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MONTHY PYTHON’S SPAMALOT
(John Du Prez, Eric Idle)
Besuch am
29. Dezember 2019
(Premiere am 18. Oktober 2019)
Die Monthy-Python-Filme Das Leben des Brian und Die Ritter der Kokosnuss sind Kult. Versteht sich, dass solche Kassenschlager zur Wiederverwertung geradezu einladen. Folglich adaptierte Eric Idle, einer der Mitbegründer der Comedy-Truppe, zusammen mit dem Filmkomponisten John du Prez 2005 den letztgenannten Kinohit, der die englische Artus-Sage als völlig überspitzte Satire aufbereitet, und kreierte das Musical Spamalot. Es lief am Broadway fünf, in London knapp vier Jahre und hat mittlerweile auch die deutschsprachigen Bühnen erobert. Eine der jüngsten Stationen – und fast zeitgleich neben Hof und Stralsund – ist Gera, wo die Premiere der fusionierten Theater Altenburg-Gera stattfand.
Hier gehört Spamalot zu den Produktionen der Schauspielsparte, unter Beteiligung von Chor, Ballett und Orchester. Das Ergebnis ist eine mit- und hinreißende künstlerische Kooperation mit hundertprozentigem Unterhaltungsfaktor. Regisseur Manuel Kressin und sein Ausstatter Kristopher Kempf haben im Fundus gestöbert und aus Requisiten und Versatzstücken eine Kulisse eingerichtet, die klar macht, dass es sich um ein Theater im Theater handelt. Gemeinsam brennen sie ein Feuerwerk der szenischen Fantasie und des höheren Blödsinns ab, das sich auf das wie entfesselt agierende Ensemble überträgt. Man muss sie alle nennen: den König Artus von Markus Lingstädt und seine Mannen, die jeweils mehrere Rollen spielen: Mario Radosin, Adrien Papritz, Sebastian Schlicht und Manuel Struffolino. Sie bilden ein Ensemble der Extraklasse, das singen, spielen und mit perfektem Timing Pointen setzen kann. Hinzu kommt eine Musicalentdeckung. Michaela Dazian besitzt für die Fee aus dem See eine überragende Stimme, sie hat Ausstrahlung und ist mimisch und gestisch köstlich. Kurzum: Sie ist eine Wucht.
Die aus dem Philharmonischen Orchester Altenburg Gera zusammengestellte Band unter Leitung des ordentlich einheizenden Olav Kröger demonstriert, dass es stilsicher den Musical-Sound treffen kann.
Bombenstimmung während und nach der restlos ausverkauften Vorstellung. Und natürlich Mitklatschen und ‑summen beim Superhit Always Look on the Bright Side of Life. Ab April ist die Produktion in Altenburg zu erleben.
Karin Coper