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Foto © Jonathan Berger

Stimmenfest der Superlative

RIGOLETTO
(Giuseppe Verdi)

Besuch am
3. März 2022
(Premiere)

 

Opéra Royal de Wallonie, Liège

Es ist ein Fest junger, hochbe­gabter Stimmen, der neue Rigoletto an der Lütticher Oper. Mit dem mongo­li­schen Bariton Amartuvshin Enkhbat in der Titel­rolle und der kasachi­schen Sopra­nistin Maria Mudryak als Gilda hat Intendant Stefano Pace für die Besetzung ein ebenso glück­liches Händchen bewiesen wie sein verstor­bener Vorgänger Stefano Mazzonis di Pralafera. Mit dem Unter­schied, dass Pace diesmal nicht auf altbe­währte Stars zurück­greift, sondern fast noch blutjungen Talenten eine Chance bietet, die sie auch in beglü­ckender Weise nutzen. Amartuvshin Enkhbat strahlt mit seinem körper­lichen Einsatz und seiner überwäl­tigend volumi­nösen, gleichwohl nuanciert geführten Stimme eine bestri­ckende Präsenz aus. Und seine Kollegin Maria Mudryak setzt mit ihrer mädchen­haften Anmut einen Kontra­punkt von entwaffnend anrüh­render Anmut. Ihre ebenfalls mühelos geführte, von Höhen­flügen in zarteste Piano-Sphären gekrönte Stimme gehört zu den inter­es­san­testen Entde­ckungen im lyrischen Fach der letzten Zeit. Kein Wunder, dass die Duette zwischen Vater und Tochter mit diesen Spitzen­be­ga­bungen zu den Höhepunkten der Aufführung gehören. Man darf hoffen, dass die Zweit­be­setzung mit Sebastian Catana und Jodie Devos mit ähnlich starken Leistungen überzeugen kann.

Foto © Jonathan Berger

Auch der ebenso junge perua­nische Tenor Iván Ayón Rivas zeigt in der Rolle des Herzogs Quali­täten, auch wenn seine Stimme in den Höhen enger klingt und nicht so frei anspricht wie die der beiden Protago­nisten. Zusammen mit den vorzüglich besetzten Neben­rollen, allen voran Rubén Amoretti als Spara­fucile und Sarah Laulan als Maddalena, sowie dem drama­tisch impul­siven Dirigat von Daniel Oren garan­tiert der neue Rigoletto zumindest in dieser Besetzung ein Stimmenfest der Superlative.

Die Insze­nierung des Hollywood-erfah­renen Schau­spielers und Regis­seurs John Turturro, The Big Lebowski, fällt gediegen, wenn auch unspek­ta­kulär aus. Er entfaltet in den meist neblig trüb ausge­leuch­teten Kulissen von Francesco Frigeri ein düsteres, durchaus cineas­tisch beein­flusstes Szenario, deutet die bigotte Dekadenz der Hofge­sell­schaft nicht zuletzt dank lasziver Choreo­grafien von Giuseppe Bonanno treff­sicher an und vertraut Verdis mit seismo­gra­phi­scher Sensi­bi­lität in Töne gesetzten psychi­schen Fieber­kurven der Figuren. Damit kann nichts schief gehen, wenn man sich auf Darsteller wie die in Lüttich verlassen kann.

Die histo­risch geprägten Kostüme von Marco Piemontese sowie manches klischee­hafte Detail in der Perso­nen­führung hinter­lassen zwar einen leicht musealen Eindruck, der angesichts der packenden musika­li­schen Ausführung aber erträglich bleibt. Gleichwohl hätte eine szenisch inten­sivere Betreuung gerade der jungen Protago­nisten das Gesamt­produkt ideal abrunden können.

Begeis­terter Beifall für ein weiteres vokales Gala-Diner der Lütticher Oper, die diesmal ihren Trumpf mit jungen Hoffnungs­trägern ausspielt. Und das mit vollem Erfolg. Und vor voll besetztem Haus.

Pedro Obiera

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