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Alles dreht sich um Liebe

ES MUSS EIN WUNDERBARES SEIN
(Franz Schubert, Franz Liszt)

Besuch am
16. Februar 2025
(Einmalige Aufführung)

 

Festival Lied Würzburg, Burkar­dushaus, Würzburg

Lieder­abende locken vor allem einge­fleischte Fans der spezi­ellen musika­li­schen Gattung an. Dass nun das Festival Lied Würzburg zum sechsten Mal statt­findet und mit einer gelun­genen Mischung aus renom­mierten und viel verspre­chenden jungen Sängern aufwartet, verdient gestiegene Beachtung. Ein kosten­loses Vorkonzert will den Appetit auf das Kunstlied anregen und noch mehr Interesse in der Öffent­lichkeit an dem mittler­weile inter­na­tional arrivierten Festival wecken. Das gelingt, wie der begeis­terte Beifall am Ende im bestens besuchten Saal des Burkar­dus­hauses beweist, bei dem Abend unter dem Titel Es muss ein Wunder­bares sein mit dem Tenor Martin Mitter­rutzner und dem Pianisten Alexander Fleischer, dem Begründer des Festivals.

Foto © Katharina Gebauer

Der Sänger aus Tirol und sein Begleiter am Klavier bilden eine harmo­nisch sich ergän­zende und sich mitein­ander steigernde Einheit, mit viel Gespür für Stimmungen, feinfühlig, aber auch mit Freude an drama­ti­schen Aufwal­lungen. Der Beginn des Abends mit vier franzö­si­schen Liedern von Franz Liszt nach Texten von Victor Hugo, der Spätro­mantik verhaftet, vermittelt die wohl unerfüllte Sehnsucht nach Erlösung von der Erden­schwere, nach Erfüllung der Träume, nach Flucht aus der Beschränkung, nach Glück durch Liebe, alles laut Übersetzung in einem etwas schwüls­tigen Text. Musika­lisch aber beein­drucken die Lieder durch eine dichte Klang­fülle. Das Klavier gibt fein abstufend die Seelen­zu­stände in variablen Farben, unter­streicht dabei die Aussage; die angenehm timbrierte, etwas schlanke, kernige Stimme klingt nie angestrengt, sondern sehr natürlich, kann sich steigern zu leuchtend weichen, offenen Höhen, hält die abgestuft schwin­genden Linien in erzäh­lendem Fluss und lässt alles in einem Traum von schönrem Stern enden. Der erste Block mit Liedern von Franz Schubert wirkt dagegen zuerst einmal schlichter, und hier fällt vor allem angenehm die Textver­ständ­lichkeit des Vortrags auf; Mitter­rutzner gestaltet mit seiner varian­ten­reichen Stimme unauf­dringlich überzeugend die Aussagen der Gedichte, für die die Lieder vertont wurden. Da gerät die Entzü­ckung an Laura geradezu verfüh­re­risch mit fein abgestuften Vokalen; die Erregung der Geliebten wird spürbar bei Als ich sie erröten sah und mündet in eine verzau­berte Huldigung an das Du.

Foto © Katharina Gebauer

Nach einer wunder­baren, brillanten Klavier-Einleitung wird die Bewun­derung für Laura am Klavier deutlich in einer kleinen, leben­digen Szene mit irgendwie heimlichen Gedanken. Danach kommen bei Der Jüngling am Bache auch melan­cho­lische Momente auf, geprägt von Erinne­rungen und dem Wunsch nach Glück. Dazu passt der Abend­stern als Symbol treuer Liebe, aber unter­schwellig mit irgendwie resignierten Seufzern, An Laura als sie Klopstocks Aufer­ste­hungslied sang scheint von der flexiblen Stimm­färbung her himmlische Gefühle zu beschwören, wunderbar beflü­gelnd unter­stützt vom Klavier, das dann bei Der Jüngling an der Quelle das Rieseln des Wassers hörbar macht; der Wechsel zwischen unten und oben endet mit feinster, weicher Kopfstimme des Sängers eher hoffnungsvoll.

Nach der Pause gefällt bei Des Fischers Liebes­glück vor allem, wie bei der eher schlichten Erzählung des Fischers unter­schwellig durch das Klavier das Zerrissene deutlich wird, und das Abendlied für die Entfernte enthält jugend­lichen Impetus, aber auch schick­sal­hafte Ergebenheit, die schließlich friedlich ausklingt. Nach einem Gewitter wirkt alles befreit und voller Glanz, und Auf dem Wasser zu singen gelingt als lyrisches Kleinod in der Beschreibung der Natur, wo alle Sorgen schwinden, darge­boten in großer Steigerung, nach der sich alles wunderbar beruhigt. Die Auswahl der meist eher unbekannten Schubert-Lieder und ihre kluge Anordnung darf man als Glücks­griff bezeichnen.

Abgeschlossen wird der inter­es­sante Abend mit Liedern von Liszt, bestens einge­leitet mit Kling leise mein Lied bestechend in den vielen klang­lichen Facetten der kostbar schim­mernden Stimme mit innigem Glanz; danach werden in Freudvoll und leidvoll die Gegen­sätze zwischen himmel­hoch­jauchzend und zu Tode betrübt harmo­nisch aufge­fangen durch die liebende Seele. Das verhei­ßungs­volle Wunderbare wird in verschie­densten Stimmungs­lagen gezeigt, während bei Es rauschen die Winde Drama­ti­sches im Vorder­grund steht und der innere Aufruhr sehr expressiv gestaltet wird. In Du bist wie eine Blume kehrt die Stimmung zur Verherr­li­chung der Liebe klangvoll zurück. Nach diesem durch viele Schat­tie­rungen und wunderbare Wendungen der Liebe sich klangvoll bewegenden Lied-Programm will der begeis­terte Beifall nicht enden, und so sind zwei Zugaben fällig, ein kleines Stück aus Schuberts Musensohn und aus der Vertonung eines Gedichts von Charlotte von Hagn durch Liszt: Was Liebe sei.

Renate Freyeisen

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