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Gestrichener Genuss

CLASSICAL DELIGHTS
(Diverse Komponisten)

Gesehen am
18. Juni 2020
(Livestream)

 

Hinter­hofsalon, Köln

Bereits zum zehnten Mal präsen­tieren Christina und Gerhard von Richt­hofen auf ihrem Kultur­kanal 20–20.live ihre wöchent­liche Sendung 2 for You, in der sie in Anja Reuthers Hinter­hofsalon in Köln Musiker-Duos „unter Corona-Bedin­gungen“ auftreten lassen. In den vergan­genen Wochen hat man donnerstags neben den musika­li­schen Ereig­nissen viel erleben können. Von der schon fast gruse­ligen Atmosphäre in den ersten Tagen des Shutdowns über die üblichen Anfangs­schwie­rig­keiten bis zum Total­ab­bruch einer Show, weil YouTube den Livestream mal wieder nicht leisten konnte. Das Team ist an seinen Aufgaben gewachsen. Und wenn sich jemand an all diesen Kleinig­keiten gestört haben mag, wird er doch ob der Herzlichkeit der Gastgeber dabei geblieben sein.

Eigentlich hätte man damit rechnen können, dass nach der Lockerung Ende Mai, so faden­scheinig sie auch war, tausende von Künstlern Wege gefunden hätten, zumindest Klein­kon­zerte zu veran­stalten. Tatsächlich ist der große Ansturm ausge­blieben. Nach wie vor sind also Kultur­be­geis­terte auf Inter­net­formate wie die des Kultur­kanals 20–20.live angewiesen. Und von denen gibt es nach wie vor viel zu wenige. Welche Konse­quenzen das haben wird, ist heute überhaupt noch nicht abzusehen.

Bildschirmfoto

Derweil haben die Kölner ihr Angebot permanent verbessert und profes­sio­na­li­siert. Technische Unzuläng­lich­keiten wurden vermindert, Christina von Richt­hofen spricht sich zunehmend frei und auch die Lähmungen durch das Corona-Virus oder besser: die Auflagen seitens der Regierung werden allmählich weniger. Der rechte Zeitpunkt, Hayley Bullock und Dmitrij Gornowskij einzu­laden. Die Geigerin und der Cellist sind auch privat ein Paar, nachdem sie sich auf einer Konzert­reise in Australien kennen- und lieben gelernt haben. Heute spielen beide in der Kölner Kammer­phil­har­monie, die regel­mäßig unter anderem nach Australien reiste, bis Corona den Reisen einen Riegel vorlegte. In den vergan­genen Monaten waren die beiden Musiker also in ihrem Haus in Köln „gefangen“, hatten ausrei­chend Gelegenheit, gemeinsam neue Stücke einzuüben und sich auf ihren Auftritt im Hinter­hofsalon vorzu­be­reiten. Ein zynischer Unterton darf hier durchaus gehört werden. Davon lassen sich die beiden Musiker aber wenig anmerken.

Statt­dessen kommen die Besucher des Livestreams sehr schnell in den Genuss klassi­scher Freuden. Classical Delights – so heißt das Programm, das Bullock und Gornowskij vorbe­reitet haben. Los geht es mit dem dreisät­zigen Duett für Violine und Violon­cello Nr. 1 C‑Dur von Ludwig van Beethoven, das einen erfri­schenden Einstieg in den Klangraum von Geige und Cello bietet. Mittler­weile hat Gerhard von Richt­hofen die Mikro­fo­nierung perfek­tio­niert, und es lohnt sich, das Konzert über Kopfhörer anzuhören, um den ganzen Genuss mitzunehmen.

Nach einer gelun­genen Zwischen­mo­de­ration bringen die beiden Musiker zwei weitere dreisätzige Stücke zu Gehör: das kurzweilige Duett in D‑Dur von Joseph Haydn und das virtuos vorge­tragene, ebenfalls in drei Sätzen aufge­baute Duett in G‑Dur von Wolfgang Amadeus Mozart.

Nach dem offizi­ellen Programm der Wiener Klassik spielen die beiden Streicher noch ein Stück des mit ihnen befreun­deten Kompo­nisten David Lewiston Sharpe. Eine überra­schende Zugabe ist der dritte Satz dieses Memoria non est in mente, kommt es sehr getragen daher und lässt den Hörer doch eher nachdenklich zurück.

Insgesamt eine durch und durch in jeder Hinsicht gelungene Übertragung. Darüber, dass hier das Publikum fehlt, täuscht auch nicht der enthu­si­as­tisch vorge­tragene Applaus des Regie-Teams hinweg. Wird Zeit, dass die Kamera auch wieder beglückte Gesichter von Zuschauern einfangen kann. Ohne Publikum werden in der kommenden Woche Sopra­nistin Irene Kurka und Pianistin Frederike Möller auftreten, um Werke von Karlheinz Stock­hausen, Fanny Hensel, Clara Schumann, Charlotte Seither und Erik Satie zu präsentieren.

Michael S. Zerban

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