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Foto © Lorraine Wauters

Lütticher Sängerfest setzt sich fort

RIGOLETTO
(Giuseppe Verdi)

Besuch am
21. Dezember 2017
(Premiere)

 

Opéra Royal de Wallonie, Liège

Wenn es um das italie­nische Genre an der Opéra Royal de Wallonie in Liège geht, kann man sich kurzfassen. Szenisch darf man in der Regel kaum mehr als stock­kon­ser­vative Hausmannskost erwarten, während das musika­lische Niveau in seiner Konstanz in weitem Umfeld seines­gleichen sucht. Während die aktuellen Traviata-Produk­tionen in Köln und Aachen ebenso wie Donizettis Maria Stuarda an der Deutschen Oper am Rhein vokales Mittelmaß nicht übersteigen, gelingt dem emsigen und bestens vernetzten Inten­danten der Lütticher Oper, Stefano Mazzonis di Pralafera, ein Volltreffer nach dem anderen. In dieser Saison bot Lüttich mit Puccinis Manon Lescaut, Bellinis Norma und jetzt Verdis Rigoletto Sänger­feste in Serie an.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Da nimmt man auch gern die alles andere als innova­tiven Insze­nie­rungen in Kauf. Beim Rigoletto führt wieder einmal der Intendant selbst Regie. Das tut er mit viel Herzblut, jedoch ohne sonder­liche psycho­lo­gische Reflexion, die gerade der Rigoletto bräuchte. Zu sehen ist eine grund­solide, das Libretto wörtlich nehmende Insze­nierung, für die sich Mazzonis di Pralafera sogar an den histo­ri­schen Bühnen­bildern des 19. Jahrhun­derts orien­tiert. Liebevoll gemalte Szenarien, die eine pitto­reske Renais­sance-Welt wie aus dem Bilderbuch erstehen lassen. Und das in aufwän­digen Dekora­tionen, die der Intendant eigens in der Mailänder Werkstatt Sceno­grafie Sormani-Cardar­opoli anfer­tigen ließ. Hier bleiben der Ballsaal ein Ballsaal und die finstere Wohngasse Rigolettos eine finstere Wohngasse. Dass Rigoletto seinen Buckel behalten darf, dass Gilda im leibhaf­tigen Sack ihr junges Leben aushauchen darf, ist in Lüttich selbstverständlich.

Das ist hübsch anzusehen und der fehlende Tiefgang wird ausge­glichen durch das glück­liche Händchen, mit dem der Intendant selbst schwie­rigste Partien vorzüglich bis erstklassig besetzen kann.

Foto © Lorraine Wauters

Geradezu sensa­tionell bringt sich in der neuesten Produktion die junge Jessica Nuccio als Gilda mit ihrem kernge­sunden, jugend­lichen Sopran ein. Eine helle, in allen Lagen flexibel und mühelos anspre­chende Stimme, die auch in hohen Lagen mit einer geradezu verfüh­re­ri­schen Piano-Kultur verwöhnen kann, wie man sie aus den besten Zeiten der Caballé kennt. Keine Spur von forciertem Überdruck, nicht das geringste Anzeichen für unkon­trol­liertes Tremo­lieren. Auch darstel­le­risch bietet sie mit ihrem Hauch jugend­licher Unschuld eine Augenweide.

Kaum weniger überzeugt George Petean in der Titel­rolle mit seinem mächtigen, etwas rauen, aber überwäl­tigend präsenten Bariton. Ein Sänger, der die merkwürdige Mischung aus väter­licher Güte, intri­ganter Bösar­tigkeit und unbän­diger Rachsucht sowohl darstel­le­risch wie gesanglich glaubhaft verkörpern kann. Und auch Giuseppe Gipali als Herzog überzeugt mit einer Inter­pre­tation voller Strahl­kraft, auch wenn die Spitzentöne etwas eng wirken. Glänzend der profunde Bass von Luciano Montanaro als Spara­fucile. Die kleineren Rollen sind weitgehend angemessen besetzt.

Am Pult des Orchesters der Opéra Royal de Wallonie-Liège verströmt Giampaolo Bisanti viel Theaterluft, setzt markante Akzente und trägt die Sänger hilfreich durch den Abend. Wackel­kon­takte zwischen Chor und Orchester dürften der Premie­ren­ner­vo­sität anzulasten sein. Musika­lisch die derzeit beste Produktion einer italie­ni­schen Oper in weitem Umfeld bis an die Grenzen von Rhein und Ruhr.

Viel Szenen­ap­plaus und ovati­ons­hafte Begeis­terung für eine altmo­dische, aufgrund ihrer musika­li­schen Qualität jedoch dennoch aktuelle Verdi-Produktion.

Pedro Obiera

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