka­ni­schen und afrika­ni­schen Tänzer toben sich hier aus und zeigen ihr ganzes Können. Carlinhos Batá hat sich darum gekümmert, dass die Künstler, die für die AfroLatin Dance Days anreisen, auch ihr Können demons­trieren. Die Bühne ist einfach, aber stimmig einge­richtet. An der Rückwand geben bunte Schals die Farbvielfalt vor, davor ist eine Sitzbank aufgebaut, ein paar Kisten und zahlreiche Trommeln vervoll­stän­digen das Bild. Dass die Zeit für die Vorbe­reitung eng begrenzt war, zeigt sich vor allem beim Licht. Ein paar Standard­ein­stel­lungen müssen ausreichen, um die Künstler auszu­leuchten. Das unter­streicht gekonnt den Improvisationscharakter.

Foto © O‑Ton

Im ersten Teil kommen alle Betei­ligten auf der Bühne zusammen, um sich anschließend mit kurzen Einlagen vorzu­stellen und abzugehen. Schon hier wird deutlich, dass die unter­schied­lichsten Tanzstile doch Gemein­sam­keiten haben. Sie sind untrennbar mit Gesang und Rhyth­mus­in­stru­menten verbunden. Was eigentlich als Nummern-Revue daher­kommt, wird von Batá und Kollegen durch fließende Übergänge und ein fröhliches Mitein­ander immer wieder aufge­brochen, so dass die einzelnen Stile und Solisten zwar erkennbar sind, strenge Regeln und Lange­weile aber außen vorbleiben. So entsteht ein melting pot, ein Schmelz­tiegel, der vermutlich genau das wider­spiegelt, was während der Dance Days tagsüber im Tanzhaus vor sich geht. Es lohnt kaum, sich in dieser Moment­auf­nahme mit den Feinheiten von Fusion, Cuban oder Vibes – vor alles lässt sich trefflich ein „Afro“ setzen – HipHop, Samba oder Sabar ausein­an­der­zu­setzen. Hier heißt es schlicht, sich auf Rhythmus und Lebens­freude einzulassen.

Für den Rhythmus sorgen nahezu ohne Unterlass die Perkus­sio­nisten, die mit ihren Trommeln im großen Saal eine beacht­liche Lautstärke erreichen. Vermutlich wird im ganzen Jahr zusammen im Tanzhaus nicht so viel Live-Musik gespielt wie in diesen 90 Minuten. Den Gästen, die das Geschehen mehrheitlich aus den vergan­genen Jahren, wenn nicht gerade aus dem aktuell besuchten Workshop kennen, gefällt’s. Und die scheinbare Undis­zi­pli­niertheit auf der Bühne überträgt sich schnell auf das Publikum. Da wird geschwätzt, gelacht, gejauchzt und geklatscht, was das Zeug hält.

Im Finale schließlich versammeln sich die Künstler samt und sonders noch einmal auf der Bühne und holen das Publikum – zumindest die Menschen, die nicht mit ihrem Stuhl verschweißt sind – ebenfalls auf die Tanzfläche. Noch einmal verge­wissern die Anwesenden sich trommelnd und tanzend der Leich­tigkeit des Daseins. Dann beginnt die Wartezeit. Auf den 30. Geburtstag der AfroLatin Dance Days.

Michael S. Zerban

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