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Foto © Marco Borelli

„In eins verschmolzen sind Töne und Worte“

CAPRICCIO
(Richard Strauss)

Besuch am
26. Juli 2024
(Premiere)

 

Salzburger Festspiele, Großes Festspielhaus, Salzburg

Prima la musica, dopo le parole!“ oder vielleicht doch umgekehrt? Von diesem ewigen, akade­mi­schen Wettstreit über die Rangordnung der Künste – Text oder Musik, was ist wichtiger – handelt Capriccio von Richard Strauss, dessen Urauf­führung 1942 in München stattfand. Ein Problem, das so alt ist wie die Gattung Oper selbst. In seiner letzten Oper, dessen Libretto von Clemens Krauss und dem Kompo­nisten selbst stammt und das auf eine Idee von keinem Gerin­geren als von Stefan Zweig zurückgeht, werden sie symbo­li­siert durch den ernst­haften Dichter Olivier und den leiden­schaft­lichen Kompo­nisten Flamand, die beide verliebt um die Gunst der kunst­be­geis­terten Gräfin Madeleine buhlen. Die Handlung spielt in adligen Kreisen zu absolu­tis­ti­scher Zeit in Paris. Als Flamand das Sonett von Olivier vertont, ist die Umworbene gerührt. Sobald sie später für sich allein das Gedicht rekapi­tu­liert, indem sie die Melodie Flamands dazu singt, kommen ihr Text und Musik wie eine unzer­trenn­liche Einheit vor. Es zeigt sich: Nur gemeinsam können Wort und Ton – Olivier und Flamand – die Gräfin erobern. Ohne einander können die beiden Herren ihrer Muse nicht nahekommen, mitein­ander aber ihr Herz gewinnen. Es gibt einen symbol­träch­tigen Liebes­kon­flikt: Wer verdient den Vorzug – Flamand oder Olivier? Die Gräfin lässt offen, für wen sie sich entscheidet. Am Schluss bleibt alles in der Schwebe.

Foto © Marco Borelli

Und man ist beglückt, das Musik­drama in einer so stimmungs­vollen Symbiose von Gesang und Musik zu erfahren, wie sie jetzt konzertant am offizi­ellen Eröff­nungstag bei den Salzburger Festspielen im vollen Großen Festspielhaus zu erleben ist. Der bayrische Komponist betrachtete das höchst un­gewöhnliche Werk als sein „Testament“ und nimmt dabei Bezug auf den berühmten, von der weh­mütig schönen Mondschein­musik einge­lei­teten Schluss­mo­nolog der Gräfin: „Ist nicht dieses Des-Dur der beste Abschluss meines theatra­li­schen Lebens-Werkes?“

Am Pult ein ausge­spro­chener Experte in Sachen Richard Strauss: Christian Thielemann, der die glänzend dispo­nierten Wiener Philhar­mo­niker kammer­mu­si­ka­lisch trans­parent, mit größter Sensi­bi­lität und Schat­tie­rungen, Präzision, Liebe zum Detail und viele Spannungs­bögen erzeugend leitet und besonders die Mondlicht­musik herrlich aufblühen und zum Ereignis werden lässt.

Zudem steht ihm ein ideales, exqui­sites Sänger­ensemble zur Verfügung:  Elsa Dreisig singt die Gräfin Madeleine mit innigem, silbrigem Sopran und wunder­barem Legato. Bo Skovhus ist ein kerniger, witziger, affek­tierter Graf. Sebastian Kohlhepp ist der hinreißend schwär­me­rische und höhen­si­chere Musiker Flamand, Konstantin Krimmel der Dichter Olivier mit schönem, weichem Timbre. Mika Kares gibt den Theater­di­rektor La Roche beein­dru­ckend und stimm­ge­waltig, Ève-Maud Hubeaux ist eine großartige Schau­spie­lerin Clairon. Jörg Schneider singt den Monsieur Taupe mit hellem Tenor. Köstlich witzig: Tuuli Takala und Josh Lovell wunderbar als italie­ni­sches Sängerpaar.

Riesiger Jubel.

Helmut Christian Mayer

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