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Puccini hat an seinem Opus Tosca bis zum Schluss immer wieder gearbeitet, bis zur Uraufführung 1900 in Rom liegen mehrere Fassungen vor, von denen sich die hier gespielte Version mit dem Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica durchgesetzt hat. Es dürften vor allem die Grundelemente der Oper und die sehr gefälligen, einschmeichelnden Melodien der Arien sein, die diese Oper zu einem der meist gespielten Werke der Opernliteratur gemacht haben. Dabei schrieb Giacosa noch 1889, „dass die Tosca kein Stoff für eine Oper ist“. Zorn, Eifersucht und Liebe: Zwischen diesen Polen bewegt sich das Gefühlsleben der Floria Tosca, die sich – schließlich verzweifelt und ausweglos – zwischen zwei Männern zu orientieren versucht und den dritten zurückweist, die jeder andere Absichten hegen – und keineswegs nur edle. Wie im und nach jedem Krieg sind auch in Rom, in Italien um 1800 die Verhältnisse durcheinandergeraten; Übergriffe, Willkür und Korruption bestimmen den Alltag. Frankreich und Österreich kämpfen um die Vorherrschaft im zersplitterten Europa, der Kirchenstaat mischt munter in der Politik mit. Da hat es ein Liebespaar wie die Sängerin Floria Tosca und der Maler Cavaradossi schwer, seine Sehnsüchte und edlen Absichten zu leben. Wenn sich dann noch Staatsräson und Geheimpolizei dazu mischen, sind Willkür und Chaos nicht mehr weit. Wie die einzelnen Personen „an solchen Systemen zerbrechen müssen, nicht aber ihr freier Geist“, das zu zeigen, ist Absicht der vielseitig arbeitenden Regisseurin Mascha Pörzgen. Es gelingt ihr mit ihrer Tosca-Inszenierung nur zum Teil.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Gesang | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Regie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Obwohl die Aufführung die letzte der diesjährigen Tosca-Inszenierung ist, haben Darsteller und Orchester keine Mühe, das Intrigen- und Schicksalsspiel der Protagonisten aus dem Rom um 1800 mit Energie und Elan auf die Bühne zu bringen. Andreas Hotz hat mit dem Osnabrücker Symphonieorchester einen erfahrenen und musikalisch bestens gelaunten Klangkörper zur Hand, der mit dem Opernchor, einem Extra- und einem Kinderchor gut harmoniert. Die Titelrolle der Tosca füllt Lina Liu musikalisch und darstellerisch hervorragend aus. Sie präsentiert mit geschmeidigem Sopran bekannte Arien wie Vissi d’arte zur Freude der Zuhörer glasklar und überzeugt auch darstellerisch. Auch Ricardo Tamura, Tenor, als Maler Cavaradossi und José Gallisa als Staatsfeind Cesare Angelotti, Bass, überzeugen mit kräftigen, wohl tönenden Stimmen. Bariton Rhys Jenkins, „ein bigotter Frömmler“ und Frauenheld, hat es in der Rolle des „Bösewichts“ schwerer, überzeugt aber ebenfalls als Baron Scarpia.

Doch trotz der durchweg guten Gesangsbeiträge und eines lebendig aufspielenden Orchesters bleibt der Gesamteindruck verhalten, sehen die Zuhörer nur einmal einen Anlass für einen vorsichtigen Zwischenapplaus, der zündende Funke springt nicht über. Irgendwie kommt das Geschehen nicht aus dem Ambiente eines italienischen Bergdorfes heraus, Andeutungen des höfisch-adligen Flairs, des lustvollen Lebens am Hofe der Edelleute sucht der Besucher vergebens.
Mascha Pörzgen hat darauf verzichtet, ihre Inszenierung „auf den Tag und andere historische Details“ festzulegen. Polizisten tragen eben Uniformen und haben eine Maschinenpistole unter dem Arm … Sie sieht in der Osnabrücker Aufführung ein Musikdrama, das „unser heutiges Empfinden zeitgenössisch“ bedient. Die Aufführung wirkt nach Bühnenbild und Ausstattung der Figuren eher schmucklos, die Personenchoreografie manchmal unverständlich. Die Garderobe der Sängerin Floria Tosca, eine „selbstwusste Diva“, wirkt alles andere als „damenhaft“.
So erleben die Besucher dieser letzten Aufführung einen musikalisch sinnlich-emotionalen, manchmal berauschenden Melodienabend, der sich zu selten im Spiel auf der Bühne wiederfindet.
Horst Dichanz