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Anna Bolena, Gaetano Donizettis 35. Oper, mit der ihm endlich auch in Mailand der Durchbruch gelang, bietet eine Steilvorlage für die Programm- und Besetzungspolitik des Lütticher Intendanten Stefano Mazzonis di Pralafera. Das tragische Ende der zweiten Gattin Heinrichs VIII., verknüpft mit einer spannenden Geschichte voller emotionaler Abgründe, gekleidet in dramatisch durchpulsten Belcanto vom Feinsten: Damit kann sich das Publikum zumindest auf ein vokales Fest freuen. Angesichts der aktionsarmen Handlung stört es auch nicht, dass sich Pralafera als Regisseur extrem zurückhält, die Sänger behutsam führt und alles tut, um sie angemessen in Szene setzen zu können. Dass das Auge dennoch nicht zu kurz kommt, dafür sorgen Gary Mc Cann mit luxuriösen Bühnenbildern im Stil der englischen Renaissance und nicht zuletzt Fernand Ruiz mit einem geradezu rauschenden Feuerwerk an prachtvollen Kostümen.
Das ist nicht gerade das, was man von einem modernen Opernhaus erwartet, wird dem Werk aber gerechter als manche originelle Konzeption, die sich als Selbstschuss erweist. Vor allem, wenn es gelingt, die immensen vokalen Anforderungen, die Donizetti den Sängern abverlangt, so überzeugend erfüllen zu können wie man es von der Lütticher Oper gewohnt ist.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Gesang | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Regie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Ein makellos homogenes Ensemble kann Pralafera für die Anna Bolena zwar auch nicht aufbieten. Mit der international bekannten Sopranistin Olga Peretyatko hat er jedoch für die Titelpartie eine Traumbesetzung gefunden. Eine blendende Bühnenerscheinung mit einer weichen, modulations- und nuancenreichen, mühelos ansprechenden Stimme, die die seelischen Nöte der unglücklichen Königin nicht erst in der ergreifenden Abschiedsszene ideal zum Ausdruck bringt. Es spricht für Donizettis feinen Bühneninstinkt, dass er auch die Rivalin, Annas Nachfolgerin Giovanna alias Jane Seymour, ähnlich differenziert charakterisiert wie die Titelheldin, so dass die Begegnungen der beiden Frauen weitere Höhepunkte der Oper markieren. Die gestalterisch ebenso intensiv auftrumpfende Sofia Soloviy hebt sich mit ihrer härteren und nicht ganz so wandlungsfähigen Stimme deutlich von der ihrer Kollegin ab. Die recht eindimensionale Zeichnung Heinrichs VIII. als hartherziger Tyrann wird in der blassen, stimmlich recht spröden Umsetzung durch Marco Mimica deutlicher als gewünscht. Und Celso Albelo sucht als Annas verflossener Liebhaber Percy sein Heil in tenoralem Dauerforte. Kultiviert erfüllen Francesca Ascioti als Page Smeton und Luciano Montanaro als Lord Rochefort ihre Aufgaben.
Giampaolo Bisanti führt am Pult des etwas rau aufspielenden Orchesters der Lütticher Oper straff und versiert durch den Abend.
Begeisterter Beifall für einen erneuten Erfolg der Lütticher Oper auf italienischem Terrain.
Pedro Obiera