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FESTKONZERT
(Gioacchino Rossini, Richard Wagner)
Besuch am
21. Mai 2018
(Einmalige Aufführung)
Da Rolando Villazón wieder einmal kurzfristig abgesagt hat, wird die Dramaturgie des finalen Festkonzerts im Großen Festspielhaus bei den Salzburger Pfingstfestspielen gehörig durcheinandergebracht und das Programm muss, da es in der kurzen Zeit keinen Ersatz gibt, abgeändert werden. Trotzdem bleibt die Begegnung der unterschiedlichen Musikwelten von Gioachino Rossini und Richard Wagner spannend. Die beiden sind sich ja tatsächlich 1860 in Paris begegnet und sollen sehr freundlich miteinander umgegangen sein, was aber angesichts der überlieferten Anekdoten und schriftlichen Aufzeichnungen schwer zu glauben ist.
Und so singt Cecilia Bartoli im ersten Teil des Abends allein Gioachino Rossinis Arien aus Il barbiere di Siviglia, und zwar die Kavatine der Rosina Una voce poco fa und das Schlussrondo der Angelina Non piú mesta aus La Cenerentola, wobei ihr die extrem diffizilen, kaum singbaren Koloraturen insbesondere bei Letzterem ganz vortrefflich geraten. Sie kann wieder einmal beweisen, was sie noch alles mit ihrer Gurgel zu leisten und wie sie Pointen zu setzen vermag. Mit subtiler Innigkeit ertönt dann noch das Weidenlied – in empfindsamer Begleitung durch den Harfenisten Stephen Fitzpatrick – und das Gebet der Desdemona aus Otello. Daniel Barenboim am Pult der Staatskapelle Berlin begleitet sie unter großer Rücksichtnahme. Die beiden Ouvertüren – Barbier von Sevilla und Aschenbrödel – erlebt man zwar sehr durchsichtig, so manches hätte jedoch mehr Spritzigkeit und weniger Zurückhaltung vertragen.
| Musik | ![]() |
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Im zweiten Teil regiert dann Richard Wagner, bei dem man sich hörbar wohler fühlt. Sehr feierlich und packend erklingt zuerst das Vorspiel aus Die Meistersinger von Nürnberg, dann recht neckisch der Tanz der Lehrbuben. Dazwischen fasziniert Jonas Kaufmann mit seinem wunderbar samtenen, baritonalen Timbre mit fein gesponnener Lyrik, aber auch mächtiger tenoraler Entfaltung bei den zwei Liedern des Stolzing Am stillen Herd und dem Preislied Morgendlich leuchtend. Für den großen Jubel bedankt er sich als Zugabe mit dem Wesendonck-Lied Träume, traumhaft schön interpretiert und von Daniel Barenboim am eilig herbeigeschaffen Klavier feinsinnig begleitet. Ein idealer Übergang zum letzten Programmpunkt, zum Vorspiel und zu Isoldes Liebestod aus Tristan und Isolde in der rein instrumentalen Fassung, eine herrliche, ätherisch schöne Tondichtung. Sie wird von den Musikern mit sphärischer Klangwirkung, fein ziselierter Klangpracht und großer Schönheit zelebriert.
Das durchaus ergriffene Publikum jubelt. Und die erfolgreiche Intendantin der Pfingstfestspiele, Cecilia Bartoli, überreicht Kaufmann und Barenboim Blumensträuße.
Helmut Christian Mayer