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Musikalisch berührendes Seelendrama

EUGEN ONEGIN
(Peter Iljitsch Tschaikowski)

Besuch am
19. Dezember 2019
(Premiere)

 

Stadt­theater Klagenfurt

Von Anfang an gilt das Interesse dem Mann am Pult. Und bald ist klar, mit dem Engagement von Jader Bignamini hat das Stadt­theater Klagenfurt einen Glücks­griff getan. Mit präziser, wenn nötig energi­scher Zeichen­gebung, weiß der 43-jährige Italiener aufwüh­lende, spannende Momente sowie viele subtile, fasset­ten­reiche Zwischentöne und feinste Lyrismen beim Kärntner Sinfo­nie­or­chester zu erzielen. Sein Dirigat ist auch sehr sänger­freundlich. Und so entsteht eine außer­ge­wöhn­liche Symbiose mit viel Gefühl und Wärme, die die Opern­pre­miere von Peter Iljitsch Tschai­kowskis Eugen Onegin am Stadt­theater Klagenfurt zu einem großen musika­li­schen und vom Publikum umjubelten Erfolg werden lässt.

Foto © Karlheinz Fessl

Dazu wurden überwiegend junge, außer­ge­wöhn­liche Sänger engagiert, wie die erst 25-jährige Tamuna Gochashvili als Tatjana. Sie besticht mit vielen feinen und leisen Zwischen­tönen und einem herrlich blühenden Sopran. Besonders die „Brief­szene“, gelingt ihr trefflich. Glaubhaft und detail­reich ist auch ihre Wandlung vom schüch­ternen, verzwei­felten Mädchen zur souve­ränen, edlen Fürstin. Als dandy­hafter Titelheld ist Adrian Timpau mit warmem Edeltimbre und kraft­vollem Bariton zu vernehmen. Pavel Petrov, Ensem­ble­mit­glied am Grazer Opernhaus, singt mit schönem, lyrischem Tenor, einen höhen­si­cheren Lenski. Vor allem seine große Abschiedsarie Kuda, kuda … vor dem todbrin­genden Duell berührt ungemein. Er spielt die Figur des sensiblen Dichters zuerst liebenswert, dann voll brennender Eifer­sucht und schließlich verzweifelt. Mit allen Tiefen und großer Würde ist Taras Berez­hansky ein sehr junger Fürsten Gremin. Weniger wohltönend und mit eigen­wil­ligem Timbre hört man Aytaj Shikha­lizada als Olga. Thomas Tischler besticht als Triquet mit seiner einzigen wunder­baren Arie. Die übrigen kleineren Partien, wie Christa Ratzenböck als Gutsbe­sit­zerin Larina, Vera Egorova als Amme und Taras Kuzmych in mehreren Partien sind rollen­de­ckend besetzt. Und einen gut singenden, homogenen Chor und Extrachor des Stadt­theaters, dessen Einstu­dierung besorgte Günter Wallner, der in ungelenk wirkenden Choreo­grafien, die Lukas Zuschlag einstu­dierte, anstelle eines richtigen Balletts beim Walzer, der Polonaise und der Mazurka tanzen muss, hört man auch.

Kahle, fallweise durch die Drehbühne sich bewegende Baumstämme, ein Holzhäuschen sowie ein halbrunder Raum im letzten Akt – das Bühnenbild erdachten Stéphane Laimé und Karoline Bierner – beherr­schen die Bühne. Sehr reduziert, aber verständlich ist die Regie des gesund­heitlich angeschlagen wirkenden Dieter Giesing, die unter überwie­gender Mitarbeit des Hausdra­ma­turgen Markus Hänsel zustande gekommen ist. Klar und detail­liert in eigen­wil­ligen, teils bizarren Kostümen, die Daniel Nunez Adinolfi und Fred Fenner gemeinsam entwi­ckelt haben, werden die vom Kompo­nisten so benannten „Lyrischen Szenen“, die auf einem Roman von Alexander Puschkin basieren, als berüh­rendes Seelen­drama erzählt, in dem auch Melan­cholie und Symbolik nicht zu kurz kommen.

Der Schluss­ap­plaus fällt frene­tisch aus.

Helmut Christian Mayer

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