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Foto © Schubertiade Schwarzenberg

Jugendliche Frische

LIEDERABEND FATMA SAID UND SABINE MEYER
(Diverse Komponisten)

Besuch am
16. Juni 2024
(Einmalige Aufführung)

 

Schuber­tiade, Angelika-Kauffmann-Saal, Schwarzenberg

Seit ich ihn gesehen von Adelbert von Chamisso, im Jahre 1830 erschienen, wird oft nur mit Robert Schumanns Zyklus von 1840 in Verbindung gebracht. Auch Fatma Said hat sich dessen angenommen, aller­dings nicht ohne es durch Franz Lachners Vertonung aus den 30-er Jahren des 19. Jahrhun­derts zu antizi­pieren. Der setzte die Gedichte Chamissos für Sopran und Klari­nette um, und so kommt gleich im ersten Stück des Sonntag­nach­mittags bei der Schuber­tiade die Klari­net­tistin Sabine Meyer ins Spiel. Am Anfang wechseln sich jeweils zwei Verto­nungen Chamissos und dann Friedrich Rückerts Der Himmel hat eine Träne geweint ab, erst mit Klari­nette, dann in der Inter­pre­tation durch Said. Das ist eine sehr schöne Kontras­tierung, bringt die Klari­nette doch noch ganz andere Farben und Stimmungen mit ein. Leider ist das Schuber­tiade-Publikum schon hier restlos begeistert und spendet nach jedem Wechsel rauschenden Applaus, manchmal sogar noch in den letzten, wunderbar ausschwin­genden Ton der Klari­nette hinein, was selbst Meyer am Instrument unwillig den Kopf schütteln lässt.

Beide Solis­tinnen verstehen sich sehr gut, schauen sich oft an, kommu­ni­zieren mitein­ander, mit Blicken und durch die Musik. Meyer spielt bei Friedrich Wilhelm von Kückens Himmel­s­träne eine sehr elegische Einleitung und legt sie Said zu Füßen, die nimmt sie ihr ab, inten­si­viert noch. Überhaupt ist das Konzert ein Geben und Nehmen vorwiegend zwischen den beiden Damen. Louis Spohrs Vier Lieder aus Sechs deutsche Lieder folgen, und auch hier erschaffen beide eine wunderbare Mainacht­stimmung, man möchte den warmen Klang der Klari­nette besonders hier keines­falls missen. Bei Schumanns Meine Rose und Widmung zeigt Said besondere Tiefe in der Inter­pre­tation, gibt manchen Wendungen mit ihrer Gestaltung gar neue Schat­tie­rungen, zum Beispiel bei „Reich’ ich den Becher Wasser Aus dunklem, tiefen Bronnen“, dunkel und geheimnisvoll.

Foto © Schuber­tiade Schwarzenberg

Saids Sopran ist in der Mittellage warm und sehr farbig, wie selten für einen Sopran. Manchmal meint man, ihre ägypti­schen Wurzeln zu spüren, zimtig und warm. Sie singt zärtlich, auch noch im dreifachen Piano. Nach Schumann folgt Mozarts Arie Chi sa, chi sa, qual sia. Said lässt die Stimme locker durch­laufen, aber auch hier zeigt sie einen unbedingten Gestal­tungs­willen. Dabei ist sie sehr mutig und wirft sich mit Verve in die Kolora­turen, ohne sie zum Selbst­zweck werden zu lassen. In der Höhe fokus­siert sie die Stimme sehr und füllt den Saal.

Die zweite Mozar­tarie gehört der wunder­baren Sabine Meyer, die einmal mehr ihren schönen, weichen und runden Ton beweist. In Schuberts Der Hirt auf dem Felsen musizieren beide weiterhin hochvirtuos und mit vollem Einsatz, dabei immer gut aufein­ander hörend.  Schon der Anfangston der Klari­nette macht die Situation klar: Ein Hirte sitzt oben im Gebirge und schaut in Einsamkeit in die Ferne. Der Schluss rauscht nur so vorbei und lässt ein begeis­tertes Publikum zurück.

Pianist Malcolm Martineau begleitet weich und roman­tisch die Lieder. Er gibt den beiden ein sanftes, samtiges Bett, auf dem sie sich prächtig entfalten können. Aber auch perlende, glitzernde Läufe wie bei Mendelssohn-Bartholdy lassen aufhorchen. Man spürt die lange Erfahrung Marti­neaus, fast etwas im Hinter­grund begleitet er die beiden.

Großer Applaus und helle Begeis­terung an einem sonnigen Nachmittag in Schwar­zenberg. Die Künstler danken es mit einer Zugabe aus dem Programm, dem Wiegenlied in drei Tönen.

Jutta Schwegler

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