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Ein Ochs zum Niederknien

DER ROSENKAVALIER
(Richard Strauss)

Gesehen am
21. Dezember 2020
(Premiere 1968)

 

Wiener Staatsoper

Sie gilt als die wiene­rischste aller Opern: Der Rosen­ka­valier von Richard Strauss, eine jener phäno­me­nalen Schöp­fungen, die durch die konge­niale Zusam­men­arbeit des bayeri­schen Kompo­nisten mit dem öster­rei­chi­schen Dichter Hugo von Hofmannsthal entstanden ist. Jetzt wurde das außer­ge­wöhn­liche Musik­drama an der Wiener Staatsoper musika­lisch vom neuen Musikchef Philippe Jordan neu einstu­diert. Und leider wurde es wieder einmal wegen der Pandemie ohne Publikum – außer einiger auser­wählter Journa­listen und einiger hausei­gener Personen – und ohne Applaus – was vorher ausdrücklich erklärt wurde – im Stream live übertragen.

Aber eigentlich müsste die Oper diesmal Ochs von Lerchenau heißen. Denn wie Günther Groissböck die Rolle, die er schon bei den Salzburger Festspielen, an der Metro­po­litan Opera in New York und zuletzt in Berlin, aber noch nie in Wien gesungen hat, sowohl sänge­risch wie auch szenisch anlegt, ist erste Sahne. Stimmlich am Höhepunkt seiner Karriere singt der aus Nieder­ös­ter­reich stammende Bass ungemein fasset­ten­reich und diffe­ren­ziert. Er trifft er jeden, auch noch so tiefen Basston und alles mit langem Atem.  Auch seine Bühnen­präsenz ist phäno­menal: Mit großer Spiel­freude, jede Pointe treffend gesetzt, ohne zu poltern, herrlich prall, mit spitz­bü­bi­scher Naivität, humorvoll und frech. Bewun­dernswert ist auch, wie Groissböck bei diesem Rollen­debüt an der Staatsoper in die Otto-Schenk-Insze­nierung einge­stiegen ist:  Einfach souverän und sicher einer der beste „Ochsen“, die man in Wien je erlebt hat.

Bildschirmfoto

Und dann hat man auch noch eine Martina Serafin aufge­boten: Eine durchaus gefühl­volle, elegante und sehr sensible Feldmar­schallin mit blühendem Sopran. Als schöne Frau mittleren Alters ist Martina Serafin optisch der ideale Marschallin-Typ, darstel­le­risch vielleicht etwas zu zurück­haltend. Die attraktive Erin Morley hat die ideale Sophien-Stimme, nämlich schlank wie auch strahlend und sie spielt entzü­ckend. Ihr Deutsch ist bemer­kenswert. Daniela Sindram in der Rolle des Octavian ist sowohl stimmlich als auch darstel­le­risch etwas zu blass. Jochen Schme­cken­becher ist ein köstlich witziger, neureicher Herr von Faninal. Regine Hangler singt die Leitmet­zerin ideal. Thomas Ebenstein zeigt wie immer einen überzeugend und scharf­ge­zeich­neten Valzacchi; Noa Beinart, seine neue Annina, muss noch in die Rolle hinein­wachsen. Es fehlt ihr vor allem an komischem Talent. Wolfgang Bankl überzeugt als mächtig singender Polizei­kom­missär. Und eine wahre Luxus­be­setzung ist der mit wunder­barem Timbre singende Piotr Beczała für die kurze Rolle des Sängers. Der Ausnah­me­tenor singt seine Arie hinreißend.

Philippe Jordan am Pult des Wiener Staats­opern­or­chesters vermag bei den Musikern luxuriösen und üppigen Wohlklang zu verströmen. Es fehlt weder an spannungs­voller Agogik, noch an hoher Trans­parenz noch an inniger Emotio­na­lität. Keiner der vielen „deliziösen“ Momente der herrlichen Musik geht verloren.

Und alle finden sich in der tradi­tio­nellen Insze­nierung von Otto Schenk zurecht, die, kaum zu glauben, zum 385. Mal hier am Haus gezeigt wird. In alther­ge­brachten, aber geschmack­vollen Kostümen kennt sich in dieser klassi­schen Regie jeder aus.  Ohne irgend­welche Verdreht­heiten wird die „Farce“ klar erzählt.

Helmut Christian Mayer

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