O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.
Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.
Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.
O-Ton
3-Monats-Abo
für jeweils 3 Monate
O-Ton
Jahres-Abo
pro Jahr
O-Ton
6-Wochen-Abo
für jeweils 6 Wochen
O-Ton
Jahres-Mitgliedschaft
für ein Jahr
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Kulturmagazin mit Charakter
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
EUGEN ONEGIN
(Peter Iljitsch Tschaikowsky)
Besuch am
17. November 2017
(Premiere)
Von Anfang an verliert er sich traumhaft in seinen Erinnerungen. Omnipräsent auf der Bühne blättert er immer wieder in seinem Tagebuch und findet sich dann im Geschehen wieder. Als etwa der von Tatjana an ihn geschriebene Brief aus dem Buch herausfällt, sieht er sich in der intimen Briefszene der Tatjana wieder oder hört Lenski bei seiner wunderbaren Abschiedsarie vor der Duellszene zu. Nach der Tötung seines Freundes kommen ihm selbstmörderische Gedanken hoch. Er setzt wiederholt die Pistole an. Einmal drückt er sogar ab, aber die Waffe funktioniert nicht.
| Musik | ![]() |
| Gesang | ![]() |
| Regie | ![]() |
| Bühne | ![]() |
| Publikum | ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() |
Vera Petrova sieht ihre Inszenierung von Peter Iljitsch Tschaikowskys Eugen Onegin, der diesjährigen Eröffnungspremiere am Teatro Verdi in Triest, als traumhafte Rückblende des Lebens des Titelhelden. Kein schlechter Ansatz, wenn auch etwas beliebig und in der Tat nicht wirklich neu. Irgendwelche Extravaganzen bietet sie nicht, eher nur statisches Kammertheater. Denn sie lässt in der reduzierten, aber durchaus mit suggestiven, beeindruckenden Lichtstimmungen angereicherten Szenerie mit einigen Zwischenvorhängen, drehenden, großen Türelementen, Videoeinspielungen und den historisierten Kostümen – die Ausstattung, Alexander Kostyuchenko schuf das Bühnenbild, Steve Almerighi die Kostüme, stammt aus der Nationaloper in Sofia und wurde dort bereits im Frühjahr 2017 gezeigt – die Personenführung eher schleifen. Auf das Ballett wird trotz der geradezu dazu herausfordernden Tänze, die in der Musik hörbar sind, fast völlig verzichtet.

Sehr gut und vor allem sehr jung erlebt man das Sängerensemble: Valentina Mastrangelo vor allem ist eine ungemein mädchenhafte Tatjana mit vielen feinen und leisen Zwischentönen und einem herrlich blühenden Sopran. Als Titelheld ist Catalin Toropoc mit warmem Edeltimbre und noblem Gehabe zu vernehmen. Dann singt hier der erst 23-jährige Tigran Ohanyan einen darstellerisch eher ungelenken Lenski mit etwas kleinem, aber sehr schönem und höhensicherem Tenor. An seiner Darstellung sollte er noch dringend arbeiten, denn außer einigen Schritten auf der Bühne ist keine Bewegung oder Emotion erkennbar. Auch hat man ihn mit einer völlig unpassenden Langhaarperücke „verschönert“. Wohltönend mit der notwendigen Basstiefe hörte man Vladimir Sazdovski als sehr würdigen Fürst Gremin. Ideal besetzt sind auch Anastasia Boldyreva als Olga, Giovanna Lanza als deren Mutter Larina, Dmytro Kyforuk als Triquet. Die übrigen kleineren Rollen sind rollendeckend besetzt und einen gut singenden, homogenen Chor des Teatro Verdi, den Francesca Tosi genau einstudiert hat, hört man auch.
Wiewohl Fabrizio Maria Carminati mit fordernden Gesten das recht dünn klingende Orchester des Teatro Verdi immer wieder zu mitreißendem Spiel mit zugespitzten Tempi auffordert, folgen ihm die Musiker dazu nur bedingt. Es fehlt an mehr ausgereizten Akzenten und zündenden und packenden Momenten, etwa bei der Polonaise, während die Lyrismen mit feinen Tönen klangschön ausschwingen.
Viel Jubel erklingt zum Schluss im feierlich gestimmten Haus. Denn die Inaugurazione der neuen Saison wird traditionell immer mit der italienischen Hymne begonnen. Zudem tritt die gesamte lokale Prominenz in exquisiter Kleidung in Erscheinung. Mehrere Carabinieri in schmucken Galauniformen mit Säbel schmücken die Eingänge.
Helmut Christian Mayer