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Beate Rux-Voss - Foto © privat

Bach-Vortrag mit Wackelkontakten

VERBORGENE WIRKLICHKEITEN
(Johann Sebastian Bach)

Besuch am
27. September 2018
(Einmalige Aufführung)

 

Festival Alte Musik Knecht­s­teden, Chris­tus­kirche Dormagen

Verborgene Wirklich­keiten: Ein rätsel­hafter Titel für einen ausschließlich Johann Sebastian Bach gewid­meten Orgel­abend, dessen Hinter­grün­digkeit auch Hermann Max, Spiritus Rektor des Festivals Alte Musik Knecht­s­teden und sein Gesprächs­partner Karl-Heinz Göttert, Germanist und laut Programmtext „profunder Kenner von Orgelbau und Orgel­musik“, nicht so recht entschlüsseln können. Mit Ausnahme rheto­ri­scher Figuren, die Göttert in der Orgel­musik Bachs „100fach“ nachweisen könnte. Womit er zweifellos Recht hat. Die Barock­musik als „Klangrede“ und tönende Schwester der Rhetorik, als Auslöser von Affekten aller Art und gleichsam Balsam für die aufge­wühlte Seele: Diesen Zusam­menhang hat spätestens Nikolaus Harnon­court einer größeren Öffent­lichkeit ins Bewusstsein gerufen.

Drei Gesprächs­runden unter der Moderation von Bernd Heyder ergänzen die musika­li­schen Beiträge, für die man aus der Kloster­kirche Knecht­s­teden in die Chris­tus­kirche Dormagen umgezogen ist. Ein moderner, heller Sakralbau mit einer vor drei Jahren größten­teils erneu­erten Orgel, die zudem so umposi­tio­niert wurde, dass sie nicht an der Rückwand im Verbor­genen prangt, sondern an der Front, so dass Prospekt und Organist für die Zuhörer und Gottes­dienst­be­sucher ständig sichtbar bleiben. Zudem hat Architekt Aaron Werbick darauf geachtet, dass ansonsten in der Regel verborgene Teile der Orgel als gestal­te­rische Elemente in den sicht­baren Prospekt einge­ar­beitet wurden. Mit 2300 Pfeifen und 41 Registern ist das Instrument vorzüglich ausge­rüstet für ein breites Reper­toire, wobei sich die Gast-Organistin Beate Rux-Voss besonders über die weichen „Streicher“ und das nur selten zu findende „Horn“ im Schwellwerk freut.

Für den Orgel­abend wurde mit Beate Rux-Voss die Kantorin der Heidel­berger Johan­nis­kirche engagiert, die schon in ganz Europa Bachs Gesamtwerk an drei Tagen inter­pre­tierte. Eine Bach-Kennerin, was man nicht zuletzt an der klugen Programm­zu­sam­men­stellung erkennen kann. Von dem Knüller schlechthin, der Toccata in d‑Moll, über vier Präludien und Fugen, die in ihrer Unter­schied­lichkeit die grenzenlose Fantasie Bachs andeu­teten, bis zu gänzlich anders gearteten Konzert­sätzen im Rahmen einer Triosonate und einer Vivaldi-Adaption wird ein Bogen gespannt, der einen beacht­lichen Einblick in die Kompo­nier­werk­statt Bachs und die Weite seiner Tonsprache ermöglicht.

Ein wenig irritierend wirken dagegen die Inter­pre­ta­tionen der Organistin. Es scheint, als hätte sie noch eine zusätz­liche Einge­wöh­nungszeit gebrauchen können. Denn so wirkt ihr Spiel recht unsicher, wird durch unmoti­vierte Zäsuren und Tempo­deh­nungen zerfasert, wodurch die archi­tek­to­nische Geschlos­senheit der Stücke und die Wirkung beein­dru­ckender Steige­rungen wiederholt in Gefahr gerät.

Gleichwohl ein Abend mit lohnenden Werken und einigen Erläu­te­rungen zum Kosmos Bachs, was das Publikum in der dicht gefüllten Chris­tus­kirche mit großem Beifall bedenkt.

Pedro Obiera

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