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L’ISOLA DISABITATA
(Joseph Haydn)
Besuch am
19. April 2019
(Premiere)
Die Musikkultur Rheinsberg hat ein weiteres Projekt zum Kulturangebot in dem schönen Städtchen mit königlicher Tradition ins Leben gerufen: Die Osterfestspiele Schloss Rheinsberg. Vom 19. bis 28. April werden in diesem Jahr Oper, Schauspiel und Konzertaufführungen geboten.
Den Auftakt macht eine Neuproduktion von Joseph Haydns letzter Oper L’Isola dishabitata – Die unbewohnte Insel – mit einem Libretto von Pietro Metastasio. 1779 uraufgeführt, ist es eine selten gespielte Kammeroper mit nur vier Protagonisten, die wunderbar auf die doch relativ kleine Bühne des Schlosstheaters passt.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Gesang | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Regie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
In der Azione per musica in zwei Akten geht es um Liebe und Verlust, Verzweiflung aber auch Neugier und Lebenslust. Das frisch vermählte Paar, Gernando und Costanza, und deren junge Schwester Silvia wollen seinen Vater in Westindien besuchen. Ein schwerer Sturm zwingt das Schiff, an einer unbewohnten Insel anzulegen. Vor Erschöpfung schlafen alle an Land ein. Beim Erwachen müssen Costanza und Silvia feststellen, dass Gernardo und die Seeleute spurlos verschwunden sind. Die Oper beginnt dreizehn Jahre nach diesem Ereignis. Costanza ist zutiefst verbittert und hasserfüllt gegen ihren Ehemann, der sie so schändlich verlassen hat. Sie kommt mit dem Alltag auf der lieblichen Insel nicht zurecht und hat im Prinzip mit dem Leben abgeschlossen. Dagegen findet Silvia das Leben auf der Insel sehr behaglich, immerhin bietet sie alles, was man zum Leben braucht. Eines Tages kommt dann doch die Rettung: Gernardo mit seinem Freund Enrico tauchen auf der einsamen Insel auf. Es stellt sich heraus, dass Gernardo und die Seeleute damals von Piraten entführt wurden. Das Wiedersehen stürzt alle in ein Gefühlschaos, in dem die vertrauten Koordinaten ins Wanken geraten. Costanza vergibt ihm natürlich. Silvia und Enrico werden auch ein Paar und somit wird das Happy End gefeiert.

Regisseurin Lisa Stumpfögger bezieht die Entstehungszeit dieses Kleinods in ihr Konzept mit ein und weist die Sänger in die emotionale Gestik der damaligen Zeit ein. Sie wird von Herbert Kapplmüller, der für Bühne und Kostüme verantwortlich zeichnet, unterstützt: Er entwirft ein vereinfachtes Guckkasten-Theater, wie es etwa im späten 18. Jahrhundert Mode war. Auf, unter, vor und hinter dieser Theater-Insel findet die Aktion statt. Versatz-Stücke wie ein Sarg-Deckel oder gemalte Bäume dienen als symbolische Requisite, wenn über die Gegensätze zwischen Natur und Zivilisation, Verzweiflung, Tod oder Verlust gesungen wird.
Die vier jungen Sänger sind allesamt mit Herz und Seele dabei. Mezzo Cecilia Gaetani ist Preisträgerin des Internationalen Wettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2018. Sie überzeugt durch ihren emotionalen Ausdruck der melancholischen Costanza. Ebenso Preisträgerin ist Sopran Jerica Steklasa, die eine bezaubernde Silvia singt, voller naiver Unschuld und glasklaren Koloraturen. Eddie Mofokeng überzeugt mit seinem warmen Bariton als der treue Freund Enrico. Tenor Johannes Grau, auch Preisträger, hat trotz deutlicher stimmlicher Indisposition durchgehalten und die Vorstellung somit „gerettet“. Zwar gibt es keine anderen menschlichen Wesen auf der einsamen Insel, aber in dieser Produktion sehr wohl niedliche Fantasietierchen, die von den Kindern der Ballett-Kompanie Berlin mit Charme und Unschuld dargestellt werden.
Dieses Kleinod des Opernrepertoires wird von der Lautten Compagney Berlin unter der Ägide ihres musikalischen Leiters, Wolfgang Katschner, begleitet. Das Ungewöhnliche an diesem Werk sind die durchkomponierten Rezitative, die Joseph Haydn in dieser, seiner letzten Oper, erdachte. Damals galt das als absolute Novität. Katschner entlockt seinem Ensemble gekonnt gefühlvolle Akzente, die die gesungenen Emotionen auf der Bühne unterstreichen.
Einhelliger Applaus für die Solisten, Musiker und Produktion, die somit den Auftakt zu einer weiteren Bereicherung des Kulturangebotes im Umfeld von Berlin bilden.
Zenaida des Aubris