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PREISTRÄGERKONZERT ARD-MUSIKWETTBEWERB
(Diverse Komponisten)
Besuch am
20. September 2018
(Einmalige Aufführung)
Der ARD-Musikwettbewerb gehört zu den renommiertesten Wettbewerben in Deutschland und stellt in seiner 67. Wiederholung erneut seine Bedeutung für junge Künstler unter Beweis. Der jährlich stattfindende Wettbewerb wird immer für unterschiedliche Instrumente einschließlich der menschlichen Stimme ausgeschrieben. Die Teilnehmer haben zumeist ihre Ausbildung abgeschlossen und bereits erste berufliche Erfahrungen gesammelt. Viele, heute international bekannte Musiker haben daran teilgenommen und so den Grundstein für Ihre Karriere gelegt. Berühmte Namen wie Jessye Norman, Heinz Holliger oder Franzisco Araiza gehören dazu. Dieses Jahr wurden junge Talente der Trompete, Viola und des Gesanges ausgezeichnet. Die öffentlichen Preisträgerkonzerte als Abschluss des mehrwöchigen Wettbewerbs sind beim Publikum beliebte Konzerte, um auch für sich neue Stars und Lieblinge kennenzulernen. Gemeinsam mit dem Münchener Kammerorchester gaben im prächtigen Ambiente des Münchner Prinzregententheaters junge Talente ihr Können zum Besten.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Gesang | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Seit sechs Jahren spielt Mihály Könyves-Tóth im Opernorchester seiner Heimatstadt Budapest Trompete. Bei verschiedenen nationalen und internationalen Wettbewerben hat er bereits Preise errungen. Dieses Jahr gelang ihm der zweite Platz beim ARD-Musikwettbewerb. Mit technischer Bravour, aber besonders mit Leichtigkeit und Schwung präsentiert er seine Interpretation des besonders für seinen Finalsatz bekannten Trompetenkonzerts von Joseph Haydn Es-Dur. Sicher setzt er die Töne an, klar intoniert, ohne an- oder zu verblasen. Seine Anspannung wirkt sich hier nicht auf sein Spiel aus und gewinnt an Leichtigkeit und klassischer Heiterkeit. Mit seiner sympathischen jugendlichen Ausstrahlung ist sein Erringen des Publikumspreises nachvollziehbar.
Mit seinen zwanzig Jahren ist der Japaner Takehiro Konoe sechs Jahre jünger als der Ungar vor ihm, aber in seiner Wirkung ausgesprochen professionell und routiniert. Seine Gestaltung des Konzertes für Viola und Orchester D‑Dur von Franz Anton Hoffmeister, einem Zeitgenossen Joseph Haydns und Vertreter der frühen Klassik, überzeugt mit Perfektion im Spiel, aber auch mit der nuancenreichen, sehr schwunghaften und tänzerischen Interpretation. In den Kadenzen trumpft er mit seinem technischen Können. Ohne scharfen Strich mit präzisem Griff gleitet er über den Hals seines Instrumentes. Dabei kommen seine langen schlanken Finger zur eindrucksvollen Wirkung. Seine Solorolle füllt er mit Bühnenpräsenz aus, zieht aber das Orchester in Tempo und Schwung mit.

Eine ebenso überzeugende Präsentation gelingt dem Klaviertrio Marvin, das den dritten Preis erspielte. Die Musiker aus Kasachstan, Russland und Deutschland haben sich 2016 in Leipzig zusammengefunden und bereits mehrfach Preise gewonnen. Auch als Solisten waren und sind sie erfolgreich. Mit dem zeitgenössischen Werk des lettischen Komponisten Peteris Vasks dokumentieren sie das hohe Niveau ihres Zusammenspiels selbst nach erst kurzer Zeit des Bestehens. Das Werk stellt hohe Anforderungen an jeden Musiker durch ausgeprägte solistische Stimmführungen und komplizierte Rhythmik und Einsätze als Einheit. Souverän zeigen sich die drei jungen Talente in ihren Charakteren und gestalterischen Kraft. Die russische Geigerin Marina Graumann steckt spannungsgeladen den Rahmen, Vita Kan aus Kasachstan füllt am Klavier emotional den Raum und Marius Urba legt mit klarem, vollmundigem Cellospiel das Fundament. Episodi und canto perpetuo ist das Werk tituliert, und der Titel wird gekonnt realisiert. Die einzelnen Soli-Passagen legen sich wie aneinandergereihte Episoden über einer durchgängig angesetzten, lieblichen Grundmelodie in fugenhafter Gestaltung.
Den Abschluss liefert der bereits gesetzt wirkende Bassbariton Milan Sijanov aus der Schweiz. Er hat mannigfaltig Bühnenerfahrung und ist zurzeit bereits auch am Nationaltheater München in der Wiederaufnahme der Meistersinger als Nachtwächter sowie in Figaros Hochzeit zu hören. Hieraus zitiert er drei Arien und schlüpft dabei in drei Rollen, Figaro, Graf Almaviva und Leporello. Seine Stimme ist großflächig, voluminös und dunkel gefärbt. Groß ist sein Stimmumfang, Tiefe und Höhe sind wohl ausgestaltet. In der Akzentuierung und Rollennuancierung liegt die Stimme hinter seinem schauspielerischen Talent.
Das Publikum spendet allen Teilnehmern heftig Beifall. Spür- und hörbar ist der kollegiale Jubel der jugendlichen Kollegen.
Helmut Pitsch