O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Foto © Jochen Quast

Wenn es einem sogar im Palast zu eng wird

GOLD
(Leonard Evers)

Besuch am
1. April 2019
(Premiere)

 

Deutsche Oper am Rhein, FFT Kammer­spiele Düsseldorf

An sich ist die Kinderoper der Deutschen Oper am Rhein für ihre opulenten Produk­tionen mit großem Orchester und vollem bühnen­tech­ni­schem Einsatz bekannt. Für die ganz Kleinen ab fünf Jahren geht es es derzeit in Leonard Evers Ein-Perso­nen­stück Gold etwas schlichter zu, wozu die Kammer­spiele des Forum Freies Theater in der Düssel­dorfer Jahnstraße einen geeig­ne­teren und gemüt­li­cheren Rahmen schaffen als das ursprünglich vorge­sehene Foyer des Opern­hauses. Es sind vor allem Gruppen aus Kinder­gärten und Grund­schulen, die die Plätze belegen und, zumindest in der Premiere, der einstün­digen Aufführung mit erstaun­licher Aufmerk­samkeit und Disziplin folgten. Denn anspruchslos ist das Stück nicht. Und auf vorder­gründige Clownerien oder eine übertrieben „kindge­rechte“ Ansprache wird bewusst verzichtet. Die Kinder werden Zeuge eines Märchens mit tieferem Hinter­grund vor einer ungewöhn­lichen musika­li­schen Kulisse, das in dieser Version bereits europaweit Erfolge erzielen konnte.

Mit ihrer Insze­nierung zeigt Ilaria Lanzino, an sich Regie­as­sis­tentin der Rheinoper, dass auch ohne großen äußeren Aufwand und mit beschei­denen Mitteln spannendes Musik­theater möglich ist. Zumindest, wenn ihr eine so fanta­sie­volle Ausstat­terin wie Emine Güner, ein ebenso versierter wie flexibler Schlag­zeuger wie Ralf Zartmann und eine Protago­nistin wie die Mezzo­so­pra­nistin Amélie Saadia zur Verfügung stehen.

Foto © Jochen Quast

Die Handlung entpuppt sich als Metamor­phose des berühmten Märchens Vom Fischer und seiner Frau der Gebrüder Grimm, verlagert in ein etwas moder­neres Umfeld: Jakob und seine Eltern sind so arm, dass sie sich weder Schuhe noch ein Dach über dem Kopf leisten können. Zu dritt schlafen sie in einem Erdloch unter einem Baum. Eines Tages fängt Jakob beim Angeln einen riesigen Fisch. Der bittet Jakob, ihn am Leben zu lassen und verspricht ihm dafür die Erfüllung seiner Wünsche. Jakob wünscht sich zunächst Schuhe. Doch auch sein Vater und seine Mutter haben da ein paar Ideen. Immer größer werden die Wünsche der Eltern, bis es ihnen selbst in einem Palast zu eng wird. Am Ende landen sie, wie in Grimms Märchens, wieder in ihrem Erdloch.

Inter­essant, wie in diesem Stück Jakob erkennen lässt, dass sich mit der Anhäufung materi­eller Güter kein zusätz­liches Glücks­gefühl einstellen will, dafür aber die innere Unzufrie­denheit massiv ansteigt. Man freut sich nicht über das, was man hat, sondern ärgert sich über das, was noch fehlt. Amélie Saadia bringt diese Botschaft in Wort, Gesang und mit ihrem äußerst vitalen Spiel deutlich zum Ausdruck. Wobei die Gesangs­ein­lagen kompo­si­to­risch weniger überzeugen als die mächtigen Sprech­an­teile und, nicht zu vergessen, die instru­mentale Begleitung durch den Schlag­zeuger Ralf Zartmann, der, wie ein Pianist der Stumm­filmzeit, das Geschehen musika­lisch plastisch und fanta­sie­reich illustriert.

Mit einem goldenen Flitter­vorhang, ein paar Requi­siten und Kostüm­teilen sowie einer geschickten Licht­regie gelingen reibungslos die Szenen­wechsel, wobei der Fisch per Video auf die Bühne übertragen wird.

Die Kinder verfolgen das Spiel aufmerksam und ohne jede Störung. Auch wenn es Saadia nicht an komischen Wendungen fehlen lässt: Laut gelacht wird nicht. Dafür erfassen die Kinder wohl zu deutlich die ernste Botschaft des Stücks. Insgesamt eine gelungene Ergänzung zu den „großen“ Produk­tionen der Jungen Oper am Rhein.

Pedro Obiera

Teilen Sie O-Ton mit anderen: