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Es sind berückend schöne, subtilste Stimmungen in feinsten Piani, die da aus dem Graben ebenso wie aufblühende Kantilenen, leuchtende Farben und intensive Emotionen erklingen: Giacomo Puccinis eingängige, herrliche Melodien aus La Bohème faszinieren im Kärntner Sinfonieorchester am Stadttheater Klagenfurt. Es ist einmal mehr Lorenzo Viotti, der in Klagenfurt schon in den letzten beiden Jahren bei Bizets Carmen wie auch bei Massenets Werther begeisterte, längst international Karriere macht und demnächst Chefdirigent in Lissabon wird, zu verdanken, dass er die Musiker zu Höchstleitungen anstachelt. Der Dirigent reizt auch die Tempi extrem aus, nimmt sich einerseits viel Zeit und lässt die Phrasen ausschwingen. Drückt dann aber auch ordentlich aufs Gaspedal. Er setzt bei dieser, einer der meistgespielten Opern der Welt auf viele markante Akzente und erzeugt dadurch insgesamt viel Spannung. Und er begleitet das jüngere Sängerensemble wunderbar, ohne es zuzudecken.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Gesang | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Regie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Und das dankt es ihm mit purem Schöngesang: Ergreifend und innig ist die Mimì der Kiandra Howarth zu hören. Matteo Desole, den man schon im Winter vergangenen Jahres in Erl bei den Tiroler Festspielen in dieser Rolle bewundern konnte, ist auch hier als Rodolfo mit schmelzendem, höhensicherem Tenor zu hören, der manchmal seine Lautstärke etwas zügeln könnte. Bryony Dwyer ist eine Musetta in zu dunklem Outfit, die viele Fassetten der Figur herausstreicht und im dritten Bild etwas zu vulgär gezeichnet ist. Kernig, präsent, manchmal etwas knorrig erlebt man Andrzej Filonczyk als Marcello. Gurgen Baveyan hält sich als idealer Schaunard ein Mädchen des horizontalen Gewerbes als Freundin. Riccardo Fassi ist ein sehr kultivierter Colline mit profundem Bass, dem die Mantelarie trefflich gelingt. Auch der Kinderchor der Singakademie Carinthia und der Chor des Stadttheaters Klagenfurt, dessen Einstudierung in bewährter Weise Günter Wallner besorgte, singen und spielen wunderbar und werden von vier Tänzern, deren Choreografie Lukas Zuschlag kreierte, unterstützt.

„Mimì, Mimì“: Rasend stürmt Rodolfo die kleine Leiter aufs Dach des Hauses hinauf und schreit dort herzzerreißend seinen Schmerz über den soeben realisierten Tod seiner Geliebten in die Welt hinaus. Es ist ein sehr zu Herzen gehendes Finale, dass Florian Scholz bei seiner ersten Opernregie da eingefallen ist. Sonst erzählt der Intendant die Geschichte vom ergreifenden Leben und Sterben der Mimì konventionell, klar, detailreich, etwas zu wenig feinsinnig und immer hart am Libretto. Aus dem ersten, wichtigen und symbolhaften Geschenk, einem Häubchen von Rodolfo an Mimì macht er allerdings ein Parfüm. Er verlegt die Geschichte in die 1960-er Jahre, um so die Zeitlosigkeit des Themas zu zeigen. In Kostümen, die Axl Aust erdacht hat, und Bühnenbildern, die von Etienne Pluss stammen, dieser Zeit, von schäbigen, kleinen Zimmern einer sehr schmalen Mansarde, einem auf den Dach eines Hauses befindlichen Café Momus, dem allerdings ein Schuss mehr Vitalität gut getan hätte und wo Weihnachten komplett ausgespart wird, und einer grauen Wellblechwand als Kneipe lässt er auch den Witz nicht zu kurz kommen.
Das Publikum reagiert völlig begeistert und spendet immer wieder Zwischenapplaus und zum Schluss stehende Ovationen.sd
Helmut Christian Mayer