O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Foto © Joschua Voßhenrich

Großer Aufwand für kleines Publikum

KLAVIERDUO SCHUCH ENSARI
(Diverse Komponisten)

Besuch am
25. Juni 2022
(Einmalige Aufführung)

 

 

In der Stadt ist es plaka­tiert: Das Kölner Klavierduo Herbert Schuch und Gülru Ensari besucht das Schumannfest in der Düssel­dorfer Tonhalle. Wie schön. Dass sie Bestandteil einer Schüler­auf­führung sind, steht da nicht. Immerhin wird im Ankün­di­gungstext auf die Teilnahme von Schülern und Studenten hinge­wiesen. Dem Publikum reicht das offenbar aus, der Aufführung fernzubleiben.

Dabei ist die Idee eigentlich gut, und der Aufwand, der betrieben wird, enorm. Im Unter­titel heißt der Abend Maler­schule reloaded – also Maler­schule neu geladen. Ja, fanta­sievoll ist was anderes, aber es beschreibt den Grund­ge­danken, der hier aufge­griffen werden soll, vermutlich für die Teilnehmer ganz passend. Von 1850 bis 1854 hielt sich die Familie Schumann in Düsseldorf auf. Robert Schumann nahm in der Zeit die Stelle des Städti­schen Musik­di­rektors wahr. Und er traf auf jede Menge anderer Künstler, insbe­sondere die der Düssel­dorfer Maler­schule, die zu dieser Zeit ihre Hochblüte erlebte. Daran knüpft die heutige Aufführung an.

Foto © Joschua Voßhenrich

Auf der Bühne stehen zwei Flügel, die seitlich gegen­ein­ander auf fahrbaren Podesten aufge­stellt sind. Darüber liegt ein weißes Textilband, das später stell­ver­tretend für Leinwände stehen wird. Gülra Ensari und Herbert Schuch nehmen an den Flügeln Platz und eröffnen ihr Programm mit dem ersten Teil von Le sacre du printemps von Igor Strawinsky. Während­dessen betreten die Schüler aus der Theater-AG der Lore-Lorentz-Schule, einem städti­schen Berufs­kolleg im Stadtteil Eller, die Bühne. Regis­seurin Katrin Sedlbauer sieht ihr Haupt­au­genmerk darin, die jungen Darsteller in Bewegung zu halten. Dabei ist ihr Inge Sauer behilflich, die Skizzen und Gemälde der Maler jener Zeit aufge­trieben hat und sie als Projek­tionen zeigt, die zunächst vom Nachwuchs-Ensemble nachge­stellt werden. Zeitgleich ist Fotografin Susanne Diesner auf der Bühne und bedient die Live-Kamera, die Bilder auf die Leinwände wirft. Zwischen­durch werden die Klaviere unmoti­viert durch die Gegend geschoben. Von Franz Schubert erklingt inzwi­schen das Rondo A‑Dur für Klavier zu vier Händen. Es folgen die Varia­tionen Clara Schumanns über ein Thema von Robert Schumann. Die Schüler haben inzwi­schen Masken aus Pappe überge­zogen, die von der Studentin Anastasia Trifo­nenko aus der Kunst­aka­demie stern­förmig entworfen wurden. Inzwi­schen sind die Varia­tionen über ein Thema von Robert Schumann von Johannes Brahms zu hören, Auszüge aus den Kinder­szenen von Robert Schumann folgen. Hier läuft alles durch­ein­ander, neben­ein­ander, nur selten miteinander.

Mit dem Vortrag von Ludwig Uhlands Das Schloss am Meere kehrt ein wenig Ruhe ein, ehe von Schuch und Ensari einen Final­punkt mit dem zweiten Teil von Le sacre du Printemps setzen.

Ja, der Jubel der übersicht­lichen Gruppe Zuschauer ist groß. Was wäre bei einer Schüler­auf­führung auch anderes zu erwarten, bei der Eltern, Angehörige und Lehrer im kleinen Rund sitzen? Und die Schüler haben ja wirklich ihr Bestes gegeben, auch den Pianisten ist nichts vorzu­werfen. Die visuelle Überfrachtung, die Unent­schlos­senheit zwischen theatraler Aufführung und der Bedeutung der Musik haben sie nicht zu verant­worten. Aber auch ein opulentes Programmheft täuscht nicht darüber hinweg, dass hier wenig zusam­men­passt. Nach einer Stunde ist die Veran­staltung vorbei, und man ist froh, wieder an die frische Luft, unter die vielen Menschen am Rheinufer zu kommen. Ja, wenn man die Stimmung hier so erlebt, kann man sich schon viel eher vorstellen, wie die Künstler im 19. Jahrhundert zuein­ander und ins Gespräch gefunden haben.

Michael S. Zerban

Teilen Sie O-Ton mit anderen: