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Foto © Dave Clive

Beste veristische Edelreißer

L’ORACOLO/​LA MALA VITA
(Franco Leoni, Umberto Giordano)

Besuch am
28. Oktober 2018
(Premiere am 21. Oktober 2018)

 

Wexford Opera Festival, National Opera House

Selbst einge­fleischte Opern­lieb­haber werden mit dem Namen Franco Leoni wenig anzufangen wissen. Dabei schrieb der 1864 in Mailand geborene und 1949 in London verstorbene Komponist neben anderen Werken mehrere inter­es­sante, veris­tische Opern. Nach dem Erfolg seiner ersten Oper Raggio di luna übersie­delte er nach London, wo mehrere seiner Opern am Royal Opera House Covent Garden urauf­ge­führt wurden. Seine erfolg­reichste nennt sich L’oracolo, ein Einakter, der 1905 in der briti­schen Haupt­stadt das erste Mal gezeigt wurde. Jetzt nahm sich das Wexford Opera Festival, das es sich zur Maxime gemacht hat, ausschließlich Opern­ra­ri­täten oder vergessene Musik­dramen aber von hoher Qualität in diesem kleinen Städtchen an der Südost­küste Irlands zu zeigen, dieses Werkes an. Die dunkle und grausame Geschichte handelt von einem Besitzer einer Opium­höhle in Chinatown von New York. Dieser entführt ein Kind und schreckt auch nicht vor einem Mord zurück, um seinen Neben­buhler loszu­werden, was er letztlich selbst auch mit dem Leben bezahlen muss.

POINTS OF HONOR

Musik



Gesang



Regie



Bühne



Publikum



Chat-Faktor



Rodula Gaitanou belässt den Plot dort, wo und wann er spielen soll. Ein aus Backstein­ziegeln gebautes, mehrstö­ckiges und sich drehendes Haus mit den Aufschriften des Kaufmanns oder des Arztes verortet die jewei­ligen Schau­plätze, für die Ausstattung zeichnet Cordelia Chisholm verant­wortlich. Sehr lebendig, glaubhaft und virtuos werden alle Figuren auch in den Massen­szenen geführt.

Diese singen auch in der dritten Produktion zweier Einakter von Wexford sehr beein­dru­ckend: Der Mörder und Opium­höh­len­in­haber Cim-Fen wird von Joo Won Kang mit brutaler Bösar­tigkeit gespielt und gesungen. Sein Opfer und Neben­buhler Uin-San-Lui leiht Sergio Escobar seinen anfänglich noch leicht unsicher wirkenden, aber bald durch­schlags­kräf­tigen und strah­lenden Tenor. Das Objekt ihrer beider Begierde Ah-Joe wird von Elisa­betta Farris schön­stimmig und höhen­sicher gesungen. Leon Kim singt den Arzt Uin-Sci ungemein weich und warm. Der reiche Kaufmann Hu-Tsi wird von Benjamin Cho ideal wieder­ge­geben. Auch der großbe­setzte Chor des Hauses und der Kinderchor gefallen stets mit vitalem Spiel und Gesang.

Foto © Dave Clive

Francesco Cilluffo hat das Orchester des Wexford Opera Festivals fest im Griff und weiß aus der farben­reichen und abwechs­lungs­reichen Partitur des veris­ti­schen Edelreißers von Franco Leoni, die vielfach an Puccini erinnert, mitreißend viele Emotionen wieder­zu­geben. Das gilt auch für den zweiten Einakter, den man mit diesem Werk zusam­men­ge­spannt hat, für Umberto Giordanos La mala vita. Diese Oper erlebte ihre Urauf­führung 1892 in Rom, wo das Publikum so enthu­si­as­tisch reagierte, dass die Protago­nisten 24 Mal vor den Vorhang treten mussten. Sie ist wieder eine zu Unrecht vergessene Rarität des italie­ni­schen Kompo­nisten, der haupt­sächlich wegen seiner Opern Andrea Chenier und mit Abstrichen Feodora bekannt ist.

Auch hierbei glänzen wieder einige Sänger aus dem ersten Einakter wie Sergio Escobar als Vito, um dessen Gunst diesmal mit umgekehrten Vorsätzen gleich zwei Frauen buhlen, mit großar­tigem Tenor. Leon Kim weiß dem betrun­kenen Annetiello starkes Profil zu verleihen. Dorothea Spilger geht als schön­stimmige Amalia letztlich als Siegerin hervor und bekommt ihren Vito. Bei der kraftvoll singenden Francesca Tiburzi als Christina wird der Sopran in der Höhe manchmal recht schrill.

Auch hier herrscht wieder in der Regie von Rodula Gaitanou große Leben­digkeit im Spiel. Die Kulisse mit dem sich drehenden, dominanten Haus ist die gleiche, nur finden sich jetzt statt der engli­schen, nun italie­nische Aufschriften auf diesem, da der Plot eigentlich in Neapel spielt.

Auch diese beiden Einakter werden vom Publikum mit heftigem Applaus bejubelt.

Helmut Christian Mayer

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