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Eine schwarze, mörderische Geschichte

THÉRÈSE
(Philipp Maintz)

Besuch am
14. April 2019
(Premiere)

 

Salzburger Oster­fest­spiele, Große Aula der Universität

Thérèse, Thérèse“ – Markerschüt­ternd gellen die Todes­schreie des ertrin­kenden Camille durch den Raum, mit denen die Oper beginnt. Und sie endet als finaler Höhepunkt mit dem stummen Selbstmord der beiden Mörder: Dazwi­schen liegen gut 95 spannende Minuten. Nach Lohengrin von Salvatore Sciarrino 2017 und Satyricon von Bruno Maderna 2018 wurde nun die Kammer­opern­reihe der Salzburger Oster­fest­spiele, eine Kopro­duktion mit der Hamburger Oper, mit einem Kompo­si­ti­ons­auftrag der beiden Kopro­du­zenten Thérèse von Philipp Maintz in der  Großen Aula der Univer­sität fortgesetzt.

Thérèse ist mit dem kränk­lichen Cousin Camille in Paris zwangs­weise verhei­ratet und leidet unter seinem und dem Diktat seiner Mutter. Als Laurent, ein Freund, im Haus erscheint, erwacht ihre Leiden­schaft. Die beiden beginnen eine Liebschaft und ermorden den Nicht­schwimmer Camille, indem sie ihn ins Seine-Wasser werfen. Doch sie werden geplagt von Albträumen und Selbst­vor­würfen, die sie unter den Blicken der gelähmten und sprech­un­fä­higen, aber wissenden Mutter in den gemein­samen Selbstmord führen.

Marisol Montalvo – Foto © Matthias Creut­ziger

Otto Katzamaier hat den seiner­zei­tigen Skandal­roman des erst 27-jährigen Émile Zola Thérèse Raquin aus dem Jahr 1867 mit seiner nicht enden wollenden Todes­spirale zu einem Libretto in mehreren Zeitebenen verdichtet und hat gleich die Rolle des virilen, sehr präsenten Liebhabers Laurent übernommen, den er mit kraft­vollem Bariton singt und dominant spielt. In meist sehr kurzen Szenen, die durch Blackouts unter­brochen werden, wird der mörde­rische Krimi in ausschließlich pechschwarzen Kostümen auf einer Einheits­bühne, die Ausstattung stammt von Marie-Thérèse Jossen, mit langen, alten Laden­ti­schen, die auch die unter­schied­lichen Orte sugge­rieren und mit Meeres­bildern im Hinter­grund, von Regisseur Georges Delnon eindrucksvoll, packend und teils recht drastisch umgesetzt.

Thérèse wird von Marisol Montalvo mit großer darstel­le­ri­scher und sänge­ri­scher Inten­sität gegeben, die auch die enormen Sprünge bis in höchste Höhen souverän schafft. Der auch vom Typ her schwächlich und asexuell wirkende Camille wird vom Counter­tenor, man wollte offen­sichtlich bewusst keine männliche Stimme haben, Tim Severloh gesungen, der, längst ermordet, die beiden immer wieder als sprechendes Traumbild verfolgt. Renate Behle gibt die unerbitt­liche Mutter, Madame Raquin, sehr intensiv und ideal spielend.

Das elfköpfige Ensemble inklusive eines Akkor­deons, aus Mitgliedern des Staats­or­chesters Hamburg bestehend, unter dem ungemein präzise dirigie­renden Nicolas André kann die Musik von Philipp Maintz sehr ambitio­niert, hochkon­zen­triert und engagiert umsetzen. Die Musik ist bei den Singstimmen teils doch sehr kantabel. Aber sie kann aber auch wabern, beißen, sirren, raunen, rhyth­misch pulsieren in einem Netz aus Leitmo­tiven, Überschich­tungen durch die verschie­denen, vorhan­denen Erzähl­ebenen und immer wieder reibenden Klang­flächen. Viel Applaus.

Helmut Christian Mayer

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