O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Foto © Johannes Schembs

Sehr schwedisch

WIE IM HIMMEL
(Jörg Gollasch)

Besuch am
27. Juli 2025
(Premiere am 26. Juli 2024)

 

Bad Hersfelder Festspiele, Stiftsruine

Als der Regisseur Kay Pollak im Jahr 2004 den Musikfilm Wie im Himmel in die Kinos brachte, endete eine lange künst­le­rische Pause, in die ihn der Tod des schwe­di­schen Minis­ter­prä­si­denten Olof Palme gestürzt hatte, über den damals fälsch­li­cher­weise berichtet wurde, er wäre nach dem Kinobesuch eines Films von Pollak ermordet worden. Pollok hatte für den Film selbst das Drehbuch verfasst und erzählt darin die Geschichte des berühmten Dirigenten Daniel Daréus, der sich nach einem Zusam­men­bruch in sein Heimatdorf zurück­zieht und dort die Leitung des Kirchen­chors übernimmt. Durch diese Arbeit entdeckt er die heilende Kraft der Musik und findet neue Freude am Leben, während er gleich­zeitig alte Konflikte im Dorf aufdeckt und alte Wunden heilt. Der Chorfilm mit spiri­tu­ellem Beiklang kam gut beim Publikum an und die Kritik lobte seine Nominierung für den Oscar als „ein bewegendes Fest der Musik und des Lebens.“

Helena Charlotte Sigal – Foto © Johannes Schembs

Schon 2018 fand der Filmstoff als Musical den Weg auf die Bühnen in Norwegen und später auch im deutsch­spra­chigen Raum. Doch Regisseur und Festspiel-Intendant Joern Hinkel brachte Pollaks Stück 2024 erstmals mit neu kompo­nierter Musik von Jörg Gollasch, der in diesem Jahr die Musik für seine Sommer­nachts­träume verfasste, auf die Bühne der Bad Hersfelder Stifts­ruine. Der mit fast 50 Sängern bestückte Chor holte sich zusammen mit Helena Charlotte Sigal in einer der Haupt­rollen die beiden Hersfeld­preise. Heraus­ge­kommen ist dabei eine energie­ge­ladene Insze­nierung, die viel Wert auf Mensch­lichkeit legt.

Auch in diesem Jahr findet die Insze­nierung deshalb wieder den Weg auf den Spielplan der Festspiele. Neben der jugendlich frisch spielenden Sigal und dem auch als Opern­re­gisseur erfolg­reichen und sehr zurück­ge­nommen agierenden Henry Arnold in der Rolle des Dirigenten Daniel Daréus sind die ehemalige No-Angels-Sängerin Sandy Mölling als misshan­delte Ehefrau mit ihrer schönen Stimme, der aus dem Stutt­garter Tatort bekannte Jürgen Hartmann überzeugend als schein­hei­liger und eifer­süch­tiger Pfarrer, Linden­straßen-Zorro Thorsten Nindel als Daniels Agent und die beiden aus Jahrzenten im TV und Schau­spiel bestens bekannten Altstars, die bereits 90-jährige Brigitte Grothum, die vor 70 Jahren im Kino debütierte und das Publikum 15 Jahre lang als eine der Drei Damen vom Grill erfreute und der unter andrem als Der Alte bekannte Profi Walter Kreye in dem anrüh­renden Stück zu sehen. Viele der anderen Darsteller, wie Bettina Hauen­schild, Anna Graenzer, Günter Alt, Marina Lötschert, Wolfgang Seidenberg, Peter Englert und Mathias Znidarec sind durch ihre Mitwirkung bei den Sommer­nachts­räumen für das Publikum keine Unbekannten.

Beim Bühnenbild hat Jens Kilian in der Apsis der Stifts­ruine einen echten Birkenwald aufgebaut, der an skandi­na­vische Wälder erinnert. Für die Requi­siten besorgte Doris Engel eigens schwe­dische Lebens­mittel, Einkaufs­tüten, Verpa­ckungen, Plakate und Poster, um den authen­ti­schen Touch zu geben. So kann das Publikum das Gemein­defest miter­leben, dass zum Klang der Musik aus den Fugen gerät. Es wird geliebt, gefeiert und geprügelt. Daniel, der von sich selbst behauptet, er sei nicht fähig zu lieben, wird eine ganze Reihe unver­gess­licher Liebes­er­klä­rungen miter­leben, bis er selbst in der Lage ist, selbst die berühmten drei Worte auszusprechen.

Michael Ritter

Teilen Sie O-Ton mit anderen: