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Sommerfrische zur Weihnachtszeit

IM WEIßEN RÖSSL
(Ralph Benatzky)

Besuch am
15. Dezember 2018
(Premiere am 9. Dezember 2018)

 

Oper Köln, Staatenhaus Deutz

Gute Laune zur Weihnachtszeit garan­tiert die Kölner Oper mit ihrer Neuin­sze­nierung von Ralph Benatzkys Operette Im Weißen Rössl. Dass das turbu­lente, mit etlichen Ohrwürmern gespickte Stück im Sommer spielt, passt zwar nicht zur Jahreszeit, trübt aber nicht die Freude des Publikums an der turbu­lenten Produktion. 1930 urauf­ge­führt, konnten die Menschen eine Prise Sorglo­sigkeit gut vertragen. Das geschickte Libretto verknüpft diverse Liebes­af­fären und Intrigen mit dem Touris­ten­ge­schäft am sommer­lichen Wolfgangsee. Durchaus witzig, wenn auch völlig harmlos. Weder die Dekadenz der Endphase der Habsburger Monarchie noch Voraus­weise auf die düstere Entwicklung der 1930-er Jahre finden sich auch nur ansatz­weise wieder. Das unter­scheidet das Weiße Rössl von etlichen Operetten Franz Léhars und Emmerich Kálmáns, erklärt aber auch seine Popularität.

POINTS OF HONOR

Musik



Gesang



Regie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



So bekannt die Lieder vom schönen Sigismund und vom herzigen Salzkam­mergut auch sein mögen. Als Bühnen­stück ist das Weiße Rössl heute nur noch selten zu sehen. Was soll man auch damit machen? Die Kölner Intendanz vertraut die Produktion Genre-erfah­renen Kräften wie der Regis­seurin und Oberspiel­lei­terin Eike Ecker und dem Dirigenten Uwe Theimer an, die das Werk als kunter­bunte Revue aufmi­schen mit schrillen Kostümen von Ulrich Scholz, einer pitto­resken Alpen­land­schaft im Hinter­grund von Darko Petrovic, in die das Orchester integriert ist, und allen Registern klischee­hafter Operetten-Unter­haltung. Von überdrehten Slapsticks bis zum niedlichen Kellne­rinnen-Ballett, vom verträumten Schnee­treiben im Sommer bis zu den messer­scharf profi­lierten Charak­teren der Figuren bietet Ecker alles auf, um die Aufführung in Schwung zu halten. Und das gelingt ihr auch weitgehend und zwar ohne jeden hinter­grün­digen Tiefsinn. Dass man auf die ursprüng­lichen frechen Texte des „Ur-Rössls“ zurück­greift und die senti­men­ta­li­sierte Ära Peter Alexanders hinter sich lässt, gehört heute zum Standard. Doch trotz einiger Striche stellen sich angesichts der banalen Handlung immer noch einige Längen ein, die selbst ein erfah­rener Dirigent wie Theimer und das recht gute Ensemble nicht immer auffangen können. Dabei bietet Benatzky mit seinem Stilmix aus rührse­ligem Liebeslied, Jazz-Anleihen und alpiner Folklo­ristik an sich eine geeignete Basis für einen flotten Abend.

Gleichwohl: Die Besetzung kann durchweg überzeugen mit einer quick­le­ben­digen und resoluten Claudia Rohrbach als Rössl-Wirtin und einem stimmlich anschmieg­samen Martin Koch als Zahlkellner Leopold. Viel Detail­arbeit wurde in die Charak­te­ri­sierung der vielen Figuren inves­tiert, was sich entspre­chend auszahlt. Nicht nur bei Miljenko Türk als pomadenhaft schönem Sigismund, sondern auch bei Wilhelm Giesecke als derb auftre­tendem Berliner Fabri­kanten und den meisten weiteren Mitstreitern. Statis­terie, Chor und Tanzensemble der Kölner Oper geben ihr Bestes.

Insgesamt ein Rund-um-Sorglos-Paket mit beacht­lichem Unter­hal­tungswert und null Tiefgang. Viel Beifall des Publikums im bei weitem nicht ausver­kauften Staatenhaus.

Pedro Obiera

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