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Foto © Lorraine Wauters

Belcanto vom Feinsten

ANNA BOLENA
(Gaetano Donizetti)

Besuch am
9. April 2019
(Premiere)

 

Opéra Royal de Wallonie, Liège

Anna Bolena, Gaetano Donizettis 35. Oper, mit der ihm endlich auch in Mailand der Durch­bruch gelang, bietet eine Steil­vorlage für die Programm- und Beset­zungs­po­litik des Lütticher Inten­danten Stefano Mazzonis di Pralafera. Das tragische Ende der zweiten Gattin Heinrichs VIII., verknüpft mit einer spannenden Geschichte voller emotio­naler Abgründe, gekleidet in drama­tisch durch­pulsten Belcanto vom Feinsten: Damit kann sich das Publikum zumindest auf ein vokales Fest freuen. Angesichts der aktions­armen Handlung stört es auch nicht, dass sich Pralafera als Regisseur extrem zurückhält, die Sänger behutsam führt und alles tut, um sie angemessen in Szene setzen zu können. Dass das Auge dennoch nicht zu kurz kommt, dafür sorgen Gary Mc Cann mit luxuriösen Bühnen­bildern im Stil der engli­schen Renais­sance und nicht zuletzt Fernand Ruiz mit einem geradezu rauschenden Feuerwerk an pracht­vollen Kostümen.

Das ist nicht gerade das, was man von einem modernen Opernhaus erwartet, wird dem Werk aber gerechter als manche origi­nelle Konzeption, die sich als Selbst­schuss erweist. Vor allem, wenn es gelingt, die immensen vokalen Anfor­de­rungen, die Donizetti den Sängern abver­langt, so überzeugend erfüllen zu können wie man es von der Lütticher Oper gewohnt ist.

POINTS OF HONOR

Musik



Gesang



Regie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



Ein makellos homogenes Ensemble kann Pralafera für die Anna Bolena zwar auch nicht aufbieten. Mit der inter­na­tional bekannten Sopra­nistin Olga Peretyatko hat er jedoch für die Titel­partie eine Traum­be­setzung gefunden. Eine blendende Bühnen­er­scheinung mit einer weichen, modula­tions- und nuancen­reichen, mühelos anspre­chenden Stimme, die die seeli­schen Nöte der unglück­lichen Königin nicht erst in der ergrei­fenden Abschieds­szene ideal zum Ausdruck bringt. Es spricht für Donizettis feinen Bühnen­in­stinkt, dass er auch die Rivalin, Annas Nachfol­gerin Giovanna alias Jane Seymour, ähnlich diffe­ren­ziert charak­te­ri­siert wie die Titel­heldin, so dass die Begeg­nungen der beiden Frauen weitere Höhepunkte der Oper markieren. Die gestal­te­risch ebenso intensiv auftrump­fende Sofia Soloviy hebt sich mit ihrer härteren und nicht ganz so wandlungs­fä­higen Stimme deutlich von der ihrer Kollegin ab. Die recht eindi­men­sionale Zeichnung Heinrichs VIII. als harther­ziger Tyrann wird in der blassen, stimmlich recht spröden Umsetzung durch Marco Mimica deutlicher als gewünscht. Und Celso Albelo sucht als Annas verflos­sener Liebhaber Percy sein Heil in tenoralem Dauer­forte. Kulti­viert erfüllen Francesca Ascioti als Page Smeton und Luciano Montanaro als Lord Rochefort ihre Aufgaben.

Giampaolo Bisanti führt am Pult des etwas rau aufspie­lenden Orchesters der Lütticher Oper straff und versiert durch den Abend.

Begeis­terter Beifall für einen erneuten Erfolg der Lütticher Oper auf italie­ni­schem Terrain.

Pedro Obiera

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