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Foto © Matthias Stutte

Von Botticelli bis Malewitsch

FARBEN DER WELT
(Robert North)

Besuch am
4. Mai 2019
(Urauf­führung)

 

Theater Krefeld Mönchen­gladbach, Theater Rheydt

Farben der Welt: Zu seinem neuen Tanz-Programm ließ sich Ballett-Direktor Robert North von Gemälden und Künstlern aus mehreren Jahrhun­derten inspi­rieren. Die Urauf­führung des viertei­ligen Abends im Theater Mönchen­gladbach stößt beim Premieren-Publikum auf begeis­terte Zustimmung.

Es verwundert nicht, dass angesichts des Mottos den Bühnen­bildern und Kostümen eine noch stärkere Bedeutung zukommt, als man es von Ballett-Abenden gewohnt ist. Und da fallen gleich im ersten Beitrag, Minia­turen nach Einge­bungen von Henri Matisse, helle, bunte geome­trische Figuren ins Auge, mit denen Ausstatter Andrew Storer zu den neoklas­si­zis­ti­schen Klängen von Acht instru­men­talen Minia­turen und den beiden Suiten für kleines Orchester von Igor Strawinsky ein freund­liches Szenario entwarf, das Robert North für eine luftig-leichte Choreo­grafie auf klassi­scher Grundlage nutzte. Eine Frühlings­stimmung stellt sich ein, die North im letzten Beitrag aufgreift und damit dem stilis­tisch ansonsten sehr unter­schiedlich gestrickten Werk-Reigen einen Rahmen gibt.

POINTS OF HONOR

Musik



Tanz



Choreo­grafie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



Dass North im Finale unter dem Titel Tempus Fugit die Bilderwelt William Turners in lichte, mediterrane Klänge Antonio Vivaldis taucht, wirkt auf den ersten Blick wenig schlüssig, erinnert aber an die starke Wirkung der Italien-Reise Turners 1819, die seine Aufmerk­samkeit auf die Licht­energie der Sonne richtete. Und die Sonne beherrscht in Mönchen­gladbach auch das von North selbst konzi­pierte Bühnenbild. Ob freilich die fröhliche Fiesta-Stimmung seiner Choreo­grafie Turners diffe­ren­zierten Stimmungs­ge­mälden gerecht wird, darüber lässt sich streiten. Jeden­falls findet der Abend damit einen unbeschwert heiteren Abschluss, noch dazu vorzüglich musiziert von den Nieder­rhei­ni­schen Sinfonikern.

Einen dunklen Kontrast bildet Robert Norths Choreo­grafie Verkün­digung nach Sandro Botti­cellis berühmtem Gemälde. Die Bühne bleibt diesmal leer, dafür lässt North das Leben des Messias von der Verkün­digung Marias bis zur Passions- und Aufer­ste­hungs­ge­schichte erstehen, darge­stellt von vier Solisten und zwei Aposteln zu einer filmreifen Musik von Howard Blake. Mit der magischen Licht­regie Botti­cellis hat das wenig zu tun, und manches erinnert, trotz beacht­licher tänze­ri­scher Leistungen von Irene van Dijk als Maria, Marco A. Carlucci als Engel und Alessandro Borghesani als Jesus, an eine recht vorder­gründige Illus­tration wie aus einem Film vergan­gener Tage.

Foto © Matthias Stutte

Gleich zwei schwarze Quadrate in Anlehnung an das Marken­zeichen Kasimir Malewitschs beherr­schen die von Udo Hesse gestaltete Bühnen­rückwand in der neuesten Arbeit Norths, Kasimir Malewitsch, zu der der russische Pianist und Komponist André Parfenov eine vierteilige Orches­ter­suite beigesteuert hat. Parfenov, der schon an mehreren Produk­tionen am Theater Krefeld Mönchen­gladbach beteiligt war, lässt es in den Ecksätzen, wenn Francesco Rovea als „Künstler“ und Irene van Dijk als „Muse“ um Einge­bungen ringen, in satten sympho­ni­schen Leucht­farben aufklingen, durch­setzt mit russisch timbrierten Glocken­klängen. In den Binnen­sätzen, in denen eine Petruschka-ähnliche Puppe zum Leben erweckt wird, orien­tiert sich Parfenov deutlich an Strawinskys Ballett­mu­siken. Eine vorzüg­liche musika­lische Vorlage, von den Nieder­rhei­ni­schen Sinfo­nikern unter Leitung von Andreas Fellner sorgfältig ausgeführt.

Vier unter­schied­liche Arbeiten, die dem Tanz-Ensemble eine Menge an Flexi­bi­lität abver­langen, auch wenn Robert Norths Bewegungs­sprache auf extreme Extra­va­ganzen und Heraus­for­de­rungen verzichtet. Das Publikum nimmt den kurzwei­ligen Abend jeden­falls mit heller Begeis­terung auf.

Pedro Obiera

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