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Foto © Sebastian M. Purfürst

Gestampfte Tanzriten

WANDERER
(Hannah Ma)

Besuch am
3. November 2017
(Einmalige Aufführung)

 

Kultur­zentrum Alter Schlachthof, Eupen

Ein Tanzthea­ter­stück über Heimat, Identität und die Suche nach dem Selbst“, so beschreibt die Choreo­grafin Hannah Ma ihre neueste Kreation Wanderer, die sie jetzt mit dem inter­na­tio­nalen Tanzensemble The People United im Kultur­zentrum Alter Schlachthof in Eupen vorstellt. Eine Wanderung, die Grenzen überschreiten muss und soll. Die Besetzung des sieben­köp­figen Ensembles mit Tänzern aus Syrien, Deutschland, Luxemburg, Italien, Irland, China und Brasilien ist deshalb nicht nur als zufällig zu bewerten, sondern gehört in ihrer Buntsche­ckigkeit zum künst­le­ri­schen Konzept.

Gemein­sam­keiten in der Anders­ar­tigkeit der Völker und Kulturen zu entdecken, ohne die eigene Identität aufzu­geben: Dass solche Ziele in der Realität, selbst innerhalb eines einzigen, relativ kleinen Konti­nents wie Europa, schwer zu reali­sieren ist, zeigt sich an der Konflikt­fülle unserer Tage.

POINTS OF HONOR

Musik
Tanz
Choreo­grafie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Im Theater lässt sich mit diesem Problem kreativer umgehen. Und es ist faszi­nierend, wie sich in den neun Stationen des Stücks die bereits äußerlich extrem unter­schied­lichen Darsteller auch tänze­risch indivi­duell ausdrücken. Etwa mit afro-südame­ri­ka­ni­schem Impuls der Brasi­lianer, mit fast klassi­schen Elementen die Europäer. Es gibt Reibungs­flächen, wenn die Kulturen aufein­an­der­treffen, und es bedarf eines langen Reife­pro­zesses, um zuein­an­der­zu­finden. Das gelingt nach fanta­sie­vollen Beiträgen in unter­schied­lichen Beset­zungen im letzten Bild, wenn sich alle Tänzer in urwüchsige, exoti­schen Urvölkern entwachsene, in urtüm­liche Stroh-Kostüme gehüllte Wesen einer bereits vergan­genen Kultur verwandeln, sich in rhyth­misch impul­siven Stammes­tänzen von gewal­tiger, stamp­fender Energie einander annähern und schließlich zu einem harmo­ni­schen Reigen, Hand in Hand, gelangen.

Eine auf den ersten Blick vielleicht etwas naiv anmutende Utopie, die aller­dings durch die Strenge der Ausführung und die wuchtige Musik ihre Unschuld verliert. Ob Harmonie als Vision eines dauer­haften und globalen Friedens wohl ein Traum bleiben wird? Die Antwort auf diese Frage lässt Hannah Ma offen.

So eindrucksvoll sich die Tänzer präsen­tieren, die musika­lische Unter­malung schafft eine insgesamt zu eintönige elektro­nische Klang­ku­lisse, die den sozialen Harmo­ni­sie­rungs­prozess zwar nicht stört, aber auch nicht fördert und in ihrer Neutra­lität recht willkürlich wirkt.

Dennoch ein bemer­kens­wertes Zeugnis zum Thema kultu­reller Identität. Langan­hal­tender Beifall für alle Beteiligten.

Pedro Obiera

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