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Foto © Opéra Royal de Wallonie

Vokaler Balsam

LA DONNA DEL LAGO
(Gioac­chino Rossini)

Besuch am
10. Mai 2018
(Premiere am 5. Mai 2018)

 

Opéra Royal de Wallonie, Liège

Lässt man den Lütticher Premieren-Reigen der laufenden Saison an sich vorbei­ziehen, fällt es schwer, sich nicht ständig wieder­holen zu müssen. Was das vokale Niveau angeht, hat die Opéra Royal de Liège derzeit weit und breit keine Konkurrenz fürchten, wenn es um die Besetzung italie­ni­scher Opern des Belcanto-Genres geht. Auch für Gioac­chino Rossinis weniger bekannte Walter-Scott-Adaption La Donna del Lago – Die Dame vom See – hat Intendant Stefano Mazzonis di Pralafera wiederum ein exzel­lentes Ensemble zusammengestellt.

La Donna del Lago gehört zu den leisen, sanften Stücken Rossinis. Keine Ouvertüre, keine überdrehten Finale, keine exaltierten Bravour-Arien bestimmen das Werk, sondern feine, lyrische Töne und duftige Natur­stim­mungen, die das melodische Potenzial Rossinis glücklich zur Geltung kommen lassen. Die 1819 urauf­ge­führte Oper leitete eine ganze Serie von Opern ein, die sich mit Romanen des schot­ti­schen Dichters Walter Scott beschäf­tigen. Hier geht es um eine Vierecks­ge­schichte, in der sich der schot­tische König Uberto ins Haus der Rebellen-Tochter Elena verirrt. Er verliebt sich in sie, sie hat aber bereits ihr Herz dem Rebellen Malcolm versprochen, während ihr Vater auf eine Ehe mit dem groben Aufrührer Rodrigo drängt. Es kommt zum ungewöhn­lichen Happy End. Der König verzichtet und begnadigt die Rebellen, Malcolm und Elena können ihr Glück finden.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Szenisch bleibt man in Lüttich der bewährten Praxis treu, in aufwän­digen Dekora­tionen und Kostümen die Figuren so sparsam zu führen, dass sie vor allem ungestört singen können. Angesichts der beschei­denen drama­ti­schen Höhepunkte des Stücks, das nicht allzu viel Raum für origi­nelle Pointen bietet, eine vertretbare Lösung. Dass Regisseur Damiano Michie­letto das Liebespaar ständig von Statisten im Greisen­alter doubeln lässt, so dass die Handlung wie eine verträumte Rückblende anmutet, verwirrt freilich eher. Ausstatter Klaus Bruns überzeugt mit einem verfal­lenen Schloss-Prospekt, das durch raffi­nierte Licht­ef­fekte Grusel­ef­fekte andeutet, wie man sie von einem schot­ti­schen Spukschloss erwartet, auch wenn Handlung und Musik dafür wenig Nährstoff bieten.

Aus dem Ensemble stechen zwei Frauen­stimmen markant hervor. Allen voran Marianna Pizzolato, die in der etwas gewöh­nungs­be­dürf­tigen Hosen­rolle des Rebellen und Liebhabers Malcolm mit ihrem warmen, sicher geführten Mezzo­sopran reinsten stimm­lichen Balsam verströmt. Als Elena, der Dame vom See, steht ihr Salome Jicia kaum nach, auch wenn ihre Stimme nicht ganz so biegsam reagiert wie die ihrer Kollegin. In den Duetten mischen die Farben der Stimmen ideal und garan­tieren Belcanto-Kultur vom Feinsten.

Nicht ganz so ideal ist es um die Männer­rollen bestellt. Sergey Romanovsky als unsym­pa­thi­scher Rebell Rodrigo singt recht unaus­ge­glichen, Simón Orfila als Elenas Vater Douglas grob. Maxim Mironov als letztlich verzich­tender und großher­ziger König Uberto gefällt durch seinen kleinen, aber anspre­chenden Tenor. Und das alles mit feinem stilis­ti­schem Gespür von Maestro Michele Mariotti geleitet.

Viel Beifall für ein weiteres Beispiel exzel­lenter Gesangs­kultur am Lütticher Opernhaus.

Pedro Obiera

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